Erdnussbutter

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Erdnussbutter

Erdnussbutter, auch als Erdnusscreme, Erdnussmus oder Erdnusspaste bezeichnet, ist ein Brotaufstrich, dessen Hauptbestandteil gemahlene Erdnüsse sind.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zusammen mit pflanzlichem Öl, Salz und Zucker bilden die Erdnüsse eine homogene, streichfähige Masse. Der Fettanteil von Erdnussbutter ist durch den großen Erdnuss- und Ölanteil sehr hoch. Erdnussbutter enthält im Schnitt 2500 kJ (600 kcal) pro 100 g und ist reich an den Vitaminen E und H.

Erdnussbutter wird von vielen Herstellern bei der Produktion von Süßwaren und Backwaren verwendet. Unter anderem findet sich der Brotaufstrich in Kuchen, Plätzchen, Donuts und Schokoriegeln wieder. Auch bei der Vogelfutterproduktion ist Erdnussbutter anzutreffen: Sie dient als Bindemittel bei sogenannten Futterknödeln und Samenstangen, die Wildvögeln als Nahrungsquelle dienen.

Die „Erfindung“ der Erdnussbutter wird oftmals George Washington Carver, der 105 neue Verwendungsmöglichkeiten für die Erdnuss entdeckte[1] oder John Harvey Kellogg, der nach einem nahrhaften Lebensmittel für seine Patienten ohne Zähne suchte und 1895 das von ihm entwickelte Erdnussmehl zum Patent anmeldete, zugeschrieben.[2] Es gibt aber noch mindestens ein älteres Patent des Kanadiers Marcellus G. Edson von 1884 auf ein ähnliches Produkt,[3] und schon 1890 soll ein gewisser George A. Bayle Jr. Nussbutter aus Fässern verkauft haben.

Bereits 1783 wird im handgeschriebenen Wörterbuch von C.L. Schumann das Wort Pinda-Käse (Pinda = Erdnuss) erwähnt, das für ein surinamesisches Gericht "Pinda-Dokunnu" steht.[4] Dieses Gericht beinhaltete Erdnussmasse noch nicht in streichfähiger Form, sondern war eher fest, zum Schneiden.

Im Jahr 1872 wurde das Wort Pindakaas bei den Ausfuhr-Statistiken von De West-Indiër, einer Zeitung der dortigen Niederländischen Kolonien, für streichfähige Erdnusspaste benutzt.[5]

Varianten[Bearbeiten]

Im Handel sind die Varianten grob (crunchy) und fein (creamy). Darüber hinaus existieren auch verschiedene weitere Versionen, die zum Teil nicht im deutschsprachigen Raum erhältlich sind. Darunter sehr grob (extra crunchy) und Varianten mit reduziertem Fettanteil oder Zusätzen wie Honig, Karamell und Kakao.

Pürierte Erdnüsse ohne weitere Zusätze von Öl oder Zucker werden als Erdnussmus bezeichnet. Dieses kann aber Salz als Geschmacksträger enthalten.

Verbreitung[Bearbeiten]

Peanut Butter and Jelly Sandwich

Populär ist Erdnussbutter vor allem in Nordamerika und Teilen von Asien, besonders in den Philippinen und Indonesien, wo sie Bestandteil vieler Gerichte ist. In Nordamerika ist beispielsweise das Peanut Butter and Jelly Sandwich beliebt, ein Sandwich mit Erdnussbutter und Fruchtgelee. Auch in Großbritannien, Australien, Südafrika und vor allem in den Niederlanden („pindakaas“) ist der Brotaufstrich aus Erdnüssen sehr beliebt.

Plumpy’nut ist eine energiereiche Paste aus Erdnussbutter, Milchpulver, Öl und Zucker zur Behandlung von moderater Unterernährung im Bereich der humanitären Hilfe.

Gesetzliche Regelungen[Bearbeiten]

Der Begriff Butter darf innerhalb der Europäischen Gemeinschaft durch gesetzliche Verordnungen allein für Milcherzeugnisse verwendet werden,[6] gleiches gilt auch für die Schweiz.[7] Darum wird Erdnussbutter hier überwiegend unter Bezeichnungen wie Erdnusscreme, Erdnussmus oder Erdnusspaste vertrieben. Es werden jedoch auch Gläser mit der Aufschrift Erdnussbutter oder dem englischen Peanutbutter im Handel angeboten.

In den Vereinigten Staaten muss Erdnussbutter nach Bundesrecht mindestens 90 % Erdnussbestandteile und darf nicht mehr als 55 % Fett enthalten. Kochsalz, Zucker oder andere Süßungsmittel sowie Stabilisatoren sind als Zusätze erlaubt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Erdnussbutter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Erdnussbutter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carver, George Washington. 1916. "How to Grow the Peanut and 105 Ways of Preparing it for Human Consumption", Tuskegee Institute Experimental Station Bulletin 31
  2. US Patent #580787 (englisch). Abgerufen am 26. Dezember 2010.
  3. US Patent #306727 (englisch). Abgerufen am 26. Dezember 2010.
  4. J. van Donselaar: "Pindakaas een oud woord uit Suriname". In: Trefwoord, tijdschrift voor lexicografie, Oktober 2005
  5. Statistik, in: De West-Indiër, 20. Oktober 1872
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEUR–Lex: über den Schutz der Bezeichnung der Milch und Milcherzeugnisse bei ihrer Vermarktung. In: Verordnung(EG) Nr. 1278/97 der Kommission vom 2. Juli 1997 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 577/97 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 2991/94 mit Normen für Streichfette und zur Verordnung (EWG) Nr. 1898/87 (Amtsblatt Nr. L 175 S. 0006-0007). 3. Juli 1997, abgerufen am 14. Oktober 2008.
  7. Aussage des SF1 in der Sendung Al dente vom 27. Dezember 2010 (letzte Ausgabe)
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatU.S. Food and Drug Administration: U.S. Peanut Butter Standard (englisch). In: The Rise and Fall of Federal Food Standards in the United States: The Case of the Peanut Butter and Jelly Sandwich. 9. April 1999, abgerufen am 14. Oktober 2008.