Entropie (Sozialwissenschaften)

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Der Begriff Entropie wird nicht nur in Physik und Informationstheorie, sondern auch in den Sozialwissenschaften genutzt. In den Wirtschaftswissenschaften kommen beispielsweise Ungleichverteilungsmaße zur Anwendung, die gelegentlich auch als Entropiemaße bezeichnet werden. Dazu zählen insbesondere informationstheoretisch begründete Maße von Anthony Barnes Atkinson, Serge Kolm und Henri Theil. Schon eher mit wirtschaftsethischen Elementen vermischt sind Veröffentlichungen von Nicholas Georgescu-Roegen wie "The Entropy Law and the Economic Process" (1971).

Ausgehend von der häufigen und populären Gleichsetzung von Entropie mit „Unordnung“ wird Entropie in populären Darstellungen sozialwissenschaftlicher Themen bisweilen als Synonym für Unordnung gebraucht, so zum Beispiel von Manfred Wöhlcke.[1] Amitai Etzioni definiert Soziale Entropie als Zustand, in dem es keine soziale Ordnung und keine sozialen Bindungen gibt.[2] Für Daniel Lorenz entwickelt sich soziale Entropie dann, wenn soziale Erwartungen immer weniger erfüllt werden und die alltagsbasierte soziale Anschlussfähigkeit zunehmend schwindet.[3] Herbert Günzl sieht in sozialistischen Gesellschaften eine pathologische Sucht nach Gleichheit und Nivellierung und bezeichnet dies als soziale Entropie.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Entropie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wöhlcke, Manfred (2003): Das Ende der Zivilisation. Über soziale Entropie und kollektive Selbstzerstörung.
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]