Erich Hausen

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Erich Hausen (* 5. Februar 1900 in Bad Muskau; † 19. Dezember 1973 in Swarthmore, Pennsylvania), Pseudonyme Ernst Fabel und Charles Bischoff, war ein kommunistischer Politiker und antifaschistischer Widerstandskämpfer.

Leben[Bearbeiten]

Der aus einer Handwerkerfamilie stammende gelernte Elektriker Hausen schloss sich nach kurzem Kriegseinsatz 1918 im folgenden Jahr der USPD an und wurde zunächst deren Orts-, bald darauf Unterbezirksvorsitzender in Weißwasser. Nach der Vereinigung von USPD-Linke und KPD wurde er Lokalredakteur der KPD-Tageszeitung Rote Fahne der Lausitz in Cottbus und wenig später mit erst 21 Jahren Kandidat des Zentralausschusses der Partei. 1922 wurde er in die Bezirksleitung Lausitz gewählt und Ende 1922 Polleiter der Lausitz. Nach dem Hamburger Aufstand 1923 wurde Hausen im Dezember des Jahres verhaftet und vom Staatsgerichtshof in Leipzig unter dem Vorwurf des versuchten Hochverrats zu drei Jahren Haft verurteilt aber Ende 1925 amnestiert.

Zunächst Sekretär der Roten Hilfe für Thüringen wurde Hausen 1926 Polleiter des Bezirks Schlesien und 1927 Kandidat des Zentralkomitees, hier vertrat er gemeinsam mit Heinrich Galm die Positionen des „rechten“ Parteiflügels um August Thalheimer und Heinrich Brandler. Nach der Wittorf-Affäre, welche zur kurzfristigen Absetzung Ernst Thälmanns vom Parteivorsitz geführt hatte, wurde Hausen, der Thälmanns Parteiausschluss gefordert hatte und der (fälschlicherweise) verdächtigt wurde, interne Materialien über die Korruption in der Hamburger KPD dem Leninbund zugespielt zu haben, aus der Partei ausgeschlossen. Hausen zählte nun zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO), gab deren theoretische Zeitschrift Gegen den Strom mit heraus und war Mitglied der Reichsleitung der KPO.

Nach der Machtübertragung an die NSDAP floh Hausen nach dem Reichstagsbrand zunächst nach Straßburg, um dann unter der falschen Identität nach Berlin zu gehen, wo er gemeinsam mit Robert Siewert und Fritz Wiest die Widerstandsarbeit der KPO koordinierte. 1934 wurde Hausen beim Grenzübertritt in Bad Elster verhaftet und zunächst unter dem Vorwurf der Spionage und des Devisenschmuggels sechs Monate gefangen gehalten. Da Hausen über einen gültigen französischen Pass (auf den Namen Charles Bischoff) verfügte und kein belastendes Material mit sich führte, wurde er nach Frankreich abgeschoben, von wo aus er, in der Illegalität lebend die KPO-Aktivitäten koordinierte. 1938/39 gehörte Hausen zu der Minderheit in der Partei, welche die bisherige Einschätzung der KPO, nach welcher die Sowjetunion und die Komintern reformierbar seien, verwarfen und die Gruppe Marxisten-Internationalisten gründeten.

1939 nach Kriegsbeginn zunächst interniert, gelang es Hausen 1941 in die USA zu flüchten, wo er einen Diskussionskreis ehemaliger KPO- und SAPD-Mitglieder um sich sammelte. Als politischer Flüchtling wurde Hausen, welcher sich in Swarthmore/Pennsylvania niedergelassen hatte und dort wieder als Elektriker arbeitete, erst nach einem langwierigen Rechtsstreit 1952 anerkannt.

Literatur[Bearbeiten]