Entmischung
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Unter einer Entmischung versteht man die Trennung einer homogenen Mischphase in zwei zueinander heterogene Mischphasen, bedingt durch das Eintreten der Mischphase in die Mischungslücke eines Phasendiagramms.
- In der Stadtplanung (und Architektur) spricht man in Zusammenhang mit der Nutzung der Grundstücke und Stadtquartiere von Entmischung, wenn die einzelnen Nutzungen auf eigenen voneinander getrennten Flächen stattfinden ohne sich gegenseitig zu stören, und sich nicht überlagern oder durchdringen können, wie dies in den Gründerzeitquartieren des 19. Jahrhunderts oftmals der Fall war. Unter Entmischung fällt zum Beispiel die Idee der autogerechten Stadt.
- In der Geologie weisen Perthite, Klinopyroxene in Orthopyroxen oder Ilmenit in Titanomagnetit typische Entmischungserscheinungen auf.
- In der Verfahrenstechnik ist Entmischung ebenso bekannt. Das Phänomen kann man zum Beispiel bei Müslipackungen beobachten. Durch Schütteln sinken die schweren Bestandteile wie Nüsse nach unten, während die leichten wie Haferflocken obenauf schwimmen (Paranuss-Effekt). Es bedurfte längerer Entwicklungsarbeit um Befüllungsmaschinen zu konstruieren, die eine gleichmäßige Mischung sowie unterschiedlichen Bestandteile ermöglichen.
- In der Festkörperphysik führt die Entstehung einer zweiten Phase in Legierungen durch Keimbildung und Wachstum zur Spinodalen Entmischung.
- Auch die Ausscheidung von Gasbläschen der zuvor gelösten Gasatome in Metallen stellt eine Form der Entmischung dar.
- Ebenso können sich Flüssigkeiten oder Emulsionen nach einiger Zeit entmischen.

