Entartung

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Entartung hat folgende Bedeutungen:

  • In der Medizin für Degeneration; in letzterer als maligne Entartung auch Ausdruck für die Entstehung von Strukturen mit Kennzeichen der „Bösartigkeit“.
  • kulturpolitisches Hauptwerk des jüdischen Schriftstellers Max Nordau (1892)
  • In der Physik bezeichnet der Begriff:
    • Entartung (Quantenmechanik) – entartete Energieniveaus sind verschiedene Zustände mit gleicher Energie in quantenmechanischen Systemen, beispielsweise in Molekülschwingungen in Kristallen
    • Entartetes Fermigas, ein Gas aus Fermionen, das bei hoher Dichte und nicht zu hoher Temperatur stark vom Verhalten eines klassischen Gases abweicht
    • Entartete Materie, die bei großer Dichte entsteht, etwa in Neutronensternen oder Weißen Zwergen.
    • Entarteter Halbleiter, ein Halbleiter, der durch Verunreinigung oder starke Dotierung seine Halbleitercharakteristik verliert
  • In der Mathematik versteht man unter Entartung
    • einen einfachen Grenzfall eines eigentlich andersartigen mathematischen Objektes. So ist etwa ein Punkt ein entarteter Kreis (mit Radius 0).
    • ein Eigenwert heißt l-fach entartet, wenn der zugehörige Eigenraum Dimension l>1 hat.
  • Eine Datenstruktur in der Informatik heißt entartet, wenn sie aufgrund ungünstiger Gegebenheiten einen Zustand angenommen hat, der nicht mehr ihre vorgesehenen besonderen Eigenschaften (z. B. niedriger Speicherverbrauch oder hohe Geschwindigkeit) erfüllt.
  • In forstlicher Fachliteratur eine Vernässung oder Verarmung des Bodens armer Standorte durch intensive Waldnutzung wie z. B. Streunutzung

Siehe auch:

  • Albrecht II. (Meißen), der Entartete, (* 1240; † 1314 oder 1315), aus dem Geschlecht der Wettiner, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


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