Erhebung (Empirie)

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Eine Erhebung ist, insbesondere in der empirischen Sozialforschung, die Gesamtheit einer wissenschaftlichen Untersuchung.

Die Schaffung empirischer Daten besteht im Idealfall aus folgenden Schritten:

  1. Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems
  2. Theoriebildung unter Berücksichtigung des Adäquationsproblems
  3. Erhebungsvorbereitung (auch: Erhebungs- oder Versuchsplanung): (Erhebungskonzept, Fragebogenentwicklung, Stichprobenziehung)
    1. Konstruktion des Erhebungsinstruments
    2. Festlegung des Forschungsdesigns
    3. Wahl der Erhebungsmethode (Methoden der empirischen Sozialforschung)
    4. Auswahlverfahren
    5. Pretest
  4. Datengewinnung durch Stichproben oder Nutzung von Betriebsdaten oder Erhebung von Bestands- u. Ereignismassen
  5. Datenaufbereitung (Datenprüfungen, Typisierungen und Merkmalszusammenfassungen),
  6. Auswertung (Tabellierung, Modellierung, Hoch- und Fehlerrechnung (Fehler 1. und 2. Art), Schätzen und Testen) sowie
    1. Aufbau eines analysefähigen Datenfiles
    2. Statistische Datenanalyse
  7. Ergebnispräsentation und Berichterstattung

[Bearbeiten] Forschungslogischer Ablauf empirischer Untersuchungen

Entsprechend der Wissenschaftstheorie sind drei Phasen einer empirischen Forschungsarbeit zu unterscheiden:

  • Entdeckungszusammenhang: Hier wird aus sozialen Problemen, bestehenden Theorien und Aufträgen ein Forschungsproblem entwickelt.
  • Begründungszusammenhang: Von einer Theorie ausgehend werden Hypothesen und geeignete Methoden entwickelt. Es kommt zur Datenerhebung, Datenauswertung und Dateninterpretation.
  • Verwertungszusammenhang und Wirkungszusammenhang: Hier werden neue Hypothesen und Theorien aufgestellt. Es kommt zur Darstellung, z.B. durch Publikationen, Vorträge und Pressemitteilungen. Soziale Planung kann im Anschluss stattfinden.

[Bearbeiten] Fehler und Fehlerarten bei Erhebungen

Es gibt bei Erhebungen eine Reihe von möglichen Fehlern.

  • Fehler in Stichprobenerhebungen: Stichprobenfehler treten nur bei Stichprobenerhebungen auf (hier entspricht die Stichprobe nicht der Grundgesamtheit). Diese können in folgenden Formen auftreten:
    • Nicht-Zufallsfehler: Nicht-Zufallsfehler sind Fehler aufgrund des Auswahlverfahrens und des Schätzverfahrens (fehlerhaftes Stichprobendesign), bei denen die angenommene Zufallsstichprobe nicht vorliegt. Dies kann geschehen, wenn Elemente der Grundgesamtheit keine Chance haben, in die Stichprobe zu gelangen. Bei fehlerhaften Schätzfunktionen können weitere Fehler auftreten, z.B. wenn bei der gebundenen Hochrechnung fehlerhafte Hilfsvariablen berücksichtigt wurden.
    • Zufallsfehler

[Bearbeiten] Literatur

  • Lessler, Judith T., Kalsbeek, William D.: Nonsampling error in surveys. New York [u.a.] 1992 412 S. Wiley series in probability and mathematical statistics: Probability and mathematical statistics. Wiley-Interscience publication ISBN 0-471-86908-2
  • US Department of Commerce (1978), "Glossary of Non Sampling Error Terms: An Illustration of a Semantic Problem in Statistics", Statistical Policy Working Paper 4, Office of Federal Statistical Policy Standards.
  • Diekmann, Andreas: Empirische Sozialforschung / Andreas Diekmann. - 14. Aufl., Orig.-Ausg. Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verl., 2005 (Rowohlts Enzyklopädie ; 55551). 9. Auflage (2002): S. 162-173 ISBN 3-499-55551-4
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