Entlebuch LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Entlebuchf zu vermeiden.
Entlebuch
Wappen von Entlebuch
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1002i1f3f4
Postleitzahl: 6160–6163
UN/LOCODE: CH ENT
Koordinaten: 647518 / 20485446.9930528.063331723Koordinaten: 46° 59′ 35″ N, 8° 3′ 48″ O; CH1903: 647518 / 204854
Höhe: 723 m ü. M.
Fläche: 56,95 km² km²
Einwohner: 3290 (31. Dezember 2013)[1]
Website: www.entlebuch.ch
Entlebuch web.jpg

Karte
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Entlebuch ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südwesten des Kantons Luzern an der Hauptstrasse Luzern–Bern. Das gesamte Gemeindegebiet ist Hügel- oder Bergland. Das Dorf selber liegt in der Talmulde, welche die Kleine Emme geschaffen hat. An der Stelle, wo die Grosse Entlen in diese von rechts her einmündet. Nahe dem höchsten Punkt der Gemeinde, dem Wissgubergrat (1930 m.ü.M.) an der Grenze zum Kanton Obwalden, entspringt die Grosse Entlen, die entlang ihres gesamten Bachlaufs die Grenze zur Gemeinde Hasle bildet. Der gesamte hochgelegene Teil der Gemeinde ist stark bewaldet und stellenweise sehr sumpfig. In den unteren Zonen wurde der Wald gerodet, um Platz zu schaffen für die Landwirtschaft. Der Schlierengrat mit dem Bärnerstig (1649 m.ü.M.) bildet bis zur Schrotenegg die Kantonsgrenze zwischen Obwalden und Luzern. Diese führt dann in nordwestlicher Richtung hinüber zum Risetenstock (1759 m.ü.M.) – und von dort in nordöstlicher Richtung weiter zum Wängengrat. Westlich des Schlierngrats entspringt der (Entlebucher-) Rotbach. Dieser Bach liegt in einem kleinen Hochtal. Er mündet auf 1158 m.ü.m. von rechts in die Grosse Entlen ein. Ein weiterer Zufluss der Grossen Entlen ist der Älleggbach, der südlich des kleinen Weilers Brüederen (7,4 km südöstlich des Dorfs; 1079 m.ü.M.) in die Grosse Entlen einmündet. Nur wenig weiter unten – direkt nördlich von Brüederen – mündet von rechts der Eibach in die Grosse Entlen. Am Hang nördlich über dem Lauf der Grossen Entlen liegt der Ortsteil Finsterwald (3,5 km südöstlich des Dorfs; 1060 m.ü.M.). Der Fischbach, welcher westlich des Risetenstocks entspringt, bildet bis zu seiner Einmündung in den Rümlig die Grenze zur Gemeinde Werthenstein. Bis zum Gehöft Munistein bildet dann der Rümlig die Grenze. Zwischen Rümlig und dem weiter westlich liegenden Bramegggrat liegen die Weiler und Gehöfte, welche zusammen den Ortsteil Rengg bilden. Westlich des Brameggrats, bis hin zur Kleinen Emme, liegt der Ortsteil Ebnet (4 km nordnordöstlich des Dorfs; 723–727 m.ü.M.). Ebnet ist ein Strassendorf, welches aus den Weilern (von Süd nach Nord) Mülacher, Ebnet und Bleiki besteht. Am rechten Ufer der Grossen Fontannen liegt die Exklave Dieplischwand (3,8 km südwestlich des Dorfs; 808 m.ü.M.). Vom gesamten Gemeindegebiet wird die Hälfte (50,1 %) landwirtschaftlich genutzt. Wald und Gehölz bedecken 42,6 % des Areals und 3,6 % sind Siedlungsfläche.

Entlebuch grenzt an Doppleschwand, Hasle, Malters, Schüpfheim, Schwarzenberg, Werthenstein und Wolhusen im Kanton Luzern - sowie an die Gemeinden Alpnach und Sarnen im Kanton Obwalden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1745 1470
1798 1830
1816 2314
1837 2741
1850 3085
1910 2626
1960 3318
1980 3328
1990 3175
2000 3375
2006 3337
2007 3307
2009 3304
2010 3298
Einwohner Entlebuch 1745–2010

Von 1745 bis 1850 verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Danach sank sie durch Abwanderung in andere Regionen der Schweiz und Auswanderung nach Übersee bis 1910 – trotz hohen Geburtenüberschüssen (1850–1910: −14,9%). In den folgenden 50 Jahren bis zum Jahr 1960 wuchs sie dann erheblich (1910–1960: +26,4%). Nach einem Rückschlag in den Siebziger und Achtziger Jahren folgte nochmals ein Anstieg der nun aber gebremst ist.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Die Sprache des Entlebuchs weist erhebliche Unterschiede gegenüber der Mundart der Region Luzern auf. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 96,67% Deutsch, 0,74% Albanisch und 0,59% Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Unter anderem wegen der Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und aus dem Ausland hat sich dies geändert. Dennoch sind die Leute im Entlebuch auch heute noch strenggläubiger als im Landesdurchschnitt und Kirchenaustritte sind hier ebenfalls weniger häufig. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es sind 87,64% römisch-katholische, 4,40% evangelisch-reformierte und 0,33% orthodoxe Christen. Ausserdem gibt es 2.0% Muslime und 5,9% Konfessionslose und andere.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2006 waren von den 3'337 Einwohnern 3'186 Schweizer und 151 (=4,5%) Ausländer. Die letzte Volkszählung ergab 93,82% (einschliesslich Doppelbürger 94,41%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner aus dem Kosovo), Portugal, Deutschland und Italien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Entlebuch ist immer noch stark landwirtschaftlich geprägt, obwohl nur noch 20 Prozent der Arbeitsplätze in diesem Bereich liegen (verglichen mit dem 4%-Landesdurchschnitt ist das sehr viel).

Auf Nesslenbrunnenboden in Finsterwald wurden durch die Luzernische Erdöl AG (Leag)[2] von 1985 bis 1994 ca. 74 Mio. m3 Erdgas gewonnen und in die Transit-Gasleitung Holland-Italien gespeist.[3] Des Weiteren wurden 2'400 m3 Leichtöl gefördert.[4] Ein Industriedenkmal erinnert heute auf dem Freizeitplatz Bohrplatte daran.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bahnlinie Luzern–Bern und verfügt über einen eigenen Bahnhof. Ausserdem sind einzelne Ortsteile durch die Postautolinien Entlebuch–Ebnet und Entlebuch–Finsterwald-Gfellen erschlossen.

Entlebuch liegt an den Strassen (Luzern–)Wolhusen–Bern und (Luzern–)Wolhusen–Thun (über den Schallenberg). Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Emmen-Süd in 29 km Entfernung und Dagmersellen in 30 km Entfernung. Beide liegen an der A2.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin in Entlebuch

Auf Grund verschiedener Namen ist auf eine spätalemannische Besiedelung zu schliessen. Papst Innozenz II. bestätigte im Jahre 1139 dem Kloster Trub seinen Besitz in Enndlybuch. Auch andere Klöster besassen Grundbesitz in Entlebuch. Später wurden die Freiherren von Wolhusen die weltlichen Herren. Diese verkauften ihren Besitz an die Habsburger. Die Gemeinde gehörte dann bis 1385 zum Amt Wolhusen. Der Vogt Peter von Thorberg verwaltete um 1350 das Gebiet - er schränkte die Freiheiten der Bauern ein und erhöhte die Abgaben wodurch er sich bei den Leuten unbeliebt machte. Im Jahr 1385 gingen die Entlebucher daher ein Bündnis mit der Stadt Luzern ein. Sie zahlte den Habsburgern (als immer noch nominelle Herren) im Jahr 1405 300 Gulden für das Innere (=Entlebuch) und Äussere Amt Wolhusen. Die Entlebucher waren wie ihre Nachbarn in Obwalden sehr auf ihre Eigenständigkeit bedacht. So wehrten sie sich verschiedentlich gegen die Einflussnahme Luzerns. 1513 beteiligten sie sich am Zwiebelnkrieg und 1653 war das Entlebuch ein Zentrum der aufständischen Bauern im Bauernkrieg. Nach der Niederlage in Letzterem wurden die Freiheitsrechte eingeschränkt. Bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft gehörte der Ort zur Landvogtei Entlebuch; 1798 kam die Gemeinde zum Distrikt Schüpfheim und 1803 zum damals neu geschaffenen Amt Entlebuch. Übrigens ist Schüpfheim und nicht Entlebuch der Hauptort des Amts.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Entlebuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bohrinsel Schweiz, NZZ Folio 09/04
  3. Erdölrausch im Entlebuch, wanderweb.ch.
  4. Willi Huber: Finsterwald im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Picknickplätze, Tourismus Entlebuch.