Entwässerungsrinne

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Eine Entwässerungsrinne ist ein Bauteil zur Linienentwässerung von Oberflächen. Diese gibt es in verschiedenen Nennweiten (Nennweiten = lichtes Innenmaß). Entwässerungsrinnen erfüllen die Funktion, anfallendes Niederschlagswasser aus angrenzenden befestigten Flächen aufzunehmen, zu transportieren und zur Kanalisation abzuleiten. Im Vergleich zur Punktentwässerung sind die mit Hilfe von Entwässerungsrinnen entwässerten Flächen eben und weisen eine leichte Neigung zur Linienentwässerung hin auf.

Rinnen mit Rostabdeckungen[Bearbeiten]

Diese Rinnen bestehen aus einem Rinnenunterteil und einem z. B. geschlitzten Rost als Auflage. Die Unterteile können aus verschiedenen Materialien (Edelstahl, bandverzinktem oder feuerverzinktem Stahl, Gusseisen, faserbewehrtem Beton, Polymerbeton, Stahlbeton, Kunststoff) gefertigt sein, je nach Belastungsklasse und Verwendungszweck der Rinne. Die Roste können ebenfalls aus verschiedenen Materialien hergestellt sein und unterschiedliche Schlitzweiten bzw. Maschenweiten aufweisen. Die Roste werden entweder eingelegt oder aufgelegt und mechanisch verriegelt oder mit dem Rinnenunterteil verschraubt. Daneben gibt es auch fest eingebaute Roste, welche sich nicht entfernen lassen.

Schlitzrinnen[Bearbeiten]

Schlitzrinne aus Edelstahl mit Kleinpflasterzeilen eingefasst

Eine andere Form der Linienentwässerung sind Schlitzrinnen. Dies sind z.B. Betonfertigteile, die neben einer runden oder ovalen Wasserführung an der Oberseite einen durchgehenden oder unterbrochenen Schlitz zur Aufnahme des zufließenden Wassers. Schlitzrinnen gibt es auch mit anbetoniertem Bordstein aber auch aus Edelstahl oder verzinktem Stahl für den Fassadenbereich. Diese Stahlrinnen nennt man auch Fassaden-Schlitzrinnen.

Ableitung des Wassers[Bearbeiten]

Die Ableitung des in der Rinne geführten Wassers erfolgt über einen am Rinnenkörper vorhandenen Abflussstutzen in einer genormten Größe (DN 100, 150 usw. je nach Nennweite der Rinne) oder über einen Sinkkasten. An diesem Stutzen werden Entwässerungsleitungen angeschlossen und über diese wird das Wasser zum Abwasserkanal geleitet und bindet dort über einen Schacht oder ein Abzweigstück ein.

Folgende Entwässerungsrinnen gibt es:

  • mit eingebautem Gefälle, meist gibt es 10 Gefällestufen.
  • ohne eingebautes Gefälle. In diesem Fall baut sich ein Wasserspiegelgefälle auf und das Wasser fließt genauso ab. Ein Innengefälle ist hydraulisch nicht notwendig.

Entwässerungsrinnen gibt es in den genormten Belastungsklassen A 15 bis F 900 von Fußgänger- bis Schwerlastverkehr. Die Belastungsklassen sind in der EN 1433 beschrieben. Rinnen, die dieser Norm entsprechen, müssen außerdem ein CE Zeichen haben. Entwässerungsrinnen der Belastungsklasse D 400 sind für Autobahnen zugelassen, nicht aber quer zur Fahrtrichtung.

Im Straßenbau sind die RAS-Ew zu beachten.

Bei der Herstellung und beim Einbau sind die geltenden Normen, insbesondere die EN 1433, zu beachten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]