Enterprise (Bahngesellschaft)

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Ein Enterprise-Zug im Jahr 2007

Enterprise ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der irischen Bahngesellschaft Iarnród Éireann und der britischen Bahngesellschaft Northern Ireland Railways. Sie betreibt grenzüberschreitende Züge auf der Strecke zwischen Dublin in der Republik Irland und Belfast in Nordirland.

Im Einsatz sind vier Diesellokomotiven des Typs IE 201 Class, wovon je zwei im Besitz von Iarnród Éireann und Northern Ireland Railways sind. Die Waggons stammen von De Dietrich Ferroviaire (heute Alstom) in Frankreich und gehören ebenfalls je zur Hälfte den beiden Bahngesellschaften

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Enterprise-Zug im Jahr 1980

Die Enterprise-Züge verkehrten erstmals am 11. August 1947 und wurden durch die Bahngesellschaft Great Northern Railway betrieben. Das Angebot war ein Versuch, um mit dem Flug- und Straßenverkehr mithalten zu können. Die Grenzkontrollen fanden in den Endbahnhöfen Connolly in Dublin und Central in Belfast statt. Dadurch war es möglich, die Züge ohne Zwischenhalte verkehren zu lassen. Der Versuchsbetrieb erwies sich als Erfolg. Im Oktober 1950 wurde eine Zugverbindung zwischen Belfast und Cork eingerichtet, die jedoch wegen der langen Fahrtzeit von sechseinhalb Stunden unattraktiv war und bereits im September 1953 eingestellt wurde.

Am 1. September übernahm das Great Northern Railway Board, ein Joint-Venture der irischen und der britischen Regierung die Betriebsführung der Enterprise-Züge. Die Betriebsgesellschaft wurde am 1. Oktober 1958 wieder aufgelöst, die Aktiven und Passiven wurden zu gleichen Teilen auf die Vorgänger der heutigen Gesellschaften, Córas Iompair Éireann bzw. Ulster Transport Authority, verteilt.

Über die Jahre war der Betrieb immer wieder von längeren Unterbrechungen geprägt, insbesondere während des Nordirlandkonflikts, als die grenzüberschreitende Strecke oftmals wegen Bombendrohungen gesperrt werden musste. Seit dem Abschluss des Karfreitagsabkommens verläuft der Betrieb hingegen nahezu störungsfrei. Die ruhiger gewordene politische Lage ermöglichte verstärkte Investitionen, so konnte dank des Verlegens nahtlos verschweißter Schienen die Höchstgeschwindigkeit auf 145 km/h (90 mph) erhöht werden.

Streckennetz[Bearbeiten]

Die einzige Route von Enterprise führt von Belfast mit Halten in Lisburn, Portadown, Newry, Dundalk und Drogheda nach Dublin und zurück. Zwischen Newry und Dundalk wird die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland überquert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schienenverkehr in Irland

Weblinks[Bearbeiten]