Entsorgungslogistik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Entsorgungslogistik versteht man sämtliche logistische Maßnahmen zur Vorbereitung und Durchführung der Entsorgung. Dazu gehören alle planenden und ausführenden Tätigkeiten, die sich auf die Verwendung, Verwertung und geordneten Beseitigung der Entsorgungsobjekte beziehen.

Aufgabe[Bearbeiten]

Die Aufgabe der Entsorgungslogistik besteht in der räumlichen und zeitlichen Transformation von Rückständen. Rückstände sind alle Teile des betrieblichen Outputs, die bei den jeweiligen Prozessen zwangsläufig anfallen, aber nicht in das Endobjekt einfließen. Beispiele dafür wären nicht mehr verwendete Rohstoffe, Hilfsstoffe oder Betriebsstoffe.

Objekte[Bearbeiten]

Objekte der Entsorgungslogistik sind Rückstände und Abfälle im weiteren Sinn. Diese lassen sich in zwei weitere Bereiche gliedern: Abfälle zur Verwertung (Sekundärstoffe und Reststoffe) und Abfälle zur Beseitigung (Abfälle im engeren Sinn). Darüber hinaus werden produktionsbedingte und konsumptionsbedingte Rückstände voneinander unterschieden. Produktionsbedingte Rückstände sind Ressourcen, die während des Produktionsprozesses anfallen, jedoch nicht in das Endobjekt eingehen. Bei konsumptionsbedingten Rückständen handelt es sich beispielsweise um Verpackungen (zu Beginn der Produktverwendung), Batterien (während der Produktverwendung) oder Schrott (nach der Produktverwendung).

Ziele[Bearbeiten]

Die Entsorgungslogistik hat sowohl ökonomische als auch ökologische Ziele. Ökonomische Ziele sind beispielsweise die Reduzierung von Logistikkosten. Ökologische Ziele setzen sich zusammen aus der Schonung der natürlichen Ressourcen und der Minimierung der Emissionen im Rahmen entsorgungslogistischer Prozesse.

Sowohl Zielsetzungen als auch Aufgaben der Entsorgungslogistik werden durch gesetzliche Bestimmungen definiert. Vor allem in Bezug auf die Reihenfolge der Rückstandsbehandlung findet sich eine Fülle von gesetzlichen Vorschriften.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Subsysteme der Logistik: Beschaffungs-, Produktions-, Absatz- und Entsorgungslogistik

Die Entsorgungslogistik grenzt sich von anderen logistischen Subsystemen, wie der Beschaffungslogistik, Produktionslogistik und Distributionslogistik vor allem in Bezug auf den Objektbereich ab. Die Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik bezieht sich vor allem auf Produktionsgüter. Die Entsorgungslogistik konzentriert sich hingegen auf die in den Produktions-, Distributions- und Konsumtionsprozessen anfallenden Rückstände. Die Flussrichtung der Objekte ist ein weiteres Abgrenzungskriterium. Die Rückstände laufen bezogen (verglichen) auf die Material- und Produktströme in die entgegengesetzte Richtung. Ein weiterer Unterschied zwischen der Entsorgungslogistik und den anderen logistischen Subsystemen liegt im bereits erwähnten Zielbezug. Entsorgungslogistische Ziele sind sowohl ökonomisch als auch ökologisch ausgerichtet, wohingegen in der Versorgungslogistik die Ökologie in der Befolgung von Umweltschutzzielen Beachtung findet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Endl: Die entsorgungslogistische Prozeßkette. 1998
  • Jansen: Handbuch Entsorgungslogistik. 1998