Enter the Void

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Filmdaten
Deutscher Titel Enter the Void
Originaltitel Enter the Void
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Englisch
Japanisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 25 fps: 150 Minuten
24 fps: 162 Minuten
Altersfreigabe FSK 18[1]
Stab
Regie Gaspar Noé
Drehbuch Gaspar Noé
Produktion Brahim Chioua
Vincent Maraval
Olivier Delbosc
Marc Missonnier
Musik Thomas Bangalter
Kamera Benoît Debie
Schnitt Gaspar Noé
Marc Boucrot
Jérôme Pesnel
Besetzung

Enter the Void ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2009. Gaspar Noé schrieb das Drehbuch und führte Regie. Der deutsche Erscheinungstermin war der 26. August 2010.

Handlung[Bearbeiten]

Oscar wohnt zusammen mit seiner Schwester Linda in einem Appartement in Tokio. Er konsumiert Drogen und schlägt sich mit kleinen Dealereien durchs Leben. Mit Linda, die in einem Nachtclub als Stripperin arbeitet, verbindet ihn eine enge und schicksalhafte Beziehung: Seit ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind, haben sich die beiden geschworen, immer zusammen zu bleiben, was immer auch passieren möge.

Der Film nimmt zunächst die Rolle des Hauptcharakters Oscar aus der Egoperspektive ein. Nachdem Oscar in seinem Appartement Halluzinogene (LSD und DMT) konsumiert hat und daraufhin einen Trip erlebt, bekommt er einen Anruf von seinem Freund Victor. Er möchte von ihm in der sogenannten The Void-Bar mit Drogen beliefert werden. Kurz darauf bekommt er Besuch von Alex, einem Künstler und Freund von ihm. Die beiden verlassen zusammen das Appartement und begeben sich zur The Void-Bar. Unterwegs bekommt Oscar von Alex den Inhalt des Tibetanischen Buches des Todes erklärt, einem spirituellen Buch, das sich auch mit Reinkarnation und außerkörperlichen Erfahrungen befasst. Bereits wie Alex den Ablauf einer Wiedergeburt erklärt, wie sie im Buch dargestellt wird, wird es der Zuschauer in den folgenden Szenen nacherleben.

Oscar betritt die Void-Bar alleine, während Alex draußen wartet. Er setzt sich zu Victor, welcher sich zum Voraus entschuldigt („Es tut mir leid…“). Kurz darauf wird das Lokal von mehreren Polizeibeamten gestürmt. Oscar versucht zu flüchten und kann sich zunächst auf einer Toilettenkabine einschließen. Es gibt jedoch keinen Ausweg und Oscar versucht nun, die Drogen über die Wasserspülung loszuwerden, jedoch funktioniert diese nicht. Oscar will die Polizeibeamten einschüchtern, indem er vorgibt, eine Waffe dabeizuhaben. Er warnt die Polizeibeamten, dass er mit seiner Pistole durch die Tür schießen werde, falls diese weiterhin versuchen, die Tür einzutreten. Daraufhin eröffnen die Polizeibeamten das Feuer und Oscar wird mit einem Schuss durch die Tür tödlich getroffen. Sein Körper stirbt – doch sein Geist lebt weiter und hält das Versprechen, das er seiner Schwester damals gegeben hat: sie niemals zu verlassen. So beobachtet er fortan die Stadt, ihre Bewohner und natürlich insbesondere Linda. Sein Blick auf die Stadt ist aber eine verzerrte, albtraumhafte Vision, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermischen.[2]

Nach Oscars Tod kommt es zu mehreren Rückblenden in Oscars Vergangenheit. Oscar und Linda sind als Kinder auf der Rückbank des Wagens zu sehen, in dem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Die beiden wachsen voneinander getrennt in Waisenhäusern auf. Oscar zieht nach Tokio, wo er Geld durch Drogenhandel verdient. Später zahlt er seiner Schwester Flugtickets und holt sie so zu sich. Bei einem gemeinsamen Clubbesuch lernt Linda den Nachtclubbesitzer Mario kennen. Später arbeitet sie für ihn als Stripperin. Oscar dehnt seinen Drogenhandel zunehmend aus, er verkauft sogar Drogen an die Tänzerinnen im Nachtclub. Als Mario dies mitbekommt, lässt er Oscar aus dem Club werfen und verbietet ihm wiederzukommen. Victor findet heraus, dass Oscar mit Victors Mutter geschlafen hat. Offenbar wird Oscar aus diesem Grund von Victor an die Polizei verraten. Schließlich vereinbart Victor ein Treffen mit Oscar in dem Club The Void, wo Oscar in der Toilette stirbt.

Linda wird schwanger und verliert ihre Stelle als Tänzerin. Sie lässt das Kind, das vermutlich von Mario stammt, abtreiben. Alex ist zunächst gezwungen, versteckt auf der Straße zu leben, nachdem Oscars Dealer Bruno den Drogenring sprengen lässt. Linda wünscht sich, dass sie sich lieber auf Alex anstatt Mario eingelassen hätte, so wie Oscar es sich gewünscht hätte. Linda wünscht sich, dass Oscar wieder leben würde. Oscars Leiche wird eingeäschert.

Victor beginnt einen Familienstreit, weil seine Mutter Sex mit seinem Freund Oscar hatte. Er wird daraufhin von zuhause rausgeworfen. Er stattet Linda einen Besuch ab, um sich für den Tod ihres Bruders zu entschuldigen. Als Victor jedoch Linda Vorwürfe der Mitschuld an Oscars Tod macht, bekommt sie einen Wutanfall und jagt Victor mit den Worten davon, dass er sich selbst umbringen solle.

Oscars Geist schwebt über Tokio und landet in einem Flugzeug. Darin befindet sich eine Mutter, die einen Säugling stillt, welchen sie Oscar nennt. Linda und Alex fahren mit einem Taxi zum Tokyo Love Hotel, wo sie miteinander Sex haben. Oscars Geist bewegt sich zwischen mehreren Räumen des Hotels, wo er viele andere Paare beobachten kann, welche Sex in verschiedenen Stellungen haben. Bei jedem Pärchen zucken Lichtblitze um ihre Geschlechtsteile. Es lässt sich ein inzestuöses Motiv erkennen, während Oscar den Sex aus Alexs Perspektive beobachtet. Es erfolgt schließlich ein vaginoskopischer Blick in Lindas Vagina während des Geschlechtsaktes, daraufhin auch die Ejakulation und die Befruchtung der Eizelle. Später ist eine Geburt zu sehen. Der Film lässt offen, ob es sich dabei um Oscars eigene Geburt handelt oder ob Oscar durch Linda wiedergeboren wird.

Kritiken[Bearbeiten]

Daniel Kasman von theauteurs.com nennt den Film „kühn, aber leblos, vibrierend und grämlich“. Als „wahren Ausdauertest“ bezeichnet Eugene Hernandez von Indiewire den mehr als 160 Minuten langen Film, gesteht aber ein, dass Enter the Void ein faszinierendes cinematographisches Erlebnis und einer der verblüffendsten Filme überhaupt sei.[3]

Mike Goodridge von Screen International bezeichnet Enter the Void als „wilden und halluzinatorischen Mindfuck für Erwachsene“, der das Zeug zu einem Kultfilm habe.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Idee zum Film kam dem Regisseur nach eigenen Aussagen, nachdem er sich die Raymond-Chandler-Verfilmung Die Dame im See (1947) von Robert Montgomery, die ebenfalls in subjektiven Einstellungen erzählt wird, unter Einfluss von Magic Mushrooms ansah.

Die Anfertigung der visuellen Effekten im Film dauerte eineinhalb Jahre in Zusammenarbeit mit der Firma BUF Compagnie. Eine Vorabversion wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2009 gezeigt.[4]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Titelsong "Freak" stammt von der Band LFO. In den Opening Credits wird Thomas Bangalter als “Sound Effects Director” aufgeführt. Unter anderem stammt der Soundtrack von Künstlern wie Carl Michael von Hausswolff, David Lumsdaine, Delia Derbyshire, Johann Sebastian Bach und Alvin Lucier.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK, abgerufen am 12. September 2013
  2. Enter the Void (2009) | Review: Kino, OutNow.ch, abgerufen am 8. Februar 2010.
  3. a b Enter the Void, kino-zeit.de, abgerufen am 8. Februar 2010.
  4. Enter the Void : 2010, Odyssee in Tokio tagesspiegel.de
  5. Soundtracks for Enter the Void bei Imdb.com.

Weblinks[Bearbeiten]