Epiphanias-Kirche (Bochum)

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Epiphanias-Kirche, Bochum-Hamme
Die Ephiphaniaskirche von Süden

Die Ephiphaniaskirche von Süden

Daten
Ort Bochum,
Nordrhein-Westfalen
Architekt Wilhelm Tiefenbach
Baujahr 1929
Höhe 29,5 m
Koordinaten 51° 29′ 47″ N, 7° 11′ 19″ O51.496327.188537Koordinaten: 51° 29′ 47″ N, 7° 11′ 19″ O
Besonderheiten
Autobahnkirche

Die evangelisch-lutherische Epiphaniaskirche in Bochum-Hamme, deren Name an die Erscheinung Christi vor den Weisen aus dem Morgenland erinnert, entstand ab 1929 nach Entwürfen des Castrop-Rauxeler Architekten Wilhelm Tiefenbach. Die Epiphaniaskirche wurde am 30. Mai 2010 als erste Autobahnkirche in einer Großstadt eröffnet[1] und 2011 in die Route der Industriekultur aufgenommen.

Baugeschichte und Bauwerk[Bearbeiten]

Ein Konflikt innerhalb der evangelisch-unierten Gemeinde Hamme führte 1895 zur Gründung der Epiphaniaskirchengemeinde, die sich 1928 der altlutherischen Kirche in Preußen anschloss. Heute gehört die Kirchengemeinde zum Kirchenbezirk Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 7. Juli 1929 und am 2. Februar 1930 wurde die Kirche geweiht.

Das Gesamtensemble besteht aus Kirche, Turm, dem unter der Kirche angeordneten Gemeindesaal und dem Pfarrhaus. Die Kirche entstand im Bauhaus-Stil, mit den typischen schlichten, streng geometrischen Formen. Die Eisenbetonkonstruktion der Anlage wurde in expressionistischen Formen rot verklinkert. Auf der Südostecke des Ensembles erhebt sich auf quadratischem Grundriss der 29,5 Meter hohe Turm, dessen Südwestecke um ein Geschoss höher und leicht nach vorne versetzt ist und von einem stählernen Kreuz bekrönt wird. Den Turm prägen schlitzartige vertikal angeordnete Fenster unter gereihten, hochrechteckigen Schallöffnungen. Der zweieinhalbgeschossige Wohntrakt gliedert sich nordöstlich an die Kirche an. Trotz mancher Kriegsschäden und der damit verbundenen Veränderungen hat sich das fortschrittliche, expressive Konzept der Baugruppe erhalten.

Der im Ganzen schlicht wirkende Bau fügte sich einst gut in die durch Industriebauten geprägte Umgebung ein. Wer sich jedoch auf den Weg in das Innere der Kirche macht, dem bietet sich ein ganz anderes Bild: Langhaus und Chor der Kirche gliedern schmale farbige Fensterbahnen, die Stirnseite belichtet ein Rundbogenfenster. Den Kirchenraum prägen die dreiseitig umlaufenden, ausschwingenden Emporen, die gegenüber dem Chor von einer Schuke-Orgel eingenommen werden. Eine über den Emporen herabgestufte Flachdecke schließt den Raum. Die Emporenkirche mit ihrem Saal im Sockelgeschoss ist im Vergleich zum massig dunklen wirkenden Außenbau durch die Hochrechteckfenster hell, licht und wirkt freundlich.

Ausstattung[Bearbeiten]

  • In der Mitte des Altarraumes steht hoch aufgerichtet das 1,65 m hohe fast lebensgroße Kreuz des universale Christus welches 1956 von dem Essener Architekten und Bildhauer Ernst Hackländer (* 31. Juli 1913 Essen) aus Stein gegossen und am 27. Mai 1956 geweiht wurde.
  • Die Kirche besitzt ein Kreuz, dessen Sockel aus einem Zünder der Bombe, welche am 19. Februar 1945 das Pfarrhaus zerstörte, besteht. Das Kreuz selbst ist aus geschmolzenen Resten der Kirchenglocke der damaligen altlutherischen Kirche St. Petri in Wuppertal-Elberfeld gefertigt.
  • Die drei Gussstahl Glocken wurden 1929 im Bochumer Verein gegossen.
  • Die Schuke-Orgel (3-manualig), 23 klingende Register - mit neuen Prospekt -wurde 2004 in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht (Baujahr 1975 - früherer Standsort Friedenskirche Essen-Königssteele)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Autobahnkirchen im Ruhrgebiet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Die-erste-Autobahnkirche-im-Revier-id3333195.html WAZ 15. Juni 2010