Epitaph (Grabinschrift)

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Epitaph für Johann Heinrich von Ehrenberg mit Frau und acht Kindern um 1590 in der Bergkirche Heinsheim
Epitaph für Johann Heinrich von Ehrenberg mit Frau und acht Kindern um 1590 in der Bergkirche Heinsheim
Epitaph des Ritters Fuchs von Kannenberg um 1550 an der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus (Gundelsheim)
Epitaph des Ritters Fuchs von Kannenberg um 1550 an der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus (Gundelsheim)

Das Epitaph ([älteres] Griechisch επιτάφιο[ν], „das auf dem Grab Befindliche“, Plural Epitaphe) oder (latinisiert) das Epitaphium (eingedeutschter Plural Epitaphien) ist eine Grabinschrift oder ein Denkmal zum Gedenken an einen Verstorbenen. Die ältesten Epitaphe wurden auf ägyptischen Sarkophagen gefunden. Griechische Epitaphien waren meist als Epigramm verfasst.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition und Abgrenzung

Der lateinische Begriff „epitaphium“ bezeichnet eine Grabinschrift oder eine Gedenktafel für einen Verstorbenen. Isidor von Sevilla gebrauchte für das Epitaphium die Bezeichnung „supra tumulum“.

Das Epitaph kann unabhängig vom tatsächlichen Begräbnis des Verstorbenen lokalisiert werden, wie zum Beispiel an den Außenmauern von Kirchen.

Die zahlreichen Varianten des Epitaphs lassen sich im Typus grob untergliedern:

  1. die im Wortsinn gefertigte Inschriftenplatte,
  2. die Inschriftenplatte mit motivischen Elementen,
  3. das Bildepitaph
  4. das „mehrteilige Epitaph“ beziehungsweise seine überlieferten Bestandteile, wozu mehrere der folgenden Elemente gehören müssen:
ein Gnadenbild
eine Inschriftentafel
ein Wappenschild oder eine figürliche Darstellung des Gedächtnisinhabers als Adorant[1]

Epitaphe werden seit dem 14. Jahrhundert häufig nicht am Grab selbst, sondern z. B. an Wänden oder Säulen einer Kirche angebracht. Ein Vorläufer des Epitaphs in dieser Form ist der Totenschild. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das Verfassen von Epitaphen zu einer literarischen Mode.

Im Barock erreichen Epitaphien durch allegorische Darstellungen und architektonische Details enorme Ausmaße.

[Bearbeiten] Beispiele

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Vgl. Wäß, 2006, S. 203

[Bearbeiten] Literatur

  • Katarzyna Cieślak: Tod und Gedenken. Danziger Epitaphien vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, Lüneburg: Institut Nordostdeutsches Kulturwerk, 1998. (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung / hrsg. von Udo Arnold, Bd. 14)
  • Enno Hanning: Hier liegen meine Gebeine, ich wollt' es wären Deine. Grabinschriften für alle Fälle, Kurze-Verlag, 1996
  • Anne-Dore Ketelsen-Volkhardt: Schleswig-Holsteinische Epitaphien des 16. und 17. Jahrhunderts, Neumünster: Karl Wachholtz, 1989. - 352 S. (Studien zur Schleswig-holsteinischen Kunstgeschichte, Bd. 15)
  • Arno Langkavel: Auf Spurensuche in Europa - Denkmäler, Gedenktafeln und Gräber bekannter und unbekannter Astronomen. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main, 2006. 375 S.
  • Paul Schoenen: Epitaph aus Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte, Bd. V, 1967. - Sp. 872-921
  • Das Epitaph, Die Inschriftenplatte oder das Epitaph im Wortsinn und Die Inschriftenplatte mit motivischen Elementen, in: Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen (= Band 1), Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts (= Band 2, erfasst zahlreiche Epitaphien des 14. Jh./ teils mit Abbildung), Bristol u.a. 2006, S. 205-208. ISBN 3-86504-159-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Epitaphe – Bilder, Videos und Audiodateien
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