Erich Höhne

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Erich Höhne, porträtiert von Erich Pohl um 1970

Erich Höhne (* 8. März 1912 in Dresden; † 17. Januar 1999 ebenda) war ein deutscher Fotograf. Höhne zählt mit seinem Werk zu den wichtigsten Dokumentaristen des zerstörten Dresdens.

Leben[Bearbeiten]

Im Dresdner Hechtviertel als Sohn des Eisenformers und SPD-Funktionärs Ernst Max Höhne und der Kartonagearbeiterin Anna geboren, besuchte Erich Höhne von 1918 bis 1926 die Volksschule in Dresden. Bereits als Kind fotografierte er mit einer selbstgebauten Kamera. 1924 trat er der Arbeitersportbewegung bei und wurde Jugendleiter. Zwischen 1926 und 1930 absolvierte Höhne eine Ausbildung zum Feinmechaniker bei den Zeiss-Ikon-Werken in Dresden, wo er bis 1945 als Feinmechaniker, Technischer Laborant und Laboringenieur tätig war. Seit 1936 war Höhne Mitglied im Verband der Journalisten der DDR[1]. 1939 entging er der Einberufung zur Wehrmacht, da er unabkömmlich gestellt war, um Kameras in Jagdflieger einzubauen.

Nach der Kapitulation erhielt Erich Höhne eine Fotografiererlaubnis; mit einer Contax-Kleinbildkamera entstand im Auftrag der sächsischen Landesregierung eine Bildserie über Dresdner Umsiedlerlager.

Zwischen 1945 und 1968 arbeitete er als freiberuflicher Fotojournalist in Dresden und dokumentierte insbesondere den Wiederaufbau Dresdens. Nach 1946 erweiterte der Amateurfotograf seine Kenntnisse durch den Besuch eines Meisterkurses des Fotografenhandwerks und vermittelte sie dann als Leiter von Fotozirkeln weiter. Nach dem Tod seines Partners Erich Pohl 1968 betrieb er den Bilderdienst mit seiner Frau. Höhne verstarb 1999 und wurde auf dem Heidefriedhof beigesetzt.

Werk[Bearbeiten]

Bis 1940 publizierte Erich Höhne Idyllen und Heimatbilder, sein Vorkriegsschaffen ging allerdings bei der Zerstörung Dresdens verloren. Nach 1945 erschienen bekannte Bildbände, meist Dokumentarbücher über Geschichte oder Politiker. Zusammen mit Erich Pohl galt er als Dokumentarist der ersten Stunde.[2] Er erhielt mehrere DDR-Medaillen und Auszeichnungen des In- und Auslandes, u.a. die Ehrennadel für Fotografie in Silber und den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden.

Im Jahr 1992 erwarb die Abteilung Deutsche Fotothek der SLUB Dresden das Pressearchiv Höhne/Pohl.[3] Mit der Digitalisierung ist jetzt ein Bildbestand online recherchierbar, der etwa 260.000 Kleinbild- und 100.000 Mittelformatnegative, über 3000 Farbdias und zahlreiche Positive umfasst. Es ist es das umfangreichste, vollständig erworbene Bildarchiv der Fotothek.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • II. Deutsche Kunstausstellung in Dresden: Sonderschau Dresdner Bildjournalisten, September/Oktober 1949
  • Dresden, Museum für Geschichte der Stadt: Ausstellung zum 70. Geburtstag von Walter Ulbricht (mit großer Fotoschau von Höhne/Pohl), 1963
  • Leipzig, Gesellschaft für Fotografie im Kulturbund der DDR: Frühe Bilder - Eine Ausstellung zur Geschichte der Fotografie in der DDR 8. November bis 15. Dezember 1985
  • Dresden, Deutsches Hygiene-Museum: Mythos Dresden. Eine kulturhistorische Revue. 8. April bis 31. Dezember 2006
  • Dresden, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Mensch! Photographien aus Dresdner Sammlungen. 17. Juni bis 18. August 2006
  • Dresden, Ausstellung im öffentlichen Raum: Spurensuche: Ost. Orte Zeugnisse Blicke. 20. Juli bis 31. Oktober 2006

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jens Bove: Große Bilder mitten in der Nacht. Eine Würdigung Erich Höhnes anlässlich seines 100. Geburtstages. Sächsische Zeitung, 7. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erich Höhne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Bove: Trümmer, Träume, Alltag. In: Dresdner Geschichtsbuch 14, Dresden 2009, Hrsg.: Stadtmuseum Dresden, S. 221
  2. Jens Bove: Trümmer, Träume, Alltag. In: Dresdner Geschichtsbuch 14, Dresden 2009, Hrsg.: Stadtmuseum Dresden, S. 220
  3. Jens Bove: Trümmer, Träume, Alltag. In: Dresdner Geschichtsbuch 14, Dresden 2009, Hrsg.: Stadtmuseum Dresden, S. 219