Enterhaken

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Dieser Artikel behandelt das Stangenwerkzeug bzw. die Stangenwaffe; zum Enterhaken als Wurfhaken siehe Enterdregge.
Enterhaken
Enterhaken oder Bootshaken im Wappen des Geschlechts Oppeln-Bronikowski

Als Enterhaken wird der metallische Stangenaufsatz bezeichnet, der in der Schifffahrt dazu dient, ein anderes Schiff näher an das eigene Schiff zu ziehen, unter Umständen, um es entern zu können. Seine Spitze ist als hakenförmiger Kopf ausgeformt. Er ähnelt einem (umgedreht gebrauchten), vergrößerten Angelhaken und ist oft mit einer zusätzlichen Spitze versehen, die als Stichwaffe im Nahkampf dienen kann (konnte). Es existieren regional unterschiedliche Versionen.[1] Enterhaken finden sich auch als Wappenfigur in Wappenschilden.

Einsatz[Bearbeiten]

Das Entern eines feindlichen Schiffs war gewöhnlich der entscheidende Teil eines Kampfes zwischen den Besatzungen zweier Wasserfahrzeuge. Man versuchte das feindliche Schiff, wenn man ihm entsprechend nahegekommen war, durch Enterdreggen, das sind an Tauen ausgeworfene vier- oder mehrarmige kleine Anker, Enterhaken oder im Altertum auch durch Enterbrücken festzuhalten. Dann klomm die Mannschaft an der Wand des feindlichen Schiffs empor, ging über die Enterbrücken oder schwang sich an den geworfenen Tauen auf das Deck des anderen Schiffes. Erschwert wurde das Entern mit Enterhaken, als Schiffe mit oben einfallendem Bord gebaut wurden, bei denen die Schiffswand mit zunehmender Höhe zur Mittellinie des Schiffs zurücktrat.[2]

Eine kleinere Ausführung ist als Aufsatz auf einer Stange oder einem Besenstiel beim Öffnen oder Schließen von Oberlichten bzw. Kämpferfenstern hilfreich; daneben benutzt die Feuerwehr so genannte Einreißhaken zur Überprüfung der Standhaftigkeit von Gebäudebauteilen und zum Aufstochern von Glutnestern; außerdem sind analog der Enterhaken Stoß- bzw. Reißhaken auch im Obstbau gebräuchlich zum Schütteln und Rütteln von mit Erntegut behangenen Ästen bei Obst- (Streuobst) oder Nussernte. Beim neuzeitlich benutzten Bootshaken ist die Form erhalten geblieben, die Spitzen sind jedoch stumpfer.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Carl Baehr: Die Gräber der Liven: Ein Beitrag zur nordischen Alterthumskunde und Geschichte. Verlag R. Kuntze, 1850, S. 121, S. 117 Bildtafel 8, Abb. 4.
  2. Enterhaken. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 5, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 0672.