Erbschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Vermögen einer verstorbenen Person. Zum deutschen Film aus dem Jahr 1936 siehe Die Erbschaft.
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Österreichlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Österreich dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Deutschland[Bearbeiten]

Der Ausdruck Erbschaft bezeichnet im deutschen Erbrecht das gesamte Vermögen einer verstorbenen Person, des Erblassers, § 1922 Abs. 1 BGB.

Der Erbe (oder die Erbengemeinschaft) ist Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers. Die Erbschaft ist also der Gegenstand dieses Rechtsüberganges, der sowohl die Aktiva als auch die Passiva des Vermögens des Erblassers umfasst (Universalsukzession). Neben dem Eigentum wird kraft § 857 BGB auch der Besitz auf den oder die Erben übertragen.

Im Rahmen der Nachlasshaftung müssen die Erben auch für die Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers einstehen, siehe § 1967 BGB.

Der Erbe ist jedoch nicht verpflichtet, die Erbschaft anzunehmen. Innerhalb von sechs Wochen nach Kenntniserlangung von der Erbschaft kann der Erbe die Erbschaft ausschlagen, falls er nicht bereits die Annahme der Erbschaft erklärt hat (§ 1944 BGB). Nach Ablauf der sechs Wochen (oder mit der Beantragung eines Erbscheins) ist die Erbschaft angenommen. Die Erbausschlagung hat durch persönliche Erklärung dem Nachlassgericht gegenüber zu erfolgen oder vor einem Notar, der die Erklärung dann an das Nachlassgericht weiterleitet. Das Ausschlagungsrecht entfällt nach Annahme der Erbschaft. Bei irrtümlicher Annahme, Ausschlagung oder Säumnis der sechswöchigen Frist (=Annahme) verbleibt dem Erben unter Umständen die Möglichkeit der Anfechtung des Erbanfalls (in der Praxis wichtigster Fall ist die Verkennung der Überschuldung des Nachlasses).

Sofern der Erblasser in seinem Testament einzelne Gegenstände gesondert vererbt, ist dies im juristischen Sinne ein Vermächtnis. Soll der Bedachte auch als Erbe für die Verbindlichkeiten mit einstehen, so handelt es sich um eine Erbeinsetzung zu dem Wert der Sache entsprechenden Bruchteil mit vorweggenommener Teilungsanordnung.

Österreich[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Text etwas holprig, unvollständig Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

In Österreich gibt es höchstpersönlichen Rechte und Pflichten, die nicht vererbt werden können. Zum Beispiel: Eine Haftstrafe ist nicht vererbbar, aber ein offener Kredit sehr wohl, Geldstrafen nur bei rechtskräftigem Urteil, nicht jedoch bei laufenden Verfahren.

Es gibt drei Möglichkeiten der Erbrechte:

Erbvertrag

Dieser Vertrag kann nur zwischen Ehegatten geschlossen werden und dieser Vertrag ist verbindlich. Die Auflösung kann nur einvernehmlich aufgelöst werden. Dabei muss außerdem ein Viertel übrig bleiben.

Letztwillige Verfügung

Der Pflichtteil für Ehepartner und Kinder beträgt 50 % des Erbes bzw. ein Drittel bei Eltern. Über das verbleibende Erbe kann die Verfügung frei bestimmen.

Keinen Anspruch auf den Pflichtteil haben Enterbte, dafür müssen jedoch spezifische Gründe vorliegen:

  1. Man wurde in einer Notlage im Stichgelassen.
  2. Der betroffene Erbe wurde zu lebenslanger Haft oder einer mindestens 20-jähriger Haft verurteilt werden.
  3. Führung eines sittenwidrigen Lebenswandels
  4. Die eheliche Beistandspflicht wurde grob vernachlässigt.
  5. Erbunwürdigkeit wegen einer gerichtlich strafbaren und mit mehr als einjähriger Freiheitsstrafe bedrohten Handlung gegen den Erblasser, sonstige gröbliche Vernachlässigung familiärer Pflichten oder verbotene Einflussnahme (Zwang, Betrug) bei der Errichtung der letztwilligen Verfügung.

Gesetzliche Erbfolge

Sollte kein oder ein ungültiges Testament vorliegen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Wenn im Testament nur über ein Teil des Nachlasses verfügt wurde, wird der verbleibende Teil nach der gesetzlichen Erbfolge aufgeteilt.

Gesetzliche Erben sind Personen, welche mit der verstorbenen Person in nächster Linie verwandt sind:

  • Zur ersten Linie zählen Kinder der verstorbenen Person, sowie deren Kinder und Enkel.
  • Zur zweiten Linie zählen Mutter und Vater, sowie deren Nachkömmlinge.
  • Zur dritten Linie zählen Großeltern, sowie deren Kinder und Enkelkinder.
  • Zur vierten Linie zählen Urgroßeltern (aber nicht mehr deren Nachkommen).

Sollte eine Person der oben genannten Linien bereits verstorben sein, dann erben dessen Nachkommen genau den Teil, den diese Person erhalten hätte.

Quellen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Szydlik: „Erben in der Bundesrepublik Deutschland. Zum Verhältnis von familialer Solidarität und sozialer Ungleichheit“ in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 80–104.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Erbschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Erbschaft – Zitate
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!