Erdsicht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nebel im Rhonetal verhindert die Erdsicht

Erdsicht (englisch: ground in sight) ist ein Begriff aus der Fliegersprache, der sich auf die Sicht aus dem Cockpit eines Luftfahrzeuges senkrecht nach unten in Richtung Erdoberfläche bezieht: Kann der Pilot die Erde erkennen, wird sie also nicht von Wolken oder Nebel verdeckt, so herrscht Erdsicht.[1][2] Im weiteren Sinne kann – analog zur Flugsicht – unter Erdsicht auch die Sichtweite in Richtung Erdboden, bzw. die Flughöhe, ab der im Sinkflug der Boden sichtbar wird verstanden werden.[3] Es besteht eine gewisse Verwechselungsgefahr mit dem Begriff Bodensicht, der in der Luftfahrt die horizontale Sichtweite am Boden eines Flugplatzes bezeichnet (englisch: ground visibility).

Bedeutung für die Luftfahrt[Bearbeiten]

Besondere Bedeutung kommt der Erdsicht beim Sichtflug zu: Insbesondere beim Landeanflug und bei Flügen knapp oberhalb der Sicherheitsmindesthöhe benötigt der Pilot den Sichtkontakt zum Boden, um sicher navigieren und Luftfahrthindernisse rechtzeitig erkennen zu können. In bestimmten Luftraumklassen dürfen daher Sichtflüge nur dann durchgeführt werden, wenn Erdsicht herrscht (siehe Visual Meteorological Conditions).[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jochen Hinkelbein, Susanne Berger: Prüfungsvorbereitung für die Privatpilotenlizenz. 1 Auflage. Band 2: Beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis, aeromedConsult, Hördt März 2007, ISBN 978-3-00-021004-4, S. 415.
  2.  Klaus L. Schulte, Volker Ermert: Meteorologie – Ein Lernskript für Piloten nach europäischen Richtlinien. 1. Auflage. K.L.S Publishing, Köln Juli 2008, ISBN 978-3-9811404-9-1, S. 247.
  3. Wetterlexikon – Erdsicht. In: deutscherwetterdienst.de. Deutscher Wetterdienst, abgerufen am 8. Januar 2012.
  4. ICAO: Annex 2 to the Convention on International Civil Aviation – Rules of the Air, 10. Edition, Juli 2005, Abschnitt 3.9 VMC visibility and distance from cloud minima