Erik Adolf von Willebrand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erik Adolf von Willebrand (* 1. Februar 1870 in Vaasa; † 12. Dezember 1949 in Pernå) war ein finnischer Hämatologe.

Von Willebrand studierte in Helsinki, wo er 1899 mit der Arbeit Zur Kenntnis der Blutveränderungen nach Aderlassen promoviert wurde.[1] Von 1901 bis 1903 hielt er Anatomievorlesungen an der Universität Helsinki, ab 1908 lehrte er dort Innere Medizin. Er arbeitete bis zu seinem Ruhestand 1935 an der Universität.

Im Jahr 1926 veröffentlichte von Willebrand auf schwedisch die Arbeit Hereditär pseudohemofili,[2] in der er das später nach ihm benannte von-Willebrand-Syndrom beschrieb, eine erbliche Blutgerinnungsstörung, die er an einer Familie von den Åland-Inseln beobachtet hatte und die, im Unterschied zur Hämophilie, der Bluterkrankheit, auch Frauen betraf. Er nannte sie daher Hereditäre Pseudohämophilie. Von Willebrand erkannte, dass es leichte und schwere Erkrankungsfälle gab und vermutete einen dominanten Erbgang.[3] In den 1930er Jahren untersuchte von Willebrand gemeinsam mit Rudolf Jürgens nochmals die Familie von den Åland-Inseln, die danach von beiden veröffentlichten Arbeiten führten dazu, dass die Erkrankung in der Folge von-Willebrand-Jürgens-Thrombopathie genannt wurde,[4] heute ist eine vor allem im deutschen Sprachraum übliche Bezeichnung Willebrand-Jürgens-Syndrom. In den 1950er Jahren wurde ein Faktor, der die Blutungszeit verkürzt, als ursächlich an der Erkrankung beteiligt beschrieben. Dieser Faktor wurde später als Protein identifiziert und erhielt den Namen Von-Willebrand-Faktor.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Standortnachweis der Dissertation in der UB Helsinki
  2. Die Arbeit erschien 1999 in englischer Übersetzung: E. A. Von Willebrand: Hereditary pseudohaemophilia. In: Haemophilia. 5, 1999, S. 223–231, doi:10.1046/j.1365-2516.1999.00302.x.
  3. Birger Blombäck: A Journey with Bleeding Time Factor. In: Giorgio Semenza: Stories of Success : Personal Recollections. 10 Amsterdam ; Boston ; Paris [etc.] : Elsevier, 2007., ISBN 9780444522467 (online) S. 211–212
  4. Erik Berntorp, Margareta Blombäck: Historical perspective on von Willebrand disease. In: Augusto B. Federici, Christine A. Lee: Von Willebrand Disease. Basic and Clinical Aspects Wiley-Blackwell, 2011, ISBN 9781405195126 (online)
  5. Birger Blombäck: A Journey with Bleeding Time Factor. S. 213 ff.