Erdgasleitung Jamal–Europa

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Gaspipelines von Russland nach Europa (2007)

Die Jamal-Leitung ist eine 4196 km lange Pipeline, durch die Erdgas von der Jamal-Halbinsel in Sibirien durch Russland, Weißrussland, Polen bis nach Deutschland transportiert wird.

Polen[Bearbeiten]

EuRoPol Gaz ist der Betreiber vom polnischen Abschnitt der Jamal-Leitung. Das polnische Gasunternehmen PGNiG und der russische Gaskonzern Gazprom halten jeweils 48 % der Aktien an EuRoPol Gaz, der Rest ist in der Hand von Gas-Trading. Die polnische Seite versucht seit Jahren einen höheren Übertragungstarif durchzusetzen, um die Verschuldung von EuRoPol Gaz schneller abzubauen. Die Russen sind jedoch an einem niedrigen Entgelt interessiert, da durch die Jamal-Leitung russisches Erdgas durch Weißrussland und Polen bis nach Deutschland übertragen wird. Je kleiner die Übertragungsgebühr, desto höher die Rendite für GazProm. EuRoPol Gaz war Ende 2007 mit 2 Milliarden PLN (618,3 Millionen €) gegenüber der GazPromBank verschuldet. Die Gelder wurden für den Bau der Jamal-Leitung bezogen.

Deutschland[Bearbeiten]

Die Pipeline durchquert die Oder im Oderbruch bei Reitwein und verläuft weiter nach Mallnow zur Übergabe-Verdichterstation der Gascade in Deutschland. Hier übernimmt die Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung (JAGAL) das russische Erdgas und speist es in das deutsche Ferngasnetz ein. Das erste Gas wurde im Oktober 2001 geliefert.[1]

Zukunft[Bearbeiten]

Die weltweite Erwärmung bringt es mit sich, dass die Nordostpassage im Sommer eisfrei ist; mit Fertigstellung des Hafens Sabetta um das Jahr 2016 herum werden zusätzlich Spezialschiffe mit Flüssigerdgas (LNG) russisches Gas nach Mitteleuropa transportieren. Polen baut bereits ein LNG-Terminal in Świnoujście, auch in Litauen und in der russischen Enklave Kaliningrad sind Gashäfen geplant. Deutschland verzichtet bislang auf dem Bau eines LNG-Terminals.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wohlige Wärme aus Westsibirien. In: Märkische Oderzeitung. 15. Oktober 2003.