Erik Bosgraaf

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Erik Bosgraaf während eines Konzerts in Paradiso Amsterdam, 2011

Erik Bosgraaf (* 9. Mai 1980 in Drachten, Niederlande) ist ein niederländischer Blockflötist und Musikologe.

Leben[Bearbeiten]

Bis 2005 studierte Bosgraaf bei Walter van Hauwe und Paul Leenhouts am Conservatorium van Amsterdam und absolvierte zeitgleich ein Studium der Musikwissenschaften an der Universität Utrecht, für welches er 2006 sein Diplom erhielt. Bosgraaf ist in fast allen musikalischen Bereichen tätig und sucht außerdem Verbindungen zu anderen Kunstformen. Er wohnt in Hilversum und unterrichtet als Dozent für Blockflöte am Conservatorium van Amsterdam.

Werk[Bearbeiten]

Im Jahre 2007 brachte er unter der Leitung des Musikologen Thiemo Wind eine 3-teilige CD-Box mit Musik des niederländischen Komponisten Jacob van Eyck (1589–1657) heraus. Diese Aufnahme erreichte den ersten Platz in den klassischen Musikcharts der Niederlande. Weltweit wurden mehr als 25.000 Exemplare dieser CD-Box verkauft. Während der Musiksaison 2011–2012 wurde er vom Concertgebouw (Amsterdam) und vom Palais de Beaux Arts Bruxelles im Namen des ECHO als bedeutender, junger Musiker in der Serie Rising Stars vorgeschlagen, was eine Tournee durch Europa zur Folge hatte.

Ensemble Cordevento[Bearbeiten]

Im Jahre 2006 gründete Bosgraaf gemeinsam mit dem Gitarristen Izhar Elias und dem Cembalisten Alessandro Pianu das Ensemble Cordevento, mit dem Ziel, zeitgenössische und alte Musik zusammenzuführen. Ab 2007 konzentrierte sich das Trio ausschließlich auf die Musik des 17. Jahrhunderts, die im Grenzgebiet zwischen populärer Musik und Kunstmusik zu verorten ist. Anfang 2012 erschien das Debütalbum des Trios. 2008 machte Cordevento sein Debüt als Barockorchester in einfacher Besetzung. Hierbei konzentrierte sich das Ensemble vornehmlich auf das Repertoire des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 2009 erschien die Debüt-CD Bosgraafs mit einem Barockorchester mit den Blockflötenkonzerten von Antonio Vivaldi. 2011 ist die zweite CD mit Transkriptionen von Blockflötenkonzerten von Johann Sebastian Bach erschienen.

Mit Orchester[Bearbeiten]

Bosgraaf trat sowohl mit Kammermusik-Ensembles wie auch mit Symphonieorchestern auf. Er arbeitete unter anderem mit dem Dallas Symphony Orchester (Jaap van Zweden), Nederlands Kamerorkest (Gordon Nikolic), Residentie Orkest (Reinbert de Leeuw), Holland Symfonia (Otto Tausk), het Noord-Nederlands Orkest (Johannes Leertouwer), Radio Kamer Orkest (Thierry Fischer, Andreas Delfs) und Sinfonia Rotterdam (Alessandro Crudele).

Jazz[Bearbeiten]

Bosgraaf nahm drei Alben mit der Rockband Echos Minor auf und spielte außerdem mit dem Saxofonisten Yuri Honing, mit Luc Houtkamp in der Electro-Free-Jazz- Gruppe POW-Ensemble, mit Sean Bergin, Dig d'Diz, Mary Oliver (Viola) und Rozemarie Heggen (Kontrabass).

Neue Musik und Multimedia[Bearbeiten]

Bosgraaf befürwortet die Ausführung von neuer Musik für Blockflöte. Inzwischen sind viele Werke für ihn komponiert worden, oft in Kombination mit Elektronika oder Multimedia. Er arbeitet zusammen mit Komponisten wie Pierre Boulez, Anne Meredith, Willem Jeths, Ji Youn Kang, Jorrit Tamminga und Matijs de Roo. Seit 2002 arbeitet Bosgraaf intensiv mit dem Gitarristen Izhar Elias zusammen, mit dem er theatralische Multimedia-Projekte organisiert. 2007 erschien ihre CD/DVD Big Eye (Phenom Records). Elias und Bosgraaf arbeiten zusammen mit Paul & Menno de Nooijer und dem Tonkünstler Jorrit Tamminga.

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten]

2008 nahm Bosgraaf alle Fantasien für Flöte Solo von Georg Philipp Telemann auf CD auf, sowie die Partita BWV 1013 von Johann Sebastian Bach. Zudem spielte er im Jahre 2009 mit dem Cembalisten Francesco Corti sämtliche Blockflötensonaten von Georg Friedrich Händel ein. Im November 2011 war Erik Bosgraaf "Artist in residence" beim internationalen Van Wassenaar Festival. In der Musiksaison 2011–2013 ist er "Artist in residence" von Toonzaal, Den Bosch.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2009: Borletti-Buitoni Trust Award
  • 2009: Grachtenfestivalpreis (mit Izhar Elias)
  • 2011: Niederländischer Musikpreis

Diskografie[Bearbeiten]

  • Vivaldi: The Four Seasons, Cordevento (Brilliant Classics 94637), 2013
  • Hotel Terminus, mit Saxophonist Yuri Honing (Brilliant Classics 9418), 2013
  • La Monarcha, 17th century music from the Spanish territories (Brilliant Classics 94352), 2012
  • Bach: Konzerte für Blockflöte, Cordevento (Brilliant Classics 94296), 2011
  • Vivaldi: Recorder Concertos, Cordevento (Brilliant Classics 93804), 2009
  • Handel: The Recorder Sonatas (Brilliant Classics 93792), 2008
  • Telemann: Twelve Fantasias, Bach: Partita (Brilliant Classics 93757), 2008
  • Van Eyck: Der Fluyten Lust-hof (3-CD-set, Brilliant Classics 93391), 2007
  • Big Eye, movies & music (CD & DVD, Phenom Records PH0713), 2007

Weblinks[Bearbeiten]