Erich Schmitt

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Erich Schmitt (* 11. März 1924 in Berlin; † 29. Dezember 1984 ebenda) war ein deutscher Karikaturist. Er war einer der bekanntesten Karikaturisten und Comiczeichner der DDR, wozu auch seine unverkennbare Darstellungsweise der Figuren beitrug.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Geboren wurde der Sohn eines Postschaffners in Berlin im Viertel am alten Schlesischen Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof. Schon als Vierjähriger soll er talentiert auf dem häuslichen Fußboden mit Kreide ein Pferd gezeichnet haben. Später malte er am liebsten Männchen.[1] Er erlernte den Beruf eines Schlossers und besuchte Abendkurse an einer Pressezeichnerschule. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der Kriegsmarine in der Ostsee. Er geriet in Gefangenschaft und wurde nach Schleswig-Holstein entlassen, wo er seine spätere Ehefrau Katharina kennenlernte. Er zog nach Ostberlin und begann, sich eine Existenz als Karikaturist aufzubauen.[1]

Er arbeitete für zahlreiche DDR-Zeitungen und Zeitschriften, etwa für den Eulenspiegel oder die Wochenpost. Fester Arbeitgeber wurde jedoch die Berliner Zeitung, welche bereits seit 1951 regelmäßig Sammelbände mit den Schmittschen Tageskarikaturen herausbrachte. Im Laufe dreier Jahrzehnte schuf er allein für dieses Blatt an die 10.000 Zeichnungen.[1] Der untersetzte Mann mit rundem Bauch und Schnurrbart – wie er sich selbst zeichnete – veränderte seinen ausgeprägten Stil nie. Er begeisterte sich für Tiere und den Weltraum, entdeckte mit Berliner Witz und Schnauze die heiteren, kuriosen und kritikwürdigen Momente im Alltag, die er in schnell erfassbare Episoden, meist mit Bildunterschriften, umsetzte. Er hielt sich am liebsten im Berliner Tierpark auf.[1] Die von ihm erschaffenen Figuren wie etwa Kuno Wimmerzahn, Schwester Monika, Nixi, Adam und Evchen, Kollege Blech, Karl Gabel, Ede, aber auch seine farbigen Serien für Kinder wie Benjamin und Benjamin erreichten einen hohen Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad in der DDR. Diverse seiner Serien wurden schon zu Lebzeiten in Buchform aufgelegt. Schließlich wurde 1968 das Dicke-Schmitt-Buch herausgegeben, das zu einer der begehrtesten Bückwaren der DDR avancierte. Für viele Buchausgaben der DDR arbeitete Schmitt auch als Illustrator.

1981 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden in Silber.[2]

Schmitt starb im Alter von nur 60 Jahren 1984 in Berlin. Seine beiden Söhne Thomas Schmitt und Ulrich Sturm sind ebenfalls Comiczeichner.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Schmitt’s Raupensammlung. Berliner Verlag, Berlin 1951.
  • Die Arche Noah. Verlag der Kunst, Dresden 1953.
  • Nixi. Die Lebensgeschichte einer Seejungfrau. Verlag der Kunst, Dresden 1954.
  • Kuno Wimmerzahn. Verlag der Kunst, Dresden 1955.
  • Schwester Monika. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1956, Neuausgabe 2011: ISBN 978-3-359-02308-1.
  • Oberschwester Monika. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1960.
  • Ede, der Tierparklehrling. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1964.
  • Adam und Evchen. Kollege Blech. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1965.
  • Erich Schmitt’s Berufslexikon. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1966.
  • Das dicke SCHMITT-Buch. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1968.
  • Zirkus Alberto. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1970.
  • 200x Schmitt. Berliner Verlag, Berlin 1970.
  • Kurschwester Monika. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1972.
  • Karl Gabels Weltraumabenteuer. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1973, Neuausgabe 2011: ISBN 978-3-359-02309-8.
  • Verschmittzter Tierpark. Berlin-Information, Berlin 1976.
  • Verschmittztes Berlin. Berlin-Information, Berlin 1979.
  • Karl Gabels sämtliche Weltraumabenteuer. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1980.
  • Erich Schmitt’s Freizeitlexikon. Eulenspiegel Verlag, Berlin 1982.
  • Ede der Tierfänger und andere Bildgeschichten. Kinderbuchverlag, Berlin 1982.
  • Ein Planet wird gesucht. Der Kinderbuchverlag, Berlin 1984.
  • Benjamin und Benjamin. Der Kinderbuchverlag, Berlin 1988.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Annerose Kirchner in: Ostthüringer Zeitung, Jg. 19, Nr. 303, 29. Dezember 2009, Seite Kultur
  2. Berliner Zeitung, 2./3. Mai 1981, S. 4