Erfurter Teigwaren

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Erfurter Teigwaren GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1793
Sitz Erfurt
Leitung Gerhard Gabel
Mitarbeiter 100[1]
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.erfurter-teigwaren.de
Die Erfurter Teigwaren GmbH

Die Erfurter Teigwaren GmbH ist die älteste Nudelfabrik Deutschlands. Seit 1793 werden dort Teigwaren hergestellt. Des Weiteren ist das Unternehmen mit einer Produktionsmenge von ca. 50.000 Tonnen pro Jahr, aktuell der größte Nudelhersteller in Deutschland. Die Erfurter Teigwaren GmbH beschäftigt ca. 100 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der Nudelproduktion in Erfurt[Bearbeiten]

Mit dem Erwerb des Erfurter Bürgerrechts beginnt der Kaufmann und Nudelmacher Johann Peter Belling im Jahr 1793 mit der Produktion von Nudeln im Standort Erfurt.

Während der Napoleonischen Kriege zogen französische Truppen von 1806 bis 1813 durch Erfurt. Johann Peter Belling fertigte in diesem Zeitraum Nudeln explizit für die Soldaten. Bei der Belagerung des Erfurter Petersberges wird er allerdings festgesetzt und stirbt noch vor 1816.

Nach dem Tod Bellings wird das Unternehmen von seiner Witwe, Anna Sabina, weitergeführt. Im Jahr 1825 kauft der Sohn Anna Sabinas und Johann Peter Bellings die Kupferhammermühle im Erfurter Stadtteil Ilversgehoven. Die Produktion wird an diesen Standort verlegt.

Anna Sabina Belling stirbt und die Mühle in Ilversgehoven wird verkauft. Anschließend werden die Teigwaren wieder am ursprünglichen Produktionsstandort, in der Johannesstraße 136, hergestellt.

Die Ära Nudel-North[Bearbeiten]

Im Jahr 1860 wird die Teigwarenfabrik von Ferdinand North übernommen.

Die North-Villa in der Stauffenbergallee 5

23 Jahre später, gelingt Ferdinand North der Durchbruch. Er entwickelt die „Hausmacher Eierschnittnudel“, welche die Verkaufszahlen nach oben treibt. 1884 erfolgt der Umzug der Northschen Nudelfabrik in die Roonstraße 16 in Erfurt.

Anfang 1896 übernehmen die beiden Söhne von Ferdinand North, Georg und Johannes, die Nudelfabrikation sowie das Handelsgeschäft. Aus nicht bekannten Gründen scheidet Johannes North bereits vier Jahre später aus dem Unternehmen aus. Georg North ist nun alleiniger Inhaber. Das Unternehmen erhält weitere vier Jahre später, Anfang 1904, auf der Weltausstellung in St. Louis, die Goldmedaille für die herausragende Qualität der Teigwaren aus Erfurt.

Die familiäre Tradition wird fortgesetzt, indem im Jahr 1922 die Söhne von Georg North, Hans und Gerhard, Mitgesellschafter der neu gegründeten OHG werden. Bereits zwei Jahre später stirbt Georg North.

Als Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 macht die OHG Ferdinand North in der Zeit von 1931 bis 1936 große Verluste. Nachdem die größten Folgen der Wirtschaftskrise überwunden waren, folgte der Zweite Weltkrieg. Der Umsatz stieg an, da Nudeln sowohl im zivilen, als auch im militärischen Bereich sehr beliebt waren.

Nach der sowjetischen Besetzung im Juli 1945 übernimmt Hans North im Dezember gleichen Jahres den alleinigen Vertretungs- und Geschäftsführungsanspruch.

Die Konsum-Teigwarenfabrik[Bearbeiten]

Nach teilweiser Zwangsverwaltung in den Jahren von 1946 bis 1948 erfolgt die Enteignung. Da der Nachfolgeeigentümer der Verband „Thüringer Konsumgenossenschaften“ ist, erfolgt eine Umbenennung des Unternehmens in „KONSUM - Teigwarenfabrik Erfurt“.

Im Oktober 1948, kurz nach der Enteignung, wird Hans North verhaftet und zwei Jahre später wegen Spionage zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung 1954 siedelt Hans North nach Gütersloh über. Gesellschafter bleibt jedoch die Konsum GmbH. 1966 wird die „KONSUM - Teigwarenfabrik Erfurt“ in das neu gegründete Konsumkombinat Markkleeberg eingegliedert.

Die Erfurter Teigwaren GmbH[Bearbeiten]

Die Erfurter Teigwaren GmbH Luftaufnahme

Anfang 1990 wurde das Unternehmen aus dem Konsumkombinat herausgelöst. Die Firma fungierte ab 1. Juli 1990 in wirtschaftlicher Selbstständigkeit unter dem Namen „Erfurter Teigwaren GmbH“. Im Jahr 1996 erfolgte der Umzug in die Eugen-Richter-Straße, dem jetzigen Produktionsstandort.

Die Familie Heyl kaufte 2001 die Erfurter Teigwaren GmbH vom Konsumverband. Im Jahr 2004 wird Gerhard Gabel Geschäftsführer. Vielfältige Umstrukturierungen und Produktneuausrichtungen werden umgesetzt. Die Produktion wird vervierfacht und die Mitarbeiterzahl verdoppelt. Die Firma ist spezialisiert auf die Großserienproduktion für Handel und Industrie und hat seit 2006 bewusst keine eigene Marke mehr.
Es bestehen Zertifizierungen gemäß:


Das Lieferprogramm umfasst:
1. Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel


2. Produkte für die weiterverarbeitende Industrie

  • Sterilisationsfest
  • Tiefgetrocknet
  • Anwendungsspezifisch
  • Für Salate
  • Für Tiefkühlgerichte
  • Für Mikrowellengerichte
  • Für Dosengerichte
  • Für sonstige Nudelfertiggerichte

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen-Daten-Fakten