Erfenbach

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49.4806967.711688230Koordinaten: 49° 28′ 51″ N, 7° 42′ 42″ O

Erfenbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Erfenbach
Höhe: 230 m ü. NN
Fläche: 6,3 km²
Einwohner: 2884 (31. Dez. 2011)[1]
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67659
Vorwahl: 06301
Erfenbach (Rheinland-Pfalz)
Erfenbach

Lage von Erfenbach in Rheinland-Pfalz

Erfenbach ist ein Stadtteil von Kaiserslautern mit rund 2800 Einwohnern. Der Ort liegt nördlich der Bundesautobahn 6 und direkt neben der Bundesstraße 270. Eingerahmt wird der Ort im Süden von Wald, im Norden von landwirtschaftlich genutzter Fläche, sowie dem Stockborner Bruch. Zu Erfenbach gehören mit Stockborn und Lampertsmühle noch zwei Ortsteile.

Geographie[Bearbeiten]

Erfenbach liegt am Rande des Pfälzerwaldes und grenzt an Otterbach, Sambach sowie die Stadtteile von Kaiserslautern Erzhütten-Wiesenthalerhof und Siegelbach.

Im Zentrum Erfenbachs befindet sich der kegelförmige Stöffelsberg, auf dessen Gipfel in 275 m Höhe über NN sich einst die Huneburg befand.[2] Die Burg wurde im 15. Jahrhundert durch Brand zerstört. Im Jahre 1909 befanden sich noch einige behauene Steine, Überreste von Kalkmörtel und feuergeschwärzten Hohlziegeln auf der Bergkuppe; heute ist von er Burg gar nichts mehr vorhanden.[2] Die Bezeichnung der Erhebung in der heutigen Schreibweise entstand, als die Pfalz nach dem Ende der napoleonischen Epoche 1816 dem Königreich Bayern unterstellt wurde. Bei der kartographischen Erfassung der Pfalz übertrugen die bayerischen Beamten das in der örtlichen Mundart gehörte Wort Stewwelsberch so ins Schriftdeutsch, wie sie es verstanden – Stöffelsberg. In Wirklichkeit bedeutet der Name Stiefelberg.

Klima[Bearbeiten]

Kaiserslautern-Erfenbach liegt innerhalb der gemäßigten Klimazone mit Niederschlägen zu allen Jahreszeiten. Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hat Erfenbach ein recht warmes und sehr sonniges Klima. Durch die Lage im Lee von Hunsrück und Eifel werden Niederschläge bei Nordwestwetterlagen meist abgehalten.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal (Durchschnittswert) 04 °C 05 °C 10 °C 13 °C 19 °C 22 °C 25 °C 25 °C 20 °C 15 °C 09 °C 05 °C
Minimal (Durchschnittswert) -1 °C -2 °C 02 °C 03 °C 08 °C 12 °C 14 °C 13 °C 09 °C 06 °C 03 °C 01 °C

Geschichte[Bearbeiten]

Rathaus Erfenbach

Unter verschiedenen Schreibweisen wie Ervenpach, Erpfenbach, Erffenbach wurde der Ort erstmals 1143 in Akten des Klosters Höningen erwähnt. Um 1800 setzte sich der Name Erfenbach durch.

Der Ort in der Pfalz gehörte im Laufe seiner wechselhaften Geschichte mal zu Lothringen, mal zur Kurpfalz, mal zu Frankreich, mal zu Bayern und ab 1946 endgültig zum neuen Land Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1937 wurde das Dorf Stockborn, in dem 2008 etwa 100 Einwohner leben, nach Erfenbach eingemeindet.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Erfenbach zunächst dem Landkreis Kaiserslautern an. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Erfenbach am 7. Juni 1969 in die kreisfreie Stadt Kaiserslautern eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Ortsvorsteher war bis zu seinem Tod im Frühjahr 2009 Herbert Heil (SPD). Im Juni 2009 wurde dessen Nachfolger gewählt: Reiner Kiefhaber, ebenfalls von der SPD.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde wächst durch Erschließung weiterer Neubaugebiete kontinuierlich.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptarbeitgeber in Erfenbach ist die Spinnerei Lampertsmühle. Vor Ort gibt es auch eine Reihe angesiedelter handwerklicher Betriebe und Dienstleister, zahlreiche Geschäfte und Gasthäuser. Ebenso existieren noch landwirtschaftliche Betriebe, teilweise im Vollerwerb, zum Teil aber auch als Nebenerwerb. Zudem gibt es ein neuangelegtes Industriegebiet (IG-Nord).

Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ort befinden sich zwei Kindergärten (evangelisch und städtisch) und eine Grundschule.

Die ärztliche Versorgung ist mit einem Facharzt für Allgemeinmedizin, einer Zahnärztin, einer Krankengymnastin und einem Masseur gewährleistet.

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1912 bis 1972 war Erfenbach über die sogenannte Bachbahn, die vom Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach bis nach Weilerbach und ab 1920 bis nach Reichenbach führte, an das Schienennetz angebunden. Durch die Busse der Linie 108 (ehemals 17 und 8) der Stadtwerke Kaiserslautern, SWK (vormals Technische Werke Kaiserslautern, TWK) und der Linie 140 (ehemals 6510) der Saar Pfalz Bus (vormals Regionalbus Saar Westpfalz, RSW), ein Tochterunternehmen im Konzern der Deutschen Bahn AG, erfolgt eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. 2004 erfolgte die Eröffnung der Umgehungsstraße, was zu einer Verkehrsentlastung des Ortes geführt hat.

Kultur[Bearbeiten]

In Erfenbach gibt es 14 Vereine.

Der Verein mit dem stärksten Zulauf und der größten Popularität in der Gemeinde ist der Turn- und Sportverein Erfenbach 1894 e. V. Der Verein setzt es sich als Ziel den Zusammenhalt unter den Sportbegeisterten in der Gemeinde zu fördern. Durch die Zugehörigkeit zur Bezirksliga Westpfalz zählt die aktive Fußballmannschaft zu den stärksten Amateurmannschaften in der Stadt Kaiserslautern. Der Verein hat derzeit ca. 1100 Mitglieder.

Daneben gibt es einen Obst und Gartenbauverein, einen Verein für deutsche Schäferhunde, einen Schachklub, einen Gesangsverein, eine Kolpingfamilie und den Hobby Singers Gesangverein der unter anderem das Freizeitgelände in der Fuchsdelle betreut.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erfenbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung in der Kernstadt und in den Ortsbezirken www.kaiserslautern.de (PDF; 28 kB)
  2. a b Jürgen Keddigkeit u. a.: Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. 2. F–H, Kaiserslautern 2002, S. 445–447 (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte, hg. vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde).
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 490
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 181 (PDF; 2,6 MB)