Eppendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Eppendorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eppendorf
Eppendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eppendorf hervorgehoben
50.79916666666713.227777777778460Koordinaten: 50° 48′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 33,7 km²
Einwohner: 4360 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09575
Vorwahl: 037293
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 110
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Großwaltersdorfer Str. 8
09575 Eppendorf
Webpräsenz: www.gemeinde-eppendorf.de
Bürgermeister: Helmut Schulze (CDU)
Lage der Gemeinde Eppendorf im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Eppendorf ist eine deutsche Gemeinde im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Überregional bekannt ist Eppendorf durch die größte Dorfkirche Sachsens.

Geografie[Bearbeiten]

Panoramablick über Eppendorf

Die Gemeinde Eppendorf liegt im unteren Erzgebirge, etwa 20 Kilometer östlich von Chemnitz und 15 Kilometer südwestlich von Freiberg. Eppendorf erstreckt sich entlang der Großen Lößnitz, einem Nebenfluss der Flöha.

Neben Eppendorf gehören die ehemals selbständigen Gemeinden Kleinhartmannsdorf (Eingliederung am 1. Oktober 1995)[2] und Großwaltersdorf (Eingliederung am 1. Oktober 1998)[3] zur Gemeinde.

Typisch für das Gebiet sind die langgezogenen Siedlungen, die oft Bachläufen folgen, sowie die ausgedehnten Felder und Weiden auf den Hochflächen zwischen den Flusstälern. Das Gemeindegebiet ist von landwirtschaftlichen Flächen geprägt, nur im Nordwesten findet sich ein etwa 100 ha umfassender Forst. Größere Wälder befinden sich an den Ortsgrenzen auf Borstendorfer und Leubsdorfer Flur. Im Südosten der Gemeinde wird mit der Waltersdorfer Höhe (590 m ü. NN) der höchste Punkt erreicht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Eppendorf sind Brand-Erbisdorf im Nordosten, Großhartmannsdorf im Osten, Lengefeld im Süden, Borstendorf im Südwesten, Leubsdorf im Westen sowie Oederan im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert entstanden Eppendorf und Ebersbach (heute mit Eppendorf verschmolzen) durch Kolonisten planmäßig als Waldhufendörfer. Schriftlich taucht Eppendorf erstmals 1336 bei der Verpfändung des Schlosses Schellenberg durch den Markgrafen Friedrich von Meißen an Vogt Heinrich II., den Älteren auf. Kleinhartmannsdorf wurde 1376, Großwaltersdorf 1378 erstmals urkundlich erwähnt.

Um 1560 ließ Kurfürst August ein Jagdschlösschen mit Rittergut und Vorwerk in Eppendorf errichten. Vom kleinen Schloss sind heute kaum noch Spuren zu finden, das Gut kam in den Besitz des Erbgerichtes. Seit 1590 gehörte der Ort zum Amt Augustusburg.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren die Bewohner vorwiegend in der Landwirtschaft tätig. Die mittelmäßige Bodenqualität und Wildschäden führten früher mitunter zu Missernten und in deren Folge zu Hungersnöten. Eppendorf und seine Umgebung wurden auch von den Hussitenkriegen, dem Dreißigjährigen Krieg und Pestepidemien nicht verschont.

1551 zählte man in Eppendorf

In Eppendorf, wie auch in anderen Gemeinden des unteren Erzgebirges, hielt ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung Einzug. Die ersten Fabriken produzierten Spielwaren. 1891 wurde die Schuhfabrik Haug und Leonhardt gegründet.

Albertplatz

Die Schuhfabrik (in der DDR unter dem Namen „Kranich“), der VEB „Planet“ Wäschekonfektion und der VEB „Ratiomat“ Küchenmöbel waren die drei großen Betriebe in Eppendorf, die das Bild des Ortes bis Anfang der 1990er Jahre bestimmten.[4] 1995 übernahm Ursula Pfeiler einen kleinen Teil der „Planet“ Wäschekonfektion und führte ihn als Pfeiler Wäschetradition OHG weiter. Seit die Unternehmerin in den Ruhestand ging, wird die Firma als Pfeiler Wäsche Manufaktur GmbH seit 2007 von Christoph Hagedorn geleitet.[5]

Heute ist die Wirtschaft in Eppendorf klein- und mittelständisch strukturiert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010
Einwohner 5916 5817 5551 5270 5068 4863 4721 4538

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007 (Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen)

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[6]
Wahlbeteiligung: 59,7 % (2004: 53,3 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,8 %
22,0 %
15,5 %
7,1 %
4,5 %
2,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,0 %p
+9,1 %p
+0,7 %p
-2,5 %p
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+2,1 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

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Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Wappen[Bearbeiten]

Das Eppendorfer Wappen setzt sich aus den drei alten Wappen der Teilorte Eppendorf (Kranich), Kleinhartmannsdorf (Hand) sowie Großwaltersdorf (Ross) zusammen.

Blasonierung: „In einem erniedrigten und im stumpfen Winkel auslaufenden Deichselschnitt geteilt; oben in Blau ein silberner Kranich, mit seinem rechten Fuß einen silbernen Stein haltend; vorn unten in Grün eine aus dem vorderen Schildrand wachsende silberne Rechthand, einen kleinen silbernen Tisch haltend; hinten in Gold aus dem hinteren Schildrand wachsendes schreitendes schwarzes Ross.“

Das Wappen wird nach Beschluss des Gemeinderates vom 11. Juni 2002 im Dienstsiegel geführt. Der Entwurf des Wappens stammt von Gerhard Bieber, Dipl.-Designer. Vorangegangen war eine Befürwortung des Sächsischen Hauptstaatsarchivs im Mai 2002.[7]

Das alte Gemeindewappen Eppendorfs zeigt einen Kranich, der einen Stein in der erhobenen Kralle hält. Dieses Symbol besagt, dass der Stein bei nachlassender Wachsamkeit auf die Krallen des anderen Fußes fällt. Der Kranich ist seit 1814 im Gemeindesiegel bezeugt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Eppendorf pflegt seit dem 12. September 1990 eine Partnerschaft mit der Stadt Lohmar in Nordrhein-Westfalen. Diese wurde um die Lohmarer Partnergemeinden Frouard und Pompey in Lothringen erweitert; die beiden französischen Gemeinden nahe Nancy verbindet eine Brücke über die Mosel. Am 20. November 1999 wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen dem Ortsteil Kleinhartmannsdorf und der tschechischen Gemeinde Malkov am Fuß des Erzgebirges unterzeichnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche in Eppendorf wurde 1865 geweiht. Sie entstand nach Plänen des Architekten Christian Friedrich Arnold und gilt als größte Dorfkirche Sachsens.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Neben kleineren Landwirtschafts- Handels- und Handwerksbetrieben spielt der Tourismus eine zunehmende Rolle im Wirtschaftsgefüge der Gemeinde (zwei Hotels, Ferienhäuser und Pensionen). Am südlichen Ortsausgang von Eppendorf wurde das Gewerbegebiet Reifländer Straße ausgewiesen.

Eppendorf ist Standort einer Grundschule sowie einer Oberschule.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Eppendorf liegt am Schnittpunkt mehrerer Staatsstraßen, wodurch die nächstgelegenen Bundesstraßen 101, 173, 174 und 180 in einer Entfernung von maximal 10 Kilometern zu erreichen sind.

Zur Bundesautobahn 4 gelangt man über die Anschlussstellen Oberlichtenau, Frankenberg, Hainichen oder Siebenlehn.

Direkte Verkehrsverbindungen per Bus bestehen praktisch in alle Richtungen, zum Beispiel nach Zschopau, Augustusburg, Flöha, Chemnitz, Oederan, Brand-Erbisdorf und Freiberg.

Eppendorf besaß von 1893 bis 1967 einen Bahnhof an der Schmalspurbahn Hetzdorf–Eppendorf–Großwaltersdorf. Nach deren Stilllegung befindet sich der nächste Bahnhof etwa acht Kilometer entfernt an der Flöhatalbahn (Bahnhof Grünhainichen-Borstendorf).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Manfred Wünsche, Ortschronist

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  4. Ortsgeschichte auf gemeinde-eppendorf.de. Abgerufen am 12. August 2011 (deutsch).
  5. Firmenportrait der Pfeiler Wäsche Manufaktur. Abgerufen am 19. Oktober 2011 (deutsch).
  6. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14522110
  7. gemeinde-eppendorf.de//wappen. Abgerufen am 12. August 2011 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eppendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien