Toulouser Allee

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Toulouser Allee
Entlastungsstraße Derendorf
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Düsseldorf.png
Straße in Düsseldorf
Toulouser Allee
südlich der Jülicher Straße im Oktober 2011
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Derendorf, Pempelfort
Angelegt Baubeginn Mitte August 2009, Freigabe des 1. Bauabschitts am 12. Dezember 2011
Querstraßen Am Wehrhahn, Jülicher Straße, Münsterstraße, Heinrich-Ehrhardt-Straße
Nutzung
Nutzergruppen Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge etwa 2.600 Meter
Baukosten ca. 61 Mio. €

Die Toulouser Allee (Arbeitstitel Entlastungsstraße Derendorf) ist eine vierspurige Hauptverkehrsstraße im Norden von Düsseldorf, die Münsterstraße und die Straße Am Wehrhahn verbindet. Sie verläuft zum größten Teil kreuzungs- und anbaufrei sowie mit baulich getrennten Richtungsfahrbahnen auf dem Gelände des stillgelegten Güterbahnhofs Derendorf in nord-südlicher Richtung direkt neben der S-Bahnlinie. Das Baurecht wurde im Rahmen des Projekts Neue Stadtquartiere Derendorf (Le Quartier Central) im Zusammenhang mit einer die Straße flankierenden Wohn- und Bürobebauung über einen Bebauungsplan geschaffen.

Ein zweiter Bauabschnitt soll die Straße weiter nach Norden zur Heinrich-Ehrhardt-Straße führen und bis Ende 2013 fertiggestellt sein. Es gibt Optionen, die Straße nach Süden bis an die Moskauer Straße zu verlängern.

Mit dem Namen Toulouser Allee bezieht sich Düsseldorf auf Toulouse, eine Stadt in Südfrankreich, zu der sie freundschaftliche Beziehungen pflegt und mit der sie im Jahre 2003 ein Kooperationsabkommen abgeschlossen hat.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verkehr

Die Bezeichnung Entlastungsstraße bezieht sich auf die Entlastung der drei großen Durchgangsstraßen Brehmstraße, Kettwiger Straße und Prinz-Georg-Straße um jeweils 15 bis 20 Prozent. Die Straße dient auch der Anbindung der rund 1500 geplanten Wohnungen und der geplanten 311.000 m² Büroflächen im Quartier Central.

Auf der Entlastungsstraße Derendorf wird mit einer Verkehrsbelastung von 23.500 Fahrzeugen pro 16 Stunden gerechnet.[1] Ausbaupläne sehen vor, dass die Straße in Richtung Moskauer Straße verlängert wird und dann 35.000 Fahrzeuge pro Tag aufnimmt.[2]

Da der prognostizierte Verkehr zu einer Überschreitung der Vorgaben der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung um bis zu 12 dB(A) führen würde, ist eine bis zu 5 Meter hohe Schallschutzwand auf der östlichen Seite und im Bereich der Wohnungsneubauten „Le Flair“ eine Erdaufschüttung mit Lärmschutzwand, die insgesamt eine Höhe von 8 Metern erreicht, auf der westlichen Seite geplant.[3] [4]

[Bearbeiten] Anschlüsse

Die Toulouser Allee verläuft von der Münsterstraße im Norden bis zur Schirmerstraße im Süden. An den Endpunkten bestehen Auf- und Abfahrtsmöglichkeiten auf bzw. von beiden Fahrtrichtungen. Über eine Rampe in südliche Richtung ist die Brücke Grunerstraße nur von der Toulouser Allee Richtung Norden erreichbar. Dort besteht nur eine Abbiegemöglichkeit nach rechts Richtung Düsseltal. Umgekehrt kann auf die Toulouser Allee nur in südlicher Richtung aufgefahren werden und nur aus Derendorf/Pempelfort kommend. Auf der Toulouser Allee existieren außerdem zwei Ampelanlagen. Sie ermöglichen das Abbiegen auf die Marc-Chagall-Straße, welche das Neubaugebiet "Le Quartier Central" an die Toulouser Allee anbinden soll. Außerdem befindet sich an der Franklinbrücke ein Anschluss für Fußgänger und Radfahrer in der Bauform eines Wendels in Bau.

[Bearbeiten] Geschichte

Wegen fehlender leistungsfähiger Querverbindungen waren die östlichen Haupteinfallrouten zur Innenstadt Düsseldorfs seit Jahrzehnten mit dem daraus resultierenden Umwegverkehr chronisch überlastet. Mit der Aufgabe des Güterbahnhofes Derendorfs sah man die lange gesuchte Möglichkeit, entlang der ohnehin verlärmten Eisenbahntrasse Köln–Duisburg eine leistungsfähige Straße zu bauen. Die konkreten Planungen begannen im Jahre 2000.[5]

Der erste Spatenstich erfolgte am 20. August 2009 durch den Oberbürgermeister Dirk Elbers.[6] Der erste Abschnitt vom Wehrhahn bis zur Münsterstraße wurde im November 2011 abgeschlossen[7] und am 12. Dezember 2011 für den Verkehr freigegeben.[8]

[Bearbeiten] Kosten

Die Baukosten für den ersten Abschnitt (welche nicht nur die Entlastungsstraße betreffen, sondern auch diverse Erschließungsmaßnahmen sowie den Stadtgarten) haben sich fast verdoppelt, statt 24.400.000 €[9] sollen sie 43.449.950,00 € betragen. Die jährlichen Folgekosten betragen 1.914.734,00 €.[10]

Der zweite Abschnitt soll Kosten von 17.241.208,00 € verursachen.[11]

[Bearbeiten] Kritik

Kritiker sprachen sich schon frühzeitig gegen eine Stadtautobahn Derendorf[12] aus und bemängelten Fehler im Entscheidungsprozess.[13]

[Bearbeiten] Weblinks

[1] Karten zum Bebauungsplan 5578/41

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Meldung von Antenne Düsseldorf vom 9. Februar 2006
  2. Beschlussvorlage des Amts für Verkehrsmanagement
  3. Entwicklungsbereich Güterbahnhof Derendorf auf Düsseldorf.de
  4. Bebauungsplan Nr. 5578/41 (Entwurf) Neue Stadtquartiere Derendorf, S. 36–41
  5. Meldung der RP-Online vom 11. März 2005
  6. Meldung der RP-Online vom 21. August 2009
  7. Antenne Düsseldorf: Meldung vom 18. November 2010
  8. Meldung der RP-Online vom 1.Dezember 2011
  9. Bauherrenvorlage der Stadt Düsseldorf 66/8/2006 S.5
  10. Bauherrenvorlage der Stadt Düsseldorf 66/152/2008
  11. Beschlußvorlage der Stadt Düsseldorf 66/119/2010 S.3
  12. Keine Stadtautobahn durch Derendorf
  13. Petra Kammerevert, MdEP: Entlastungsstrasse in Derendorf ist und bleibt verkehrspolitischer Unsinn

51.2391736.796578Koordinaten: 51° 14′ 21″ N, 6° 47′ 48″ O

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