Erbium(III)-chlorid

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Kristallstruktur
Kristallgitter von Erbium(III)-chlorid
__ Er3+     __ Cl
Raumgruppe

C2/m

Allgemeines
Name Erbium(III)-chlorid
Andere Namen

Erbiumtrichlorid

Verhältnisformel ErCl3
CAS-Nummer
  • 10138-41-7
  • 10025-75-9 (Hexahydrat)
PubChem 66277
Kurzbeschreibung

rosafarbener Feststoff[1][2]

Eigenschaften
Molare Masse 273,62 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

4,1 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt
Siedepunkt

1500 °C[1]

Löslichkeit

löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37/39
Toxikologische Daten

4.417 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Erbium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Erbium(III)-chlorid kann durch Reaktion von Erbium(III)-oxid oder Erbium(III)-carbonat und Ammoniumchlorid gewonnen werden.[5]

\mathrm{Er_2O_3 + 6 \ NH_4Cl \longrightarrow 2 \ ErCl_3  + 6 \ NH_3 +  2 \ H_2O}

Das Hexahydrat entsteht durch Reaktion von Erbium mit Salzsäure. Durch Reaktion mit Thionylchlorid kann dieses zur Anhydratform umgesetzt werden.[5]

\mathrm{2 \ Er + 6 \ HCl \longrightarrow 2 \ ErCl_3 + 3 \ H_2}

Erbium(III)-chlorid kann auch direkt aus den Elementen Erbium und Chlor synthetisiert werden.[6]

\mathrm{2 \ Er + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ ErCl_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Erbium(III)-chloride-Hexahydrat unter UV-Licht

Erbium(III)-chlorid ist ein fast farbloser leicht rosaroter Feststoff. Sein Hexahydrat ist ein rosafarbener hygroskopischer Feststoff. Beide sind löslich in Wasser. Erbium(III)-chlorid besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe C2/m entsprechend der von Aluminium(III)-chlorid. Das Hexahydrat besitzt ebenfalls eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P2/n.[1] Erbium (III)-chlorid ist ein guter Katalysator für die Acylierung von Alkoholen und Phenolen.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Erbium(III)-chlorid wird zur Herstellung von reinem Erbium verwendet.[8] Es kann auch als Ausgangsmaterial für neue kantenverbrückte oktaedrische M6-Cluster-Verbindungen wie CsErTa6Cl18 verwendet werden, für die Elektronen- und Stabilitätsstudien durchgeführt werden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 2007, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 444 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e f g h i Datenblatt Erbium(III) chloride, anhydrous, powder, 99.9% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. April 2012 (PDF).
  3. Datenblatt Erbium(III) chloride hexahydrate, 99.995% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. April 2012 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band 2, ISBN 3-432-87813-3, S. 897.
  6. Webelements: Erbium
  7. Renato Dalpozzo, Antonio De Nino, Loredana Maiuolo, Manuela Oliverio, Antonio Procopio, Beatrice Russo, Amedeo Tocci: Erbium(III) Chloride: a Very Active Acylation Catalyst, Australian Journal of Chemistry, 2006, 60(1), S. 75–79, doi:10.1071/CH06346.
  8.  John Emsley: Nature's building blocks: an A-Z guide to the elements. Oxford University Press, 2003, ISBN 978-0-19850340-8, S. 137 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).