Enrico Rava

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Enrico Rava

Enrico Rava (* 20. August 1939 in Triest) ist ein italienischer Jazztrompeter und Flügelhornist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach ersten Auftritten als Pianist in traditionellen Jazzcombos wechselte er zur Trompete. 1964 gehörte er zum Quintett von Gato Barbieri, zwischen 1965 und 1968 spielte er in der Gruppe von Steve Lacy, u.a. mit Johnny Dyani und Louis Moholo. Von 1969 bis 1972 arbeitete er in New York City und spielte unter anderem mit Bill Dixon und im Jazz Composer’s Orchestra sowie in Escalator over the Hill und gehörte zur Gruppe von Roswell Rudd. Große Beachtung fanden auch seine Einspielungen mit Dollar Brand, Archie Shepp oder Dino Saluzzi. In seinen eigenen Bands spielen u.a. John Abercrombie, Jeanne Lee, Roswell Rudd, Jean-François Jenny-Clark und Aldo Romano, aber auch argentinische Musiker, da er zeitweilig in Buenos Aires lebte, wo seine Frau Graciela als Filmemacherin arbeitete. In den 1970ern komponierte er auch Filmmusiken - unter anderem für Bernardo Bertolucci.

In den 1980er spielte er auch mit Gil Evans und Cecil Taylor, hatte aber auch immer eigene Gruppen, die zunächst noch im Jazzrock-Idiom spielten. Mehr und mehr galt sein Interesse der Komposition und der italienischen Tradition. In seinen Plattenprojekten Rava, L'Opera Va und Carmen beschäftigte er sich intensiv mit der Umsetzung von Opernarien in den Jazz. Mit dem Trompeter Paolo Fresu hat Rava mehrere Platten aufgenommen, auf denen er sich mit den Trompetern in der Geschichte des Jazz beschäftigt (z.B. Bix, Shades of Chet, Play Miles Davis). Der Pianist Stefano Bollani ist zuerst in seinen Gruppen bekannt geworden. Seit 1997 ist der Posaunist Gianluca Petrella Mitglied seines Quintetts. Mit Gianluca Petrella, Eberhard Weber und Reto Weber ist er auch im Trio bzw. Quartett The Europeans unterwegs.

2011 erschien bei dem italienischen Verlag Feltrinelli Enrico Ravas Autobiografie unter dem Titel Incontri con musicisti straordinari. La storia del mio jazz. Darin schildert er auch seine vielen Begegnungen mit internationalen Größen des Jazz wie Gato Barbieri, Carla Bley, Don Cherry, Steve Lacy, Cecil Taylor und vielen anderen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2002 wurde Rava mit dem dänischen Jazzpar-Preis ausgezeichnet. Für seinen europäischen Beitrag zum zeitgenössischen Jazz erhielt er weiter den französischen Orden Chevalier des Arts et des Lettres.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1972 Enrico Rava Il Giro Del Giorno In 80 Mondi
  • 1973 Katcharpari Rava[1][2]
  • 1975 Enrico Rava The Pilgrim And The Stars
  • 1976 Enrico Rava The Plot
  • 1976 Enrico Rava Quotation Marks (JAPO)
  • 1984 Andrea Centazzos Mitteleuropa Orchestra Doctor Faustus mit Albert Mangelsdorff, Theo Jörgensmann, Gianluigi Trovesi, u.a.
  • 2002 Enrico Rava Paolo Fresu Play Miles Davis
  • 2003 Enrico Rava Quintet Easy Living
  • 2005 Enrico Rava Tati
  • 2007 Enrico Rava Quintet The Words And The Days
  • 2008 Enrico Rava New York Days, ECM 2064[3]
  • 2011 Enrico Rava Quintet Tribe, ECM 2218
  • 2012 Enrico Rava On the Dance Floor, ECM 2293

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrey Henkin auf AllAboutJazz vom 5. Januar 2004: Trumpeter Enrico Rava: „A recording, Katcharpari (BASF, 1973) was released and won best jazz album in Germany. This attracted Manfred Eicher of ECM to offer him a recording contract.“
  2. Katcharpari Rava auf Discogs
  3. John Kelman auf AllAboutJazz vom 22. Januar 2009: Rezension zu Enrico Rava: New York Days (2008)