Erdbeerbaumfalter

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Erdbeerbaumfalter
Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius)

Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Charaxinae
Gattung: Charaxes
Art: Erdbeerbaumfalter
Wissenschaftlicher Name
Charaxes jasius
(Linnaeus, 1766)
Oberseite des Erdbeerbaumfalters
Raupe des Erdbeerbaumfalters
Puppe des Erdbeerbaumfalters

Der Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius) ist ein Schmetterling in der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Er ist der größte europäische Tagfalter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Imago[Bearbeiten]

Die leuchtend dunkelbraunen Flügeloberseiten haben eine breite gelbbraune Randbinde und gleichfarbige Flecken in der Postdiskalregion. Auf den Oberseiten der mit Sporen versehenen Hinterflügel befindet sich eine Reihe blauer Flecken in den Zellen 1c - 4. Die Unterseite ist stark mit Streifen und Flecken gemustert. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen und erreicht eine Vorderflügellänge von über 40 Millimeter und eine Spannweite von über neun Zentimeter. Die Hinterflügel besitzen je zwei Schwanzfortsätze. Der Falter ist nicht mit anderen Arten verwechselbar.

Larve[Bearbeiten]

Die Raupen sind grün gefärbt und haben einen hellen, gelblichen Seitenstreifen. Sie ähneln Schnecken, da ihre Kopfkapsel vier nach oben gerichtete, rötlich-braune Hörner trägt, von denen die mittleren beiden besonders hervorstechen. Das Körperende ist breit und leicht sichelförmig eingebuchtet Richtung Körper. Schon die Eiräupchen haben sie äußere Form, nur die Farbe ist im ersten Stadium noch gelblich.

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Erdbeerbaumfalter fliegt in zwei Generationen von Mai bis Juni und von August bis September. Der Falter ist ein guter und schneller Flieger und kann stundenlang beim Flug durch sein Revier beobachtet werden. Artgenossen und sogar kleine Vögel werden energisch vertrieben. Wenn er sich niederlässt klappt er fast immer die Flügel zusammen.[1]

Die Raupe lebt am Westlichen Erdbeerbaum (Arbutus unedo). Die Raupen besitzen einen Ruheplatz, dort spinnen sie auf der Mitte der Blattoberfläche ein Gespinst. Zu diesem Ruheplatz, welcher im laufe der Entwicklung öfters gewechselt werden kann, kehren die Raupen in den Fraßpausen zurück, da sie zum Fressen meist auf andere Blätter wandern. Der Falter liebt faulendes Obst, Schweiß und auch Exkremente. Im September kann er oft beim saugen von überreifen, faulen Feigen (Ficus) oder anderen Früchten beobachten.

Die gelblichen, 2 mm großen Eier werden entweder auf der Unter- oder Oberseite der Blätter abgelegt. Die Raupen verpuppen sich an ihrer Nahrungspflanze. Die grünlich-weiße Puppe welche regelmäßig oval gefärbt ist, ist im Verhältnis zur große des Falters relativ klein.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Verbreitung des Erdbeerbaumfalters ist stark an die Verbreitung des Erdbeerbaums, der Futterpflanze der Raupe, gekoppelt. Im Gegensatz zur Futterpflanze, die bis zu −15 °C erträgt, überstehen die überwinternden Raupen keine längeren Frostperioden. Der Erdbeerbaumfalter kommt in den Küstenbereichen des Mittelmeeres bis ins zentrale Afrika vor. In Europa und Nordafrika umfasst die Verbreitung Algerien, Marokko, Tunesien und die Toskana, weiterhin West-Portugal, die Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Korfu, Kreta, Samos, Ikaria, Chios und Rhodos. Es existieren isolierte Inlandpopulationen in Spanien (Huelva, Málaga, Salamanca und Madrid) und Frankreich (Provence bis Aveyron, Lozère und Ardèche). Er fehlt an der nordadriatischen Küste. In der vertikalen Verbreitung erreicht er Höhen von bis zu 1200 Metern, im Hohen Atlas von bis zu 2400 Metern.[3] Er ist meist in halbschattigen Gebieten wie Gebüschen und an Waldrändern anzutreffen. Er kommt aber auch in Siedlungsgebieten vor.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Lionel G. Higgins, Norman D. Riley: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. 1. Auflage. Paul Parey, Hamburg und Berlin 1978, ISBN 3-490-01918-0.
  2. Heiko Bellmann: Steinbachs Naturführer. Schmetterlinge Ulmer, Stuttgart (Hohenheim), 2010 ISBN 978-3-8001-4653-6
  3.  Tom Tolman, Richard Lewington: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07573-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erdbeerbaumfalter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien