Eosinophiles kationisches Protein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eosinophiles kationisches Protein
Vorhandene Strukturdaten: 1dyt, 1h1h, 1qmt
Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 133 Aminosäuren
Bezeichner
Gen-Name RNASE3
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.1.27.-Nuklease
Reaktionsart Hydrolyse
Substrat RNA
Produkte Abbauprodukte
Vorkommen
Homologie-Familie RNAse 4
Übergeordnetes Taxon Wirbeltiere

Das Eosinophile kationische Protein (engl. eosinophil cationic protein, ECP) ist ein vom menschlichen Körper produziertes Antibiotikum und Anthelminthicum. Es wird selektiv in eosinophilen Granulozyten synthetisiert. Es ist neben EDN eines der Hauptkomponenten der eosinophien Granula. Bei beiden Proteinen handelt es sich um Ribonukleasen der Superfamilie RNase A. Ähnliche RNAsen sind in allen Wirbeltieren anzutreffen.

Wirkung[Bearbeiten]

ECP wird im Rahmen von Entzündungsreaktionen von den eosinophilen Granulozyten in das umgebende Gewebe sezerniert und wirkt lokal zytotoxisch, unter anderem auf verschiedene Bakterien und Parasiten, aber auch auf körpereigene Zellen, z. B. auf das Epithel in den Atemwegen.

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten]

Die Eosinophilen Granulozyten spielen eine bedeutende Rolle bei der Pathogenese des Asthma bronchiale.[1] Es besteht eine enge Korrelation zwischen Anzahl der Eosinophilen und der ECP-Konzentration. Da auch eine Korrelation zwischen der ECP-Konzentration im Blut und dem Ausmaß des Asthmaschweregrads besteht, kann dieser Parameter z. B. einen Beitrag zur Verlaufskontrolle einer Asthmatherapie leisten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Fiocchi, L. Terracciano, A. Martelli, F. Guerriero, L. Bernardo: The natural history of childhood-onset asthma. In: Allergy and asthma proceedings : the official journal of regional and state allergy societies. Band 27, Nummer 3, 2006 May-Jun, S. 178–185, ISSN 1088-5412. PMID 16913259.