Epididymitis

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Klassifikation nach ICD-10
N45 Orchitis und Epididymitis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Typische Schwellung bei Epididymitis

Epididymitis wird die Entzündung des Nebenhodens genannt. Sie entsteht meist durch ein Aufsteigen einer Blasen- oder Prostataentzündung (auch: nach transurethraler Prostataresektion oder einer Vasektomie) über den Samenstrang und kann einseitig oder beidseitig auftreten. Es wird zwischen zwei Typen der Krankheit unterschieden, der akuten und der chronischen Epididymitis.

Typische Erreger sind Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis, aber auch alle Zystitis-verursachenden Bakterien.

Symptome[Bearbeiten]

An Symptomen findet man langsam zunehmende starke Schmerzen, Rötung und Übererwärmung des Hodens und Schwellung im Hoden, eventuell Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen, ähnlich wie bei einem Harnwegsinfekt. Zudem kann auch Blut in Urin und im Ejakulat auftreten. Begleitend, wie auch einige Tage vorher, kann das Ejakulat gelblich wirken als Zeichen der Eiterbeimengung. Mitunter können die Symptome mit der gefährlichen Hodentorsion verwechselt werden, bei der oft nur ein kurzes Zeitfenster zur Rettung des Hodens bleibt. Bei Schmerzen im Hoden sollte daher immer rasch ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnostik[Bearbeiten]

Therapie[Bearbeiten]

Allgemeine Behandlungsmethoden, die zur Schmerzlinderung und zum positiven Verlauf des Heilprozesses beitragen, umfassen strikte Bettruhe, Kühlung (mit Eisumschlägen) und Hochlagern der Hoden. Die Hochlagerung des Hodens ist äußerst wichtig, da sich so die Gefahr einer reaktiven Zystenbildung (Spermatozele) des Nebenhodens verringert. Die Krankheit kann bis zu 10 Tage andauern und sollte alle 3–4 Tage sonografisch untersucht werden. Bis sich der Hodensack wieder normal anfühlt können bis zu 6 Wochen vergehen.[1] Die meist typische Verhärtung des Nebenhoden-Kopfes kann bis zu drei Monate bestehen bleiben. Ein Spermiogramm, ca. 6 Wochen nach durchgemachter Entzündung, kann Aufschluss darüber geben, ob die Erkrankung die Spermienqualität eingeschränkt oder sogar Unfruchtbarkeit hervorgerufen hat (in ca. 2 von 10 Fällen).

Je nach Krankheitserreger kommen verschiedene Antibiotika zum Einsatz.[2][3]

Krankheitserreger Ätiologie Antibiotikum
Neisseria gonorrhoeae Sexuell übertragen Cephalosporine oder Gyrasehemmer
Chlamydia trachomatis Doxycyclin
Erreger unbekannt (einmalig) Ceftriaxon und Doxycyclin
Enterobakterien, Pseudomonas, Enterokokken Urinogen Gyrasehemmer (z. B. Levofloxacin, Ofloxacin oder Ciprofloxacin)

Epidemiologie[Bearbeiten]

Epididymitis macht 1 von 144 ambulanten Besuchen (0,69 %) von Männern zwischen 18 und 50 Jahren aus, oder 600.000 Fälle bei Männern von 18 bis 35 in den Vereinigten Staaten. Primär tritt die Krankheit bei Männern von 16 bis 30 und 51 bis 70 Jahren auf.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Colombo: Hoden- und Nebenhodenentzündung (Orchitis u. Epididymitis). In: Krankheiten. NetDoktor.at, abgerufen am 30. Juni 2010: „Es können bis zu sechs Wochen vergehen, bis sich der Hodensack wieder normal anfühlt.“
  2. Jürgen Wehner: Nebenhodenentzündung / Epididymitis. MedizInfo, abgerufen am 30. Juni 2010.
  3.  Dieter Hauri, Peter Jaeger: Checkliste Urologie. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-572904-4, S. 486.
  4.  Trojian TH, Lishnak TS, Heiman D.: Epididymitis und Orchitis: ein Überblick. In: Am Fam Physician. 79, Nr. 7, 1. April 2009 (Originaltitel: Epididymitis and orchitis: an overview.), S. 538–7, PMID 19378875.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!