Eric Fernihough

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Eric Crudgington Fernihough (* 17. Februar 1905 in Birkenhead, Cheshire, England; † 23. April 1938 in Budapest, Ungarn) war ein britischer Motorradrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten]

Eric Fernihough belegte im Jahr 1927, im Alter von 22 Jahren, bei seiner einzigen TT-Teilnahme in der Lightweight-Klasse (bis 250 cm³) auf einer New Imperial den 13. Rang. [1]

In der ersten Hälfte der 1930er Jahre startete er für Excelsior bei zahlreichen internationalen Rennen. Im April 1930 gewann er das renommierte North-West-200-Rennen in Nordirland in der 175er-Kategorie. Bei der Motorrad-Europameisterschaft 1930, die im Rahmen des X. Großen Preises von Belgien am 13. Juli auf dem Circuit de Spa-Francorchamps in Belgien ausgetragen wurde, belegte Fernihough im Lauf der 175-cm³-Klasse hinter dem einheimischen DKW-Piloten Yvan Goor den zweiten Rang.[2] Im weiteren Saisonverlauf konnte der Brite mit seinem Sieg beim 175-cm³-Grand-Prix der U.M.F. auf dem Circuit de Pau in Frankreich einen weiteren internationalen Erfolg feiern.[3]

Im Juni 1931 gewann Eric Fernihough mit seinem Fahrzeug zum zweiten Mal in seiner Karriere den Grand Prix der U.M.F., der in diesem Jahr in Montlhéry ausgetragen wurde und gleichzeitig der EM-Lauf der Saison war. Er setzte sich diesmal im über ca. 250 Kilometer führenden 175er-Lauf gegen Goor durch und krönte sich mit einem Vorsprung von etwa 30 Sekunden zum 175-cm³-Europameister.[4][5] Den Großen Preis von Belgien und das 250er-Rennen beim North West 200 konnte der Brite in diesem Jahr ebenfalls gewinnen.[2]

In der Saison 1932 gewann Eric Fernihough die 175-cm³-Läufe bei der Dutch TT, dem Großen Preis der U.M.F. und beim Grand Prix von Belgien.[6] 1933 siegte Fernihough auf Excelsior zum vierten Mal in Folge beim Grand Prix der U.M.F. in der 175-cm³-Klasse.

Im Jahr 1935 verbesserte er auf einer Brough Superior den Rundenrekord auf der im Südwesten Londons gelegenen Brooklands-Bahn, einer der schnellsten Rennstrecken der damaligen Zeit überhaupt, auf 123,58 mph (198,88 km/h).[7]

1936 stellte Eric Fernihough auf Brough Superior mit 163,82 mph (263,64 km/h) einen neuen Weltrekord über die fliegende Meile für Solo-Motorräder auf. Im folgenden Jahr verbesserte er auf einer Brough mit aufgeladenem 1000-cm³-J.A.P.-Motor im ungarischen Gyon auch den Weltrekord über den fliegenden Kilometer für Solomaschinen auf 169,79 mph (273,25 km/h). Obendrein stellte er mit 137 mph (220 km/h) auch einen neuen Rekord für Gespanne auf. [8][9]

Besonders der prestigeträchtige Weltrekord über den fliegenden Solo-Kilometer war zur damaligen Zeit derart umkämpft, dass Fernihough seinen dem BMW-Piloten Ernst Jakob Henne entrissenen Rekord noch im selben Jahr an den italienischen Gilera-Piloten Piero Taruffi wieder verlor.

Neben seiner Tätigkeit als Fahrer bereitete Eric Fernihough auch Motoren für den Renneinsatz vor. [10]

Tödlicher Unfall[Bearbeiten]

Eric Fernihough verunglückte am 23. April 1938 bei Weltrekordversuchen in Gyon bei Budapest in Ungarn tödlich. Er kam, möglicherweise wegen einer Windbö, mit seiner Brough-Superior-J.A.P. von der Fahrbahn ab und stürzte dabei schwer. Seine Sterbeurkunde nennt Ulloi ut 78, Budapest als Sterbeort.

Statistik[Bearbeiten]

Titel[Bearbeiten]

Rennsiege[Bearbeiten]

(gefärbter Hintergrund = Europameisterschaftslauf)

Jahr Klasse Maschine Rennen Strecke
1930 175 cm³ Excelsior II. North West 200
175 cm³ Excelsior 11ème GP de l'UMF Pau
1931 175 cm³ Excelsior III. North West 200
175 cm³ Excelsior 12ème GP de l'UMF Montlhéry
175 cm³ Excelsior XI. Großer Preis von Belgien Spa-Francorchamps
250 cm³ Excelsior Schwedische TT Onsala
1932 175 cm³ Excelsior IV. North West 200
175 cm³ Excelsior VIII. Dutch TT Circuit van Drenthe
175 cm³ Excelsior 13ème GP de l'UMF Reims
175 cm³ Excelsior XII. Großer Preis von Belgien Spa-Francorchamps
1934 175 cm³ Excelsior 14ème GP de l'UMF Dieppe

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFernihoughs TT-Statistik. www.iomtt.com, abgerufen am 2. Juni 2010 (englisch).
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVincent Glon: L'Histoire de la course moto – Palmarès des Championnats d'Europe (1924–1937 et 1947–1948). racingmemo.free.fr, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVincent Glon: L'Histoire de la course moto; 5ème partie: Les Grand Prix d'Europe. (1924–1937); 1930. racingmemo.free, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  4.  Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. 1. Auflage. HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, Chemnitz 2009, ISBN 9783000286117, S. 50.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVincent Glon: L'Histoire de la course moto; 5ème partie: Les Grand Prix d'Europe. (1924–1937); 1931. racingmemo.free, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVincent Glon: L'Histoire de la course moto; 5ème partie: Les Grand Prix d'Europe. (1924–1937); 1932. racingmemo.free, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBrooklands Motoring History. www.brooklands100.org, archiviert vom Original am 30. Oktober 2007, abgerufen am 2. Juni 2010 (englisch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format1938 Brough Superior SS80 Vontage Classic Antique Motorcycle. blogs.myspace.com, 15. September 2009, abgerufen am 2. Juni 2010 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAlan Cathcart: Szene: Brough Superior 8/75 SS 100 – Der große Hammer. www.motorradonline.de, 4. April 2008, abgerufen am 2. Juni 2010.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDorcas, an innovative 'Special' hill climb car from the thirties, fitted with BSAFWD transmission and drive, built and raced by the Glegg brothers. www.bsafwdc.co.uk, abgerufen am 2. Juni 2010 (englisch).