Erdölraffinerie Paraguaná

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Die Raffinerie von Amuay, Teil der Erdölraffinerie Paraguná

Die Erdölraffinerie Paraguaná (spanisch Centro de Refinación de Paraguaná) ist ein Rohölraffinerie-Komplex in Venezuela. Sie gilt als der weltweit zweitgrößte Raffineriekomplex nach der Jamnagarraffinerie in Indien. Sie war 1997 aus einer Fusion der Raffinerien von Amuay, Bajo Grande und Cardón entstanden.[1] Im Jahr 2012 wurde 955 Tausend Barrel pro Tag gefördert.[2] Der Komplex befindet sich in Punto Fijo auf der Halbinsel Paraguaná im Bundesstaat Falcón (die Raffinerien Amuay und Cardón) und an der Westküste des Maracaibo Sees im Bundesstaat Zulia (die Raffinerie von Bajo Grande).[3] Der Komplex erarbeitet 71 % der Raffinerierungskapazität Venezuelas. Er ist im Besitz der staatlichen Firma PDVSA.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Raffinerie in Cardón nahm den Betrieb 1949 auf. Besitzer war die Firma Royal Dutch Shell. Die Raffinerie in Amuay wurde von der Creole Petrolium Corporation 1950 gegründet. Die Raffinerie in Bajo Grande entstand 1965 durch die Firma Richmond (jetzt Chevron Corporation).

Unfälle[Bearbeiten]

Ölbehälter in Flammen nach dem Feuer von 2012.

Seit der damalige venezolanische Präsident Hugo Chávez etwa 18000 Angestellte von PDVSA entlassen hat und sie durch politisch genehme Personen ersetzt hat, gab es eine Reihe von Sicherheits- und Produktivitätsproblemen.[5][6] So geschahen im Jahr 2005 sechs Unfälle, inklusive einer Explosion im November, die fünf Todesopfer und 20 Verletzte zur Folge hatte. 2006 gab es fünf Unfälle, die zu drei Todesopfern und fünf Verletzten führten.[7] Auch in den folgenden Jahren gab es mehrfach Störungen wegen Feuern oder technischen Problemen.[8][9]

Ein schwerer Unfall ereignete sich am 25. August 2012. Eine Explosion in der Raffinerie von Amuay tötete 48 Personen und verletzte 151 weitere.[10] Gemäß PDVSA Präsident Eulogio Del Pino sei eine Stunde zuvor ein Gasleck entdeckt worden, aber der Noftallplan sei nicht ausgeführt worden.[11] Die Schuld für die Explosion wurde in der Folge kontrovers diskutiert.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geoff Hiscock: Earth Wars: The Battle for Global Resources (englisch). John Wiley & Sons, 2012, ISBN 9781118152911.
  2. Venezuela struggles with refinery blaze after deadly blast (englisch). 26. August 2012. Abgerufen am 27. August 2012. 
  3. Deadly explosion rocks Venezuelan refinery (englisch). In: Oil & Gas Journal, PennWell Corporation, 27. August 2012. Abgerufen am 28. August 2012. 
  4. Centro de Refinación de Paraguaná (Spanisch) PDVSA. Abgerufen am 25. August 2012.
  5. Venezuela’s oil industry: Spilling over (englisch). In: The Economist. Abgerufen am 29. August 2012. 
  6. Venezuela's economy: Oil leak (englisch). In: The Economist. Abgerufen am 29. August 2012. 
  7. Incidents and accidents involving Venezuela's PDVSA (englisch). 25. August 2012. Abgerufen am 26. August 2012. 
  8. Pdvsa reports normal operation in Paraguaná refining complex (englisch). In: El Universal, 15. März 2011. Abgerufen am 25. August 2012. 
  9. Sailu Urribarri: Two Venezuelan refineries temporarily shut after system faults (englisch). 10. März 2012. Abgerufen am 26. August 2012. 
  10. Lissy De Abreu: A devastating fire at Venezuela's main oil refinery, spread Monday (englisch). In: Petroleumworld, 28. August 2012. 
  11. Roberto Deniz: Emergency plan in the refinery presumably failed (englisch). In: El Universal, 28. August 2012. 
  12. Sindicato acusó al gobierno (Spanisch), Infobae. 25. August 2012. Abgerufen am 26. August 2012. 
  13. William Neuman: Venezuelan Government Criticized in Deadly Refinery Blast (englisch). In: The New York Times, 27. August 2012.