Entzauberung der Welt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Entzauberung der Welt ist ein von dem Ökonomen und Soziologen Max Weber in seinem später publizierten Vortrag Wissenschaft als Beruf von 1917 entwickelter und an verschiedenen Stellen seines Werks verwendeter Begriff, mit dem er die Entwicklung zusammenfasst, die sich aus der Intellektualisierung und Rationalisierung ergibt, die vor allem mit der Entwicklung der Wissenschaft einhergeht.

„Die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung bedeutet also nicht eine zunehmende allgemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht. Sondern sie bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran: daß man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren könnte, daß es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbaren Mächte gebe, die da hineinspielen, daß man vielmehr alle Dinge – im Prinzip – durch Berechnen beherrschen könne. Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt. Nicht mehr, wie der Wilde, für den es solche Mächte gab, muss man zu magischen Mitteln greifen, um die Geister zu beherrschen oder zu erbitten. Sondern technische Mittel und Berechnung leisten das. Dies vor allem bedeutet die Intellektualisierung als solche.“

Max Weber, Wissenschaft als Beruf, München 1919

Die Abkehr von „magischen Mitteln“, die Weber in diesem Prozess ausmacht, sind im Kontext der zunehmenden Entchristlichung und Säkularisierung der westlichen Gesellschaft zu sehen (siehe auch: okzidentaler Rationalismus).

Eine ähnliche Entwicklung beschrieb Friedrich Schiller poetisch in seinem Gedicht Die Götter Griechenlandes, in dem er „die entgötterte Natur“ beschreibt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schillers Gedichte, Klaus L. Berghahn (Hg.), Königstein/Taunus 1980, S. 149 (PDF; 126 kB)