Erbach (Odenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Erbach
Erbach (Odenwald)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Erbach hervorgehoben
49.6583333333338.9958333333333250Koordinaten: 49° 39′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 250 m ü. NN
Fläche: 62,67 km²
Einwohner: 13 608 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64711
Vorwahl: 06062
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 006
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Neckarstraße 3
64711 Erbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Harald Buschmann (CDU)

Erbach ist die Kreisstadt des Odenwaldkreises in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Erbach liegt in 200 bis 560 Meter Höhe im Odenwald im Tal der Mümling.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Erbach grenzt im Norden an die Stadt Michelstadt, im Osten an den Markt Kirchzell (Landkreis Miltenberg in Bayern), im Süden an die Gemeinde Hesseneck und die Stadt Beerfelden sowie im Westen an die Gemeinde Mossautal (alle drei im Odenwaldkreis). Eine für 2009 vorgesehene Fusion mit der Nachbarstadt Michelstadt wurde im November 2007 durch einen Bürgerentscheid verhindert. Es wird nun vorerst nach Möglichkeiten gesucht, die Zusammenarbeit der Gemeinden zu vertiefen, und eventuell in einigen Jahren erneut eine Fusion zu prüfen.[1]

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Seit den Eingemeindungen im Rahmen der Gebietsreform von 1972 besteht die Kreisstadt Erbach aus zwölf Stadtteilen:

Stadtteil Fläche Einwohner Anmerkungen
Bullau 9,98 km² 410 mit dem Weiler Eutergund
Dorf-Erbach 4,08 km² 1.610 mit dem Weiler Habermannskreuz
Ebersberg 3,59 km² 250
Elsbach 3,01 km² 120
Erbach 10,89 km² 8.410 mit dem Weiler Roßbach
Erbuch 130 mit Ernsbach
Erlenbach 4,28 km² 900
Ernsbach 110 mit Erbuch
Günterfürst 4,08 km² 760
Haisterbach 5,88 km² 420 mit dem Weiler Marbach
Lauerbach 2,27 km² 400
Schönnen 5,53 km² 320

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,9 12 35,4 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,7 11 39,3 14
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft der Kreisstadt Erbach e.V. 13,5 4 17,9 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,9 3 7,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1
Gesamt 100,0 31 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,4 55,4

[Bearbeiten] Bürgermeister

Von 1919 bis 1933 war Wilhelm Dengler (SPD) Bürgermeister in Erbach. Bei der Wahl am 26. März 2006 wurde Harald Buschmann (CDU) mit 51,8 Prozent der Stimmen als Bürgermeister im Amt bestätigt.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: In Rot ein blauer Schrägwellenbalken, der mit drei sechsstrahligen roten Sternen belegt ist. Die drei Sterne sind den zwei Weißen und einem Roten der Grafen Erbach (bis 1806 Regenten des Odenwalds) nachempfunden.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Erbach besitzt vier Städtepartnerschaften in Europa. Dies sind:

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Schloss der Grafen zu Erbach-Erbach

Schloss Erbach

Siehe Hauptartikel: Schloss Erbach (Odenwald)

Die alte gräfliche Burg der Grafen von Erbach wurde im 18. Jahrhundert zu einem Schloss ausgebaut. Bedeutend sind die dort untergebrachten Sammlungen des Schlosses des Grafen Franz I. (1754–1823), die auch in ihrer originalen Präsentation bis heute erhalten sind.

Zum Schloss-Ensemble gehört auch die ebenfalls spätbarocke Orangerie mit dem Schlossgarten.

[Bearbeiten] Städtel

Nördlich des Schlosses befindet sich der mittelalterliche Kern Erbachs. Seit dem 14. Jahrhundert sind hier die Höfe der Burgmannen nachweisbar, von denen sich Teile bis heute im Bereich der Straße Städtel erhalten haben. Baugeschichtlich am bedeutendsten ist das sogenannte Templerhaus, Sitz der Familie Echter (Städtel 15a/ 21). Die sogenannte Habermannsburg (Städtel 26), Sitz der Familie von Habern, schließt nordwestlich an die Nebengebäude des Schlosses an. Das Burgmannenhaus Pavey bildet den nordwestlichen Abschluss der Burgsiedlung und lehnte sich an die Stadtbefestigung an.

[Bearbeiten] Bürgerinitiativen

Im Bereich der Orangerie und des Schlossgartens konnte eine Bürgerinitiative in den 1970er Jahren deren Abriss und den Bau eines Hotelhochhauses anstelle der Orangerie verhindern.

Das am 28. Juli 2005 von seinem Sockel gestürzte und dabei zerbrochene Denkmal des Grafen Franz I. – letzter regierender Graf – auf dem Schlossplatz wurde mit Unterstützung zweier Darmstädter Künstlerinnen und Erbacher Bürger instandgesetzt und wiederaufgerichtet. Finanziert wurde die Restauration durch Zuschüsse vom Landesamt für Denkmalpflege sowie mit Spendengeldern.

[Bearbeiten] Erdbacheinschlupf

Eine geologische Besonderheit ist das vollständige Versickern des Erdbachs innerhalb der Gemarkung Dorf-Erbach. Der Erdbach tritt bei Stockheim wieder ans Tageslicht. Es gibt mehrere Stellen, an denen der Bach versickert.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Wiesenmarkt/Eulbacher Markt

Der Erbacher Wiesenmarkt hieß ursprünglich bis in die 1960er Jahre Eulbacher Markt oder Eulbacher Wiesen(Vieh-)markt. Eulbach ist ein Stadtteil von der Nachbarstadt Michelstadt. Er war ein regional sehr bedeutender Vieh-, Pferde- und Bauernmarkt.

Der Vieh- und Bauernmarkt wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts oder sogar erst im 20. Jahrhundert von den Grafen von Eulbach nach Erbach verlegt. Bis um 1960 war der Vieh- und Pferdemarkt mit den begleitenden Pferderennen und anderen Pferdesportarten der Hauptbestandteil des Eulbacher Marktes. Das am Eingang des Wiesenmarktes gelegene Schützenhaus deutet jedoch darauf hin, dass der Eulbacher Markt zumindest in Teilen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Erbach stattgefunden haben muss: Hier trafen sich die demokratischen Revolutionäre 1848 und auf dem (heutigen Wiesenmarkt-)Gelände neben dem Schützenhaus fand 1848 die historische Odenwälder Volksversammlung unter der Leitung des Michelstädter Revolutionärs und Rechtsanwalts Ludwig Bogen statt.

[Bearbeiten] Museen

Das Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach besteht seit 1966 und ist einzigartig in Europa, stellt es doch fast ausschließlich Elfenbeinkunst aus. Auch kann man ortsansässige Schnitzer bei ihrer künstlerischen Arbeit beobachten.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Franz I. (1754–1823), letzter regierender Graf, führte im Jahre 1783 die Elfenbeinschnitzerei ein. Von daher trägt auch die Stadt den Beinamen Elfenbeinstadt. Viele Künstler ließen sich daraufhin dort nieder und noch heute kann man ihre Werke und ihre Tätigkeit im ortsansässigen Elfenbeinmuseum (eröffnet 1966) bewundern. Da seit 1989 aus Tierschutzgründen der Handel mit Elfenbein weitgehend verboten wurde, werden heute vergleichbare Materialien wie zum Beispiel Tierhörner verwandt. Als Material sehr beliebt sind prähistorische Mammutstoßzähne, die immer wieder in Sibirien gefunden werden. Bis auf eine leicht andere Farbe sind sie den Elefantenstoßzähnen vergleichbar.

[Bearbeiten] Verkehr

Erbach liegt an der B 45, B 47 und an der Odenwaldbahn (FrankfurtDarmstadt/Hanau–Erbach–Eberbach). Eine seit den 1970er Jahren projektierte B45-Umgehungsstraße ist wieder in die Investitionsplanung des Landes Hessen aufgenommen worden.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • Bosch Rexroth AG, Werk Erbach, Geschäftsbereich Electric Drives and Controls
  • Rowenta, Werk Erbach (Herstellung von Bügeleisen)
  • Koziol GmbH, Kunststoffartikel

[Bearbeiten] Bildung

  • Schule am Treppenweg (Grundschule)
  • Astrid-Lindgren-Schule (Grundschule)

In die Astrid-Lindgren-Schule gehen die Schüler aus der Kernstadt, die die Schule zu Fuß erreichen können, da die Schule keine direkte Busanbindung hat. Die Schüler aus den umliegenden Dörfern gehen in die Schule am Treppenweg.

  • Schule am Sportpark (Haupt- und Realschule mit Förderstufe)
  • Schule am Drachenfeld (Schule für Praktisch Bildbare mit Abteilung für praktisch Bildbare Körperbehinderte)

[Bearbeiten] Behörden

Erbach ist Sitz des Landratsamtes des Odenwaldkreis. In Erbach befindet sich mit der Polizeidirektion Erbach das südlichste Revier im Odenwald, auch die Arbeitsagentur hat eine Zweigstelle in der Stadt. Das Zollamt der Stadt wurde vor wenigen Jahren geschlossen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Wolfram Becher: Michelstadt und Erbach. Zwei romantische Städte im Odenwald. Amorbach 1980

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hessischer Rundfunk 11.11.2007
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