Entrance Grave

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Entrance Grave (dt. Eingangsgrab, auch "Scillonian Entrance Grave" oder "West County tomb" genannt) wird eine Bauform von Megalithanlagen genannt, von denen sich 14 in Cornwall (z.B. Bosiliack, Brane, Tregiffian) einige auf den Kanalinseln (La Varde, Le Creux ès Faïes, Les Pourciaux auf Alderney und Herm 1 auf Herm) und etwa 80 auf den Scilly-Inseln (alle England) sowie fünf im irischen County Waterford, (Carriglong, Carrigaventry, Harristown, Matthewstown und Mumnahoge) befindet. In der Bretagne (Kervihan) sind sie als „Dolmen in V-Form“ bekannt. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie neolithischer Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Entrance grave von Porth Hellick Down
Entrance grave Tregiffian

Eingangsgräber sind einfache, oft leicht keilförmige Galerien, die in relativ kleinen runden Steinhügeln liegen, aber nicht den etwas aufwändigeren Wedge tombs gleichen. Ihre Kammern haben horizontale Decken.

Datierung[Bearbeiten]

Die Abwesenheit frühneolithischen Materials und die häufige Entdeckung von bronzezeitlichen Urnen in den Cairns hat dazu geführt, dass diese Megalithanlagen ins Spätneolithikum datiert werden. Solche ausnahmslos späte Daten sind bei Megalithanlagen selten und ein Anzeichen dafür, dass im äußersten Westen Englands und auf der Insel Anglesey in Wales, alte Traditionen länger überlebten als im übrigen England und den meisten Teilen Großbritanniens. In Anbetracht der Belege scheinen Entrance Graves im späten 3. bis zum frühen 2. Jahrtausend v. Chr. errichtet worden zu sein, mit einer maximalen Nutzungszeit von etwa 700 Jahren.

Typisierung[Bearbeiten]

Einige Kammern sind auf ihrer gesamten Länge überdacht und einige haben einen oben offenen Bereich der von der Randsteinkante bis zur gedeckten Kammer reicht. Es gibt auch beim Grundriss mehrere Varianten. Glyn Daniel erstellte ein Klassifikationsschema aufgrund der Kammerform:

  • A) Zweielemente-Kammern; mit einer äußeren Bereich, der in einem Winkel auf den inneren trifft.
  • B) trapezoide Kammern; die in der Breite nach hinten zunehmen.
  • C) gebauchte Kammern; bei denen die Portal- und die Rückwand gleich breit sind, aber die Kammermitten breiter sind. Diese Klasse wird in C1 unterteilt (eine gerade Wand), und C2 – beide Wände ungerade, wobei letztere die häufigere ist.
  • D) gerade Kammern

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frances Lynch: Megalithic tombs and Long Barrows in Britain. Shire, Princes Risborough 1997, ISBN 0-7478-0341-2 (Shire archaeology 73).
  • Elizabeth Shee Twohig: Irish Megalithic tombs. Shire, Princes Risborough 1990, ISBN 0-7478-0094-4 (Shire archaeology 63).
  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003, ISBN 3-9300-3670-3.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

Weblinks[Bearbeiten]