Erich Wiesner (SED)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlen nähere Angaben über die Zeit zwischen 1933 und 1945 (bspw. wie lange war er wo inhaftiert? wurde er zur Wehrmacht eingezogen? usw.)

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Erich Wiesner (* 17. April 1897 in Weimar; † 16. Oktober 1968 in Schwerin) war ein deutscher Politiker (KPD, SED) und Journalist. Er war im Sommer 1945 der letzte deutsche Bürgermeister von Stettin.

Leben und Leistungen[Bearbeiten]

Wiesner wurde 1897 in Weimar geboren, besuchte dort die Volksschule und machte eine Lehre als Buchbinder. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Militärdienst eingezogen, verweigerte dort jedoch nach eigenen Angaben den Kampfeinsatz.

Als Jugendlicher schloss sich Wiesner der SPD an. Bereits mit Beginn des Ersten Weltkriegs jedoch orientierte er sich politisch weiter nach links. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Wiesner Mitglied der 1919 gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er gehörte 1920 dem Zentralkomitee des Kommunistischen Jugendverbands an.[1] Er bekämpfte als Kommunist engagiert die Weimarer Republik, ging 1922 in die Illegalität und lebte von 1927 bis 1930 in der Sowjetunion. In Moskau war er 1927 im Büro der Kommunistischen Jugendinternationale tätig.[1]

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er in Stettin Redakteur der kommunistischen Zeitung Volkswacht. Anschließend diente er seiner Partei als Agitator in Vorpommern. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP 1933 arbeitete Wiesner in Stettin illegal für die KPD. 1933 wurde Wiesner festgenommen und war bis 1939 inhaftiert, unter anderem in KZ Börgermoor.[1] Im August 1944 wurde er im Rahmen der "Aktion Gitter" erneut verhaftet, konnte aber fliehen und tauchte bis Kriegsende in Stettin unter.[2]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam Wiesner nach Stettin zurück. Die Stadt war vor ihrer Besetzung durch die Rote Armee am 26. April 1945 von der Bevölkerung ganz überwiegend verlassen worden. Ab Mai 1945 jedoch kehrten Stettiner in ihre Stadt zurück. Wiesner bemühte sich, von der sowjetischen Besatzungsmacht als Bürgermeister von Stettin eingesetzt zu werden. Der sowjetische Stadtkommandant setzte jedoch am 3. Mai 1945 zunächst Erich Spiegel (1919–1984) als Bürgermeister ein. Wiesner arbeitete in der Stadtverwaltung mit, wurde 1. Sekretär der Ortsgruppe Stettin der KPD und erreichte es dann, am 26. Mai 1945 Bürgermeister zu werden.

Als Bürgermeister von Stettin sah sich Wiesner einer katastrophalen Lage gegenüber. Die überwiegend zerstörte Stadt war auf sich gestellt, eine Einbindung in die übergeordnete Verwaltung erfolgte nicht. Die drängendsten Probleme waren die Lebensmittelversorgung der zurückkehrenden Bevölkerung und deren Schutz vor Plünderungen, insbesondere durch Sowjetarmisten. Unter Wiesner gelangen Schritte zur Normalisierung des Lebens. Am 5. Juli 1945 jedoch übergab die sowjetische Besatzungsmacht die Stadt Stettin an den polnischen Staat. Wiesner wurde seines Amtes enthoben und musste Stettin verlassen.

Anschließend war Wiesner kurzzeitig Bevollmächtigter für den Ernteeinsatz in Vorpommern. Von August bis Dezember 1945 war er Oberbürgermeister von Schwerin, anschließend hauptamtlicher Parteifunktionär der KPD und nach der 1946 erfolgten Zwangsvereinigung von SPD und KPD dann hauptamtlicher Parteifunktionär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Von 1950 bis 1952 war er Landrat des Landkreises Güstrow. Von 1952 bis 1964 war er Parteisekretär und Redakteur der Schweriner Volkszeitung, des Organs der Bezirksleitung Schwerin der SED. 1968 starb Wiesner in Schwerin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Man nannte mich Ernst. Erlebnisse und Episoden aus der Geschichte der Arbeiterjugendbewegung, Berlin 1978. 1. Auflage 1956

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Wiesner, Erich. In: Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Ein Personenlexikon. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-282-9, S. 467.
  2. Steffen Kachel: Ein rot-roter Sonderweg? Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe Bd. 29). Böhlau, Köln u. a. 2011, ISBN 978-3-412-20544-7, S. 571.

Weblinks[Bearbeiten]