Erich Müller (Ingenieur)

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Auf der Anklagebank am 22. Dezember 1947 : Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Ewald Loeser, Eduard Houdremont, Erich Müller, Friedrich Janssen, Karl Pfirsch, Karl Eberhardt und Heinrich Korschan (von links)

Erich Müller (* 2. November 1892 in Berlin; † 15. April 1963 in Kettwig) war ein deutscher Ingenieur und NS-Kriegsverbrecher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Erich Müller wurde am 2. November 1892 in Berlin geboren. Von 1901 bis 1909 besuchte er die Werner-Siemens Oberrealschule in Berlin-Charlottenburg, die er ohne Hochschulabschluss verließ. Er besuchte eine private Lehranstalt zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung und legte diese im August 1914 ab. Er trat im Mai 1933 in die NSDAP ein und war für einige Monate Mitglied der SA. Politisch trat er kaum in Erscheinung allerdings waren in Verbindung mit seinen beruflichen Aufgaben politische Kontakte unvermeidbar. Er wurde am 10. September 1945 verhaftet danach als Kriegsverbrecher angeklagt und verurteilt. Nach seiner Haftzeit, die vorzeitig durch Begnadigung beendet wurde, kehrte er nicht ins Berufsleben zurück. Er verstarb am 15. April 1963 in Kettwig.[1] Nach seinem Tode wurde 1964 die Prof. Dr.-Ing. Erich Müller-Stiftung zur Förderung der Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften an deutschen Universitäten gebildet, welche noch immer aktiv ist.[2]

[Bearbeiten] Akademische Laufbahn

Im Februar 1919 begann er an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg ein Ingenieurstudium, welches er 1922 mit der Diplom-Hauptprüfung abschloss. Von Oktober bis Ende 1922 war er Assistent an der TH-Berlin. An der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und promovierte 1931 zum Dr. Ingenieur und erhielt in diesem Rahmen seinen zweiten Staatspreis.[1] Als einer der „um die Lösung von Kriegsaufgaben besonders verdienten Männer“ wurde er am 30. Januar 1943 von Adolf Hitler zum Professor ernannt.

[Bearbeiten] Berufliche Laufbahn

Er war im Reichsbahn-Ausbesserungswerk in Berlin-Grunewald als Praktikant von 1909 bis 1911 beschäftigt. Von Juli bis September 1922 arbeitete er als Konstrukteur in den Borsig-Werken Berlin. Ab Februar 1923 begann er seine Laufbahn bei der Reichsbahn. 1934 wurde er zum Direktor des Berlin-Tempelhof ernannt.

Er begann im April 1935 bei der Friedrich Krupp AG wo er ein Jahr später Leiter der Artillerie-Entwicklungsabteilung wurde. Er war unter anderem für die Entwicklung der Geschütze Schwerer Gustav und Dora verantwortlich. Anfang 1938 erhielt er Prokura wurde zunächst Abteilungsdirektor, ab Ende 1938 stellvertretender Direktor. Ab 1941 war er stellvertretendes Vorstandsmitglied, ab 1943 Vorstandsmitglied der Krupp AG. Er war maßgeblich an der Entwicklung von 24 Geschütztypen beteiligt.

[Bearbeiten] Militärische Laufbahn

Erich Müller war als Freiwilliger und Reserveoffizier im Ersten Weltkrieg. Ab 1940 war er Leiter des Waffenausschusses im Kriegsministerium unter Fritz Todt und Albert Speer. Wegen Differenzen zog er sich im Frühjahr 1942 aus dem Waffenausschuss zurück. Die Leitung der Waffen-Kommission, mit der er gleichzeitig betraut wurde, nahm er bis Kriegsende wahr. [1]

[Bearbeiten] Nürnberger Prozesse

Im Krupp-Prozess wurde er 1948 zu zwölf Jahren Haft verurteilt, allerdings bereits 1952 wieder aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

  • The Law Reports of Trials of War Criminals, Selected and prepared by The United Nations War Crimes Commission, Volume X, London, HMSO.1948. (englisch). THE KRUPP TRIAL. TRIAL OF ALFRIED FELIX ALWYN KRUPP VON BOHLEN UND HALBACH AND ELEVEN OTHERS. UNITED STATES MILITARY TRIBUNAL, NUREMBERG, 17TH NOVEMBER, 1947-30TH JUNE, 1948 [1]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Bibliographische Daten siehe Literatur Neue Deutsche Biographie
  2. http://stiftungen.stifterverband.info/t001_muellererich/index.html
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