Ereignisgeschichte

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Ereignisgeschichte (franz. histoire événementielle) ist ein Begriff, den die Historiker der Annales-Schule abwertend benutzen, um sich von der „klassischen“ Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts abzusetzen. Passender ist jedoch politische Geschichte. Der Gegenbegriff dazu ist Strukturgeschichte. Der Begriff Ereignisgeschichte macht allerdings die Kritik nachvollziehbarer, dass Geschichte nicht nur aus (auswendig zu lernenden) Jahreszahlen (Regierungszeiten, Schlachten) besteht.

Nach Meinung der Annales-Schule hätten sich die Historiker vor ihnen nur mit Dokumenten aus Archiven beschäftigt und seien nur in der Lage, politische Geschichte zu schreiben. Sie dagegen würden durch ihre Offenheit für Nachbardisziplinen der Geschichtswissenschaft neue Wege öffnen (siehe Sozialgeschichte).

In der modernen Geschichtswissenschaft wird die Notwendigkeit der Ereignis- oder Politikgeschichte jedoch nicht mehr bestritten; vielmehr scheint sie wieder, teilweise um neue Fragestellungen und Methoden erweitert, eine gewisse Attraktivität zu gewinnen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frevert/Haupt, S. 7ff.

Literatur[Bearbeiten]