Erik Morales

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Érik Morales Boxer
Erik Morales.jpg
Daten
Geburtsname Érik Isaac Morales Elvira
Kampfname El Terrible
Gewichtsklasse Halbweltergewicht
Nationalität Mexikanisch
Geburtstag 1. September 1976
Geburtsort Tijuana
Stil Linksauslage
Größe 1,73 m
Kampfstatistik
Kämpfe 61
Siege 52
K.-o.-Siege 36
Niederlagen 9

Érik Morales (* 1. September 1976 in Tijuana) ist ein mexikanischer Profiboxer, ehemaliger WBC- und WBO-Weltmeister im Superbantamgewicht, zweifacher WBC-Weltmeister im Federgewicht, IBF- und WBC-Weltmeister im Superfedergewicht, sowie ehemaliger Weltmeister der WBC im Halbweltergewicht.

Seine drei Kämpfe gegen Marco Barrera und seine drei Duelle gegen Manny Pacquiao gelten als Rivalitäts-Klassiker und als einige der besten Kämpfe dieser Gewichtsklassen.

Laufbahn[Bearbeiten]

Morales ist indianischer Herkunft und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Er begann im Alter von fünf Jahren mit dem Boxen und bestritt 117 Amateurkämpfe, wobei er elf Mexikanische Meistertitel gewann. Trainiert wurde er von seinem Vater Josè Morales.

Halbfedergewicht[Bearbeiten]

1993 begann er sechzehnjährig seine Profikarriere im Halbfedergewicht. In den ersten zwei Jahren seiner Laufbahn boxte er ausschließlich in seiner Heimatstadt Tijuana und gewann dort im April 1995 den Mexikanischen Meistertitel. Im Juli 1995 kämpfte er erstmals in den USA und wurde daraufhin von Bob Arum unter Vertrag genommen.

Nachdem er seine ersten 26 Kämpfe gewonnen hatte, forderte er am 6. September 1997 den bereits fast vierzigjährigen WBC-Titelträger Daniel Zaragoza heraus und gewann den Gürtel durch KO in der elften Runde. Zaragoza beendete daraufhin seine Karriere. Morales verteidigte diesen Titel in der Folge bis 1999 neun Mal, unter anderem durch einen technischen KO in vier Runden über Junior Jones und einen Punktsieg über Wayne McCullough, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 1992.

Am 19. Februar 2000 kam es zu einem Vereinigungskampf mit seinem Landsmann Marco Antonio Barrera, Titelträger der WBO. Zwischen Barrera, aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammend und in Mexiko-Stadt aufgewachsen, und Morales hatte sich aufgrund der sozialen Gegensätzlichkeit ihrer Herkunft im Laufe der Zeit eine erbitterte Rivalität aufgebaut. Morales gewann den Kampf äußerst knapp und kontrovers nach Punkten. Die WBO erkannte das Ergebnis allerdings nicht an und beließ Barrera weiterhin den Weltmeistertitel ihres Verbandes. Dies war Morales letzter Kampf im Halbfedergewicht, er legte seinen WBC-Titel nieder und stieg in das Federgewicht auf.

Federgewicht[Bearbeiten]

Auch in dieser Gewichtsklasse sicherte er sich den WBC-Titel: Am 17. Februar 2001 besiegte er für den Gürtel den Titelverteidiger Guty Espadas Jr. nach Punkten. In seiner zweiten Titelverteidigung kam es am 22. Juni 2002 zur Neuauflage des Duells mit Barrera. Wieder ging der Kampf über die volle Distanz und wieder war das Resultat umstritten. Diesmal war allerdings Morales der Verlierer der Begegnung, die erste Niederlage seiner Profikarriere.

Barrera akzeptierte den WBC-Gürtel jedoch nicht, so dass dieser anschließend vakant wurde. Morales erhielt daraufhin von der WBC die Gelegenheit den Titel direkt wieder zurückzugewinnen, was ihm am 16. November 2002 mit einem Punktsieg über Paulie Ayala auch gelang. Nach zwei weiteren Titelverteidigungen gab er den Titel aber wieder ab und wechselte in das Superfedergewicht.

Superfedergewicht[Bearbeiten]

Gleich in seinem ersten Kampf in dieser Klasse wurde er von der WBC für einen Ausscheidungskampf um das Recht, den WBC-Titelträger Jesús Chávez herausfordern zu dürfen, ausgewählt und besiegte dabei im Oktober 2003 Guty Espadas Jr. in einem Rückkampf durch KO in der dritten Runde. Chávez besiegte er am 28. Februar 2004 deutlich nach Punkten und sicherte sich somit den dritten Weltmeistertitel in der dritten Gewichtsklasse. Im nächsten Kampf vereinte er seinen Titel mit dem IBF-Titel von Carlos Hernández.

Anschließend kam es am 27. November 2004 zur dritten Begegnung mit Barrera, die erneut Barrera, wenn auch knapp, nach Punkten gewann. Morales nächster Gegner sollte dann Manny Pacquiao sein, der Barrera seinerseits 2003 vorzeitig geschlagen hatte. Morales setzte sich in einem aktionsreichen und spannenden Kampf am 19. März 2005 nach Punkten gegen den Philippiner durch.

Völlig überraschend verlor er dann 2005 bei einem kurzzeitigen Ausflug in das Leichtgewicht einen Punktentscheidung gegen Zahir Raheem. Die Öffentlichkeit verlangte aber dennoch nach einem Rückkampf mit Pacquiao, welcher dann auch am 21. Januar 2006 stattfand. Morales verlor durch technischen KO in der zehnten Runde, die erste vorzeitige Niederlage seiner Karriere. Im folgenden dritten Aufeinandertreffen mit Pacquiao war er chancenlos und ging bereits in der dritten Runde KO.

Trotz der vier Niederlagen in seinen fünf letzten Kämpfen erhielt er gegen den WBC-Weltmeister im Leichtgewicht David Díaz eine erneute Titelchance. Bei dem Versuch, der erste Mexikaner mit Weltmeistertiteln in vier verschiedenen Gewichtsklassen zu werden, unterlag er am 4. August 2007 nur knapp und umstritten nach Punkten. Nach dem Kampf beendete Morales seine Karriere.

Comeback[Bearbeiten]

Am 27. März 2010 kehrte er in den Ring zurück und gewann durch einstimmigen Punktesieg über José Alfaro, den WBC-International-Titel im Weltergewicht. In seinem nächsten Kampf am 11. September 2010, gewann er durch KO in der 6. Runde über Willie Limond (33-2), den WBC-Silver-Titel im Halbweltergewicht. Beim Kampf um die interime Weltmeisterschaft der WBA am 9. April 2011, verlor er jedoch durch Punkteniederlage gegen Marcos René Maidana.

Mit einem vorzeitigen Sieg gegen den ungeschlagenen Pablo César Cano (22-0), gewann er am 17. September 2011 die vakante WBC-WM im Halbweltergewicht. Im März 2012 unterlag er jedoch dem ungeschlagenen Danny García (22-0) nach Punkten. Im Rückkampf sieben Monate später, verlor er durch KO in Runde 4.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Amateurbilanz: 108 Siege - 6 Niederlagen
  • Profibilanz: 52 Siege - 9 Niederlagen

Weltmeistertitel

  • 06. September 1997: WBC-Weltmeister im Superbantamgewicht (9 Titelverteidigungen)
  • 19. Februar 2000: WBO-Weltmeister im Superbantamgewicht
  • 17. Februar 2001: WBC-Weltmeister im Federgewicht (1 Titelverteidigung)
  • 16. November 2002: WBC-Weltmeister im Federgewicht (2 Titelverteidigungen)
  • 28. Februar 2004: WBC-Weltmeister im Superfedergewicht (1 Titelverteidigung)
  • 31. Juli 2004: IBF-Weltmeister im Superfedergewicht
  • 17. September 2011: WBC-Weltmeister im Halbweltergewicht

weitere Titel

  • 19. Dezember 1994: Mundo-Hispano-Champion der WBC im Superbantamgewicht (2 Titelverteidigungen)
  • 21. April 1995: Mexikanischer Meister im Superbantamgewicht (2 Titelverteidigungen)
  • 14. Juli 1995: Nordamerika-Meister im Superbantamgewicht (5 Titelverteidigungen)
  • 19. März 2005: Internationaler Meister der WBC im Superfedergewicht
  • 27. März 2010: Internationaler Meister der WBC im Weltergewicht
  • 11. September 2010: Silver-Champion der WBC im Halbweltergewicht (1 Titelverteidigung)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Daniel Zaragoza Boxweltmeister im Superbantamgewicht (WBC)
6. September 1997 – 2000
Willie Jorrin
Marco Antonio Barrera Boxweltmeister im Superbantamgewicht (WBO)
19. Februar 2000 – Februar 2000
Marco Antonio Barrera
Guty Espadas Jr. Boxweltmeister im Federgewicht (WBC)
17. Februar 2001 – 22. Juni 2002
Marco Antonio Barrera
Marco Antonio Barrera Boxweltmeister im Federgewicht (WBC)
16. November 2002 – 2003
Chi In-jin
Jesús Chávez Boxweltmeister im Superfedergewicht (WBC)
28. Februar 2004 – 27. November 2004
Marco Antonio Barrera
Carlos Hernández Boxweltmeister im Superfedergewicht (IBF)
31. Juli 2004 – 2004
Robbie Peden
Timothy Bradley Boxweltmeister im Halbweltergewicht (WBC)
17. September 2011 – 23. März 2012
Danny García