Erdbeben von Pernik 2012

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Erdbeben von Pernik 2012
Erdbeben von Pernik 2012 (Bulgarien)
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Koordinaten 42° 40′ 0″ N, 23° 1′ 0″ O42.66666666666723.016666666667-9000Koordinaten: 42° 40′ 0″ N, 23° 1′ 0″ O
Datum 22. Mai 2012
Uhrzeit 3:00:33 OESZ
Magnitude 5,9-6,0 ML Vorlage:Infobox Erdbeben/Wartung/Vorlage mit Magnitude
Tiefe 9 km
Epizentrum In der Nähe von Pernik

(6 km)

Land Bulgarien
Betroffene Orte

Pernik, Sofia

Tote 1

Das Erdbeben von Pernik 2012 (genannt auch Erdbeben von Sofia 2012) ereignete sich am 22. Mai 2012 um 03:00:33 (OESZ). Sein Epizentrum lag sechs Kilometer nordwestlich von Pernik in Bulgarien.[1] Das Erdbeben wurde mit 5,9-6,0 auf der Richter-Skala gemessen. Es war im ganzen Land – insbesondere in den Oblasten Blagoewgrad, Kasanlak und Stara Sagora – sowie in einigen Nachbarländern zu spüren.[2][3]

Weitere Nachbeben wurden gemeldet, das stärkste davon mit der Magnitude 4,7 ML um 4:31 OESZ.[4]

In Pernik sind einige Schornsteine und in Rudarzi (Gemeinde Pernik) ein Haus eingestürzt, in Sofia wurde ein Wohngebäude im Viertel Borovo beschädigt.[5] In Pernik wurde am 22. Mai Notlage und Ruhetag erklärt.[5] Fenster sind kaputtgegangen, und Wände stürzten ein.[6] Einer der Schornsteine des Wärmekraftwerks Republika in Pernik ist eingestürzt.[7]

Über Opfer in Sofia oder Pernik lagen keine Berichte vor.[6] Nach Angaben des bulgarischen seismischen Instituts gibt es keinen Zusammenhang zwischen diesem Erdbeben und dem Erdbeben in Emilia-Romagna vom 20. Mai 2012.[6]

Das ist das stärkste Erdbeben in den Oblasten Sofia und Pernik seit der Befreiung Bulgariens, stärker als das Erdbeben von 1917 mit der Magnitude 5,2 ML.[2]

Die Tiefe des Erdbebens ist 9,1 Kilometer. Nach anderen Angaben beträgt die Magnitude 5,8 ML.[8]

Eine 65-jährige Frau aus Kjustendil ist wegen der psychischen Belastung während des Bebens an einem Herzanfall gestorben.[9] In der Hälfte der Stadt Radomir wurde die Wasserversorgung unterbrochen.[10]

Ursachen[Bearbeiten]

Das Erdbeben von Pernik stand in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Erdbeben in Norditalien 2012 . Beide Erdbeben ereigneten sich innerhalb weniger Stunden. In Norditalien erreichte es eine Stärke von 6,1 und in Westbulgarien 5,8. Auch einem Nachbeben in Pernik mit der Stärke 4,3 am 29. Mai folgte 24 Minuten später ein Nachbeben in Norditalien.[11]

Trotzdem besteht nach Meinung des Erdbebenexperten von Munich Re, Alexander Allmann, kein kausaler Zusammenhang zwischen den Erdbeben in beiden Ländern.[12]

Auch der Geophysiker Wolfgang Lenhardt vom Österreichischen Erdbebendienst sieht in dem Zusammentreffen der Erdbeben in Italien und Bulgarien einen reinen Zufall. In einem Interview sprach er davon, dass es in Bulgarien zu einer Abschiebung der Erdkruste kam, was in der Gegend äußerst selten passiert.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Erdbeben auf der Seite des Centre Sismologique Euro-Méditerranéen
  2. a b Земетресение с магнитуд 6 по Рихтер разлюля София и Перник: Erdbeben mit der Magnitude 6 rüttelte Sofia, Bulgarisches Nationalradio
  3. Heftiges Erdbeben erschüttert Bulgarien, stern.de, Zugriff am 22. Mai 2012
  4. Das Nachbeben von 1:30 auf der Webseite des Deutschen GeoForschungsZentrums
  5. a b Трус от 5.9 в България, епицентърът е край Перник, Erdbeben mit der Magnitude 5,9 in Bulgarien, das Epizentrum liegt in der Nähe von Pernik
  6. a b c La Bulgarie secouée par un tremblement de terre de 5,8, "pas de victimes", France24
  7. Земетресението разруши комина на ТЕЦ “Република” в Перник, Das Erdbeben zerstörte den Schornstein des Wärmekraftwerks Republika
  8. Un séisme de magnitude 5.8 secoue la Bulgarie, Xinhua
  9. Щетите от земетресението (обобщение), Vom Erdbeben angerichtete Schäden (Zusammenfassung), Nova TV
  10. Къщи и училища в Радомир са пострадали от земетресението, Häuser und Schulen in Radomir wurden vom Erdbeben beschädigt
  11. Има връзка между земетресенията в България и Италия (bulg.)
  12. Erdbeben - Italien: Nachbeben in Italien, Erdstöße in Bulgarien (Süddeutsche.de)
  13. Der Norden ist cooler. (Interview mit dem Geophysiker Wolfgang Lenhardt); DER SPIEGEL, Nr. 22; 26. Mai 2012; S. 109