Eresing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eresing
Eresing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eresing hervorgehoben
48.08722222222211.024444444444599Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Windach
Höhe: 599 m ü. NHN
Fläche: 14,22 km²
Einwohner: 1755 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 86922,
86926 (Algertshausen, Pflaumdorf),
86941 (St. Ottilien)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08193
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 118
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaspar-Ett-Str. 24 a
86922 Eresing
Webpräsenz: www.eresing.de
Bürgermeister: Josef Loy (Dorfgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Eresing im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Eresing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und bildet zusammen mit den Gemeinden Windach und Finning die Verwaltungsgemeinschaft Windach.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf Eresing mit der Pfarrkirche St. Ulrich

Eresing liegt circa sechs Kilometer nordwestlich des Ammersees und ist umgeben von voralpinem Hügelland, das in der Würmeiszeit geformt wurde.

Ortsteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Ulrich
Der Standort des im 18. Jahrhundert abgerissen Hofmarkschlosses

Reihengräberfunde aus dem 6. Jahrhundert deuten auf eine frühere Besiedlung hin. Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahr 1126. Eresing war lange eine geschlossene Hofmark der Freiherren von Füll. Zur 1818 gegründeten politischen Gemeinde Eresing zählt auch die 1887 entstandene Erzabtei Sankt Ottilien.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Beuern eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Loy (Dorfgemeinschaft), Stellvertreter ist Heinrich Nadler. Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr DGE UfB DGP WGSO gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 5 4 2 1 12 71,9
2002 6 3 2 1 12 87,9

DGE = Dorfgemeinschaft Eresing
DGP = Dorfgemeinschaft Pflaumdorf
UfB = Umweltfreundliche Bürger
WGSO = Wählergemeinschaft St. Ottilien

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Über stumpfer goldener Spitze, darin ein blaues Ulrichskreuz, in Schwarz zwei schräg gekreuzte goldene Streitkolben mit silbernen Griffen.“

Das Gemeindewappen wurde vom Staatsministerium des Innern am 3. August 1959 genehmigt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstätte[Bearbeiten]

Ein Sammelgrab und vier Einzelgräber mit Gedenkstein auf dem Friedhof des Benediktinerklosters von St. Ottilien erinnern an 46 KZ-Opfer und neun Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt und alle Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Haltepunkt St. Ottilien

Im Osten der Gemeinde Eresing verläuft die eingleisige Ammerseebahn von Mering über Geltendorf und Dießen nach Weilheim. Sie wird von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 985 geführt. An der Ammerseebahn befindet sich im Osten des Eresinger Ortsteils Sankt Ottilien der Haltepunkt St. Ottilien. An der nördlichen Gemeindegrenze verläuft außerdem die zweigleisige Allgäubahn von München über Buchloe und Kempten nach Lindau, die von der DB als Kursbuchstrecke 970 geführt wird. An der Kreuzung zwischen Ammerseebahn und Allgäubahn liegt an der Nordgrenze der Gemeinde Eresing der Kreuzungsbahnhof Geltendorf. Dieser ist seit 1972 eine Endstation der S-Bahn München und wird von der Linie S4 nach Ebersberg bedient.

Auf der Allgäubahn nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen am 1. Mai 1873 den Betrieb auf. Bei Geltendorf entstand kein Bahnhof, da der Ort Geltendorf zwei Kilometer von der Strecke entfernt lag. Am 30. Juni 1898 eröffneten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Ammerseebahn. In den ursprünglichen Planungen war die Kreuzung zwischen Ammerseebahn und Allgäubahn in Türkenfeld vorgesehen. Das Kloster Sankt Ottilien bewegte die Eisenbahndirektion jedoch dazu, die Ammerseebahn über Geltendorf und Sankt Ottilien zu führen, da es zur Anfahrt von Baumaterialien eine Eisenbahnverbindung benötigte.[6][7]

Bei Geltendorf entstand ein Kreuzungsbahnhof und in Sankt Ottilien ein Haltepunkt. Die Station in Sankt Ottilie bestand aus einem Schüttbahnsteig am durchgehenden Hauptgleis und einem Ladegleis. Das erste Empfangsgebäude war eine Wellblechhütte. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs erhielt der Bahnhof ein hölzernes Empfangsgebäude mit Stellwerksanbau und Walmdach, einen befestigten Bahnsteig und einen provisorischen Güterschuppen. Die nicht mehr benötigte Wellblechhütte wurde bis in die 1980er Jahre als Pumphaus verwendet und ist heute noch erhalten. 1922 wurde neben dem Empfangsgebäude ein Bahnwärterhaus erbaut, das noch heute existiert.

1939 wurde das hölzerne Gebäude abgebaut und durch das gemauerte eingeschossige Empfangsgebäude mit Satteldach im Heimatstil ersetzt, in das neben Warteraum und Diensträumen auch eine Güterhalle integriert war. Der Bahnhof besaß ein hohes Güteraufkommen, es wurden jährlich bis zu 40 Wagenladungen Kohle aus Castrop-Rauxel geliefert. 1967 wurde der Güterverkehr eingestellt und das Ladegleis daraufhin abgebaut, sodass der Bahnhof zum Haltepunkt wurde.

Ende 2002 wurde das Empfangsgebäude geschlossen und 2003 wurde der alte Hausbahnsteig durch einen neuen barrierefreien 55 cm hohen Bahnsteig ersetzt. Heute wird der Haltepunkt werktags hauptsächlich durch den Schülerverkehr aus der Umgebung frequentiert.[8][9]

Der Bahnhof Geltendorf und der Haltepunkt Sankt Ottilien werden seit 2008 im Stundentakt durch die Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) von Augsburg-Oberhausen nach Schongau bedient. In der Hauptverkehrszeit stellen Verstärkerzüge zwischen Geltendorf und Peißenberg einen Halbstundentakt her. Am Bahnhof Geltendorf, der fünf Bahnsteiggleise besitzt, halten außerdem die Regional-Express-Züge der Allgäubahn und die Linie S4 der S-Bahn München.[10]

Busverkehr[Bearbeiten]

Eresing ist an die Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) angeschlossen, in die der Schienenverkehr allerdings nicht integriert ist. Die Buslinien der LVG erschließen den Hauptort Eresing, sowie die Eresinger Ortsteile Sankt Ottilien und Pflaumdorf.

Derzeit verkehren in Eresing folgende Buslinien:[11]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Gerhard Heininger: 100 Jahre Klosterfeuerwehr St. Ottilien. St. Ottilien 2007, S. 9 (PDF-Dokument; 1,8 MB, abgerufen am 24. Januar 2014).
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 580.
  4. Haus der Bayerischen Geschichte, http://www.hdbg.de/gemeinden2/bayerns-gemeinden_detail.php?gkz=9181118
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 130
  6.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 44–50.
  7. Beschreibung des Bahnhofs Geltendorf auf Ammerseebahn.de
  8.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 51–55.
  9. Beschreibung des Bahnhofs St. Ottilien auf Ammerseebahn.de
  10.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 94.
  11. Liniennetz der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (PDF; 69 kB) auf lvg-bus.de