Erich Ritter

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Erich Ritter.

Erich Kurt Ritter (* 30. Dezember 1958 in Oftringen) ist ein Schweizer Biologe und Verhaltensforscher von Haien.

Leben[Bearbeiten]

Ritter studierte Zoologie und Paläontologie an der Universität Zürich und an der Rosenstiel School der University of Miami. Danach promovierte er auf dem Gebiet der Verhaltensökologie bei Fischen.[1] Erich Ritter ist ein Gründungsmitglied und war bis 2005 wissenschaftlicher Leiter von Sharkproject e.V., arbeitet in der Verhaltensforschung von Haien und beschäftigt sich insbesondere mit der Hai-Mensch-Beziehung. Er untersucht, analysiert und rekonstruiert Haiunfälle und stellt die Ergebnisse den Opfern und deren Angehörigen zur Verfügung. Die Unfall-Analysen und Rekonstruktionen werden im Global Shark Attack File am Shark Research Institute in Princeton USA publiziert.[2]

Alle Experimente werden mit und oft in Interaktion mit den Tieren „in freier Wildbahn“ primär auf den Bahamas und in Südafrika durchgeführt. Durch seine Forschung entwickelte Ritter das Interaktionskonzept ADORE-SANE.[3] Als renommierter Hai-Forscher berät Ritter mit diesem Konzept z. B. die Deutsche Marine[4], United States Navy und United States Air Force[5] im Umgang mit Haien.

Nach diesem Konzept gibt es keine gefährlichen, d. h. willentlich aggressiven Haie, sondern nur gefährliche Situationen mit Haien. Aus seinen Forschungsergebnissen und den Analysen und Rekonstruktionen von Hai-Unfällen leitete Ritter eine Reihe von Massnahmen und Verhaltensregeln ab, mit denen gefährliche Situationen mit Haien vermieden werden können. Die Verhaltensregeln sollen z. B. Schwimmern und Rettungsschwimmern in gefährlichen Situationen helfen, angemessen zu reagieren.

Im Jahr 2002 hatte Erich Ritter während der Dreharbeiten für die Serie „Shark Week“ auf den Bahamas einen Unfall. Ein Bullenhai, der nach einem Köder schnappte, biss in seine Wade („Probebiss“). Als sich Ritter losriss, um nicht ins tiefe Wasser gezogen zu werden, verlor er seine Wade.[6]

Seine Forschungsergebnisse zeigen Haie als intelligente Tiere und widersprechen den gängigen Vorstellungen und Darstellungen, wie sie z. B. durch die Medien und die Filmindustrie verbreitet werden (z. B. Blutrausch). Den weltweit jährlich ca. 100 Unfällen mit Haien, von denen ca. 10 tödlich enden, stellt er z. B. Zahlen krimineller Tötungsdelikte und von Unfällen in Städten oder von seltenen Ereignissen wie die jährlich ca. 150 tödlichen Unfälle durch herunterfallende Kokosnüsse gegenüber. Ritter setzt sich aktiv und insbesondere durch Medienpräsenz für den Erhalt und Schutz der Haie und insbesondere gegen das Shark-Finning von Haiflossen an lebenden Tieren ein.[7]

Auf den Bahamas betreibt Ritter eine wissenschaftliche Station, das Shark Education and Research Center (SERC), in der Feldkurse für Studenten ausgerichtet werden und in der Ritter Hai-Kurse für Interessierte unterrichtet, die den Umgang mit Haien erlernen möchten. Ritter ist PADI-, Emergency First Response- und DAN-Sauerstoff Instruktor.[8]

Publikationen[Bearbeiten]

  •  Erich Ritter: Das Lächeln der Haie. Gedanken und Geschichten aus dem Leben eines Haiforschers. Verlag Dr. Werner Steinert, 2001, ISBN 978-3-931309-07-7.
  •  Erich Ritter: Über die Körpersprache von Haien. Verlag Dr. Werner Steinert, 2002, ISBN 978-3-931309-08-4.
  •  Erich Ritter: Mit Haien sprechen. Das faszinierende Verhalten eines bedrohten Jägers. Kosmos Verlag, 2004, ISBN 978-3-440-09807-3.
  •  Erich Ritter, Gerhard Wegner: Haiunfälle. Hintergründe verstehen - Gefahren erkennen. Kosmos Verlag, 2005, ISBN 978-3-440-10171-1.
  •  Erich Ritter, Gerhard Wegner, Andre Hartman: Der weisse Hai. Abenteuer, Fakten, Faszination (Ein Herz für Tiere). Kosmos Verlag, 2006, ISBN 978-3-440-10171-1.
  •  Erich Ritter: Haie - Menschen - Begegnungen.. SharkSchool, 2010, ISBN 978-3000333880.
  •  Erich Ritter, Alexandra Quester: Lexikon Hai-Mensch Interaktion .. SharkSchool, 2012, ISBN 978-3000368899.

Filme, DVD[Bearbeiten]

  • Dokumentarfilm Sharkwater, Kanada, 2006
  • Sharkschool - Interaktion mit Haien (DVD), 2007

Quellen[Bearbeiten]

  1. Leo Ochsenbauer.: Erich Ritter: Der mit den Haien taucht.. . Abgerufen am 6. Februar 2009.
  2. Litera.: Portrait: Dr. Erich K. Ritter.. . Abgerufen am 11. Mai 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatE. Ritter: Kommunizieren mit Haien. 12. August 2001, abgerufen am 25. Oktober 2009.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatE. Ritter: Deutsche Marine - Pressemeldung: Taucher der Marine kein Beuteschema von Haien - Experte lehrt richtigen Umgang mit Raubfischen. 24. April 2009, abgerufen am 4. September 2012.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNZZ executive: 33 Fragen an Erich Ritter, Direktor Shark Accident Victim Network in Princeton. 11. April 2009, abgerufen am 4. September 2012.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHai-Stiftung, Shark Foundation: Dr. Erich Ritter wieder zu Hause. 12.04.02, abgerufen am 13. Januar 2011.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatM. Fischer: Der Mann, der Hai werden will. Der Spiegel, 1. Mai 2001, S. 68-77, abgerufen am 25. Oktober 2009.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDr Erich Ritter. fdu, abgerufen am 28. August 2009.

Weblinks[Bearbeiten]