Erik Møse

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Erik Møse (* 9. Oktober 1950) ist ein norwegischer Richter. Er war von 2003 bis 2007 Präsident des Internationalen Strafgerichtshofes für Ruanda. Derzeit gehört er dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an.

Leben[Bearbeiten]

Erik Møse absolvierte ein Jurastudium an der Universität Oslo und ein postgraduales Studium in Genf. Anschließend bekam er einen Lehrauftrag an der Osloer Universität, später wurde er Fellow an der University of Essex in England. Er publizierte viel auf dem Gebiet der Menschenrechte und des Völkerrechts und war beteiligt an der Ausarbeitung der Europäischen Menschenrechtskonvention und deren Umsetzung ins norwegische Recht.

Bis 1986 war er Abteilungsleiter im norwegischen Justizministerium, dann stellvertretender Richter, von 1986 bis 1993 Anwalt beim Obersten Gerichtshof Norwegens im Büro des Reichsanwalts (dieser ist vergleichbar mit einem Solicitor des angelsächsischen Rechtssystems bzw. in Deutschland mit dem Vertreter des Bundesinteresses beim Bundesverwaltungsgericht), von 1993 bis 1999 war er Richter beim Appellationsgericht in Oslo. Von 1999 bis 2009 war er Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofes für Ruanda, davon von 1999 bis 2003 Vizepräsident und von 2003 bis 2007 Präsident in Nachfolge der Südafrikanerin Navanethem Pillay. Er war zugleich Vorsitzender Richter der Strafkammer I. 2009 wurde er in den Obersten Gerichtshof von Norwegen berufen. Zwei Jahre später wurde er zum Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewählt. Dieses Amt trat er am 1. September 2011 an.

Am 9. Januar 2008 wurde er mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden in der Stufe Kommandeur ausgezeichnet.

Quellen[Bearbeiten]