Eric Lobron

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Eric Lobron 1980 Malta.jpg
Eric Lobron, Malta 1980
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Geboren 7. Mai 1960
Germantown, Pennsylvania
Titel Großmeister (1982)
Aktuelle Elo-Zahl 2516 (Oktober 2014)
Beste Elo-Zahl 2625 (Juli 1992)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Eric Lobron (* 7. Mai 1960 in Germantown, Pennsylvania) ist ein deutscher Schachgroßmeister US-amerikanischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Eric Lobron bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft 1974

Eric Lobron kam als Fünfjähriger nach Deutschland und wuchs in Wiesbaden auf, wo er im PSV Grün-Weiß Wiesbaden mit Schach in Berührung kam und seine ersten Turniere bestritt. 1978 wurde er in Dillingen an der Donau Deutscher Jugendmeister.[1] 1980 gewann er erstmals die Deutsche Meisterschaft. Kurz darauf brach er sein Jurastudium ab und wurde Schachprofi.

1981 gewann er in Biel, 1982 in Ramat haScharon und Manila. 1982 wurde ihm der Großmeistertitel des Weltschachbundes FIDE verliehen.[2] Es folgten Siege in New York 1983, Biel 1986, Brüssel 1987 und Ter Apel 1987. Dazwischen wurde er 1984 wieder Deutscher Meister.

Im Juli 1992 erreichte Lobron mit 2625 seine höchste Elo-Zahl und belegte Platz 21 in der FIDE-Weltrangliste[4]. 1998 belegte er in Bad Wiessee nach einem Sieg über den späteren FIDE-Weltmeister Chalifman den zweiten Platz. Inzwischen wird Lobron bei der FIDE als inaktiv geführt, nachdem er seine letzte gewertete Turnierpartie in der Saison 2005/06 der hessischen Verbandsliga spielte. Sein letztes Einzelturnier bestritt er 2004 im niederländischen Wijk aan Zee.

Eric Lobron gilt auch als guter Backgammon-Spieler. Seit 2004 ist er mit der estnischen Schachfunktionärin Carmen Kass liiert.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Lobron nahm mit der deutschen Mannschaft an den Schacholympiaden 1980, 1982, 1984, 1988, 1990, 1992, 1994 und 1996 teil. Er erreichte 1990 in Novi Sad das drittbeste Einzelergebnis am dritten Brett.[5] Außerdem gehörte er bei der Mannschaftsweltmeisterschaft 1985[6] und den Mannschaftseuropameisterschaften 1983, 1989 und 1992 zur deutschen Auswahl, mit der er 1989 in Haifa den dritten Platz erreichte.[7]

Vereine[Bearbeiten]

In der deutschen Schachbundesliga hatte Lobron insgesamt 28 Einsätze in der viergleisigen Bundesliga für den TSV Schott Mainz[8], für den er auch nach Gründung der eingleisigen Bundesliga in der Saison 1980/81 spielte. Von 1981 bis 1983 spielte er für Königsspringer Frankfurt, von 1983 bis 1990 und erneut von 1999 bis 2002 spielte er für die Schachgesellschaft Solingen, mit der er 1987 und 1988 deutscher Mannschaftsmeister wurde und 1990 den European Club Cup gewann[9], von 1990 bis 1992 für die FTG Frankfurt, von 1992 bis 1994 für den SC Stadthagen und von 1994 bis 1997 für den SV Empor Berlin. Die schwedische Elitserien gewann Lobron 2004 mit dem SK Rockaden Stockholm.

Werke[Bearbeiten]

  • mit Frank Grzesik: Schacholympiade Thessaloniki 1984, Edition Marco, Schachverlag Nickel, Berlin 1985, ISBN 3-924833-02-8

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften 1978 in Dillingen
  2. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 78
  3. Dortmunder Schachtage 1982 mit Bild
  4. Weltrangliste Juli 1992 bei olimpbase.org (englisch)
  5. Eric Lobrons Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  6. Eric Lobrons Ergebnisse bei Mannschaftsweltmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  7. Eric Lobrons Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  8. Johannes Eising, Karl-Heinz Podzielny, Gerd Treppner: Schach-Bundesliga 1974-80, Bamberger Schachverlag, Bamberg 1981, ISBN 3-923113-00-5, Seite 103.
  9. Eric Lobrons Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eric Lobron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien