Erich Schelling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erich Schelling (* 11. September 1904 in Wiesloch; † 14. November 1986 in Karlsruhe) war ein deutscher Architekt. Schelling gilt als ein Vertreter der architektonischen Nachkriegsmoderne in der Bundesrepublik Deutschland.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Erich Schelling studierte von 1924 bis 1928 am Staatstechnikum Karlsruhe nachdem er zuvor die Prüfung zum Bauzeichner abgelegt hatte. Von 1926 bis 1927 war er Leiter der baukeramischen Abteilung der Großherzoglichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe. Von 1930 bis 1933 studierte er ein zweites Mal Architektur an der Technischen Universität Fridericiana in Karlsruhe bei Hermann Billing und Max Laeuger.

1933 trat Erich Schelling in die SA und 1937 auch in die NSDAP ein.

Nach vier Jahren als Mitarbeiter im Büro von Hermann Alker arbeitete er ab 1937 als selbständiger Architekt in Karlsruhe. Im gleichen Jahr wurde er Professor am Staatstechnikum Karlsruhe, der heutigen Hochschule Karlsruhe. 1942 wurde Schelling von seinen Aufgaben am Staatstechnikum freigestellt, um sich Bauaufgaben im benachbarten Elsass widmen zu können. In Straßburg eröffnet er 1942 ein Zweigbüro. Beide Büros wurden mit dem Ende des Krieges geschlossen.

Das Karlsruher Büro begann ab 1946 wieder seine Arbeit aufzunehmen, 1949 folgten die ersten größeren Aufträge wie für die FAG Kugelfischer-Werke in Schweinfurt. Mit dem Neubau der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe erregte er 1953 europaweites Aufsehen. Sie hatte als erste Halle in Europa eine parabolisches Hängedach aus Spannbeton mit einer nur sechs Zentimeter dicken Schale.

Seinem Entwurf für den Generalbebauungsplan des Kernforschungszentrums Karlsruhe folgten ab 1955 eine Reihe von Aufträgen für Betriebs- und Laborgebäude auf dem Gelände.

Die Schwarzwaldhalle, die Nancyhalle, das Gebäude der Handwerkskammer Karlsruhe und das LVA-Gebäude sind als Kulturdenkmäler in das Denkmalbuch eingetragen.

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main zeigte vom 14. Februar bis 12. April 2009 in einer Ausstellung unter dem Titel Zum Beispiel Schelling bedeutende Bauten Erich Schellings im Modell und auf Fotografien. Die Ausstellung setzte sich dabei besonders mit der Gefährdung auseinander, die der architektonischen Nachkriegsmoderne durch Abriss und Modernisierungen droht. Anhand von fotografischen Vergleichen werden denkmalgerechte Renovierung, aber auch entstellende Umbauten der Architektur Schellings demonstriert.

Schelling war mit der Innenarchitektin Trude Schelling-Karrer verheiratet, die auch seine langjährige Mitarbeiterin war. Sie stiftete ihm zu Ehren einen Architekturpreis, den Erich-Schelling-Architekturpreis, der alle zwei Jahre an seinem Todestag vergeben wird.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten]

Die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe während der Bundesgartenschau 1967

Projekte und Wettbewerbe (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1940–42: Entwurf für das „Neue Straßburg”
  • 1952: Entwurf für das Tullabad, Karlsruhe
  • 1959: Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
  • 1960: Erster Wettbewerb für das Badische Staatstheater Karlsruhe
  • 1963: Zweiter Wettbewerb für das Badische Staatstheater, Karlsruhe

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erich Schelling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien