Erik der Wikinger

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Dieser Artikel beschreibt den Terry Jones-Film; für den Film mit Giuliano Gemma siehe Die Rückkehr des Gefürchteten.
Filmdaten
Deutscher Titel Erik der Wikinger
Originaltitel Erik the Viking
Produktionsland UK
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge Kino, US: 100 Minuten
Kino, Europa: 90 Minuten
Director's Son's Cut (2006): 75 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Terry Jones
Drehbuch Terry Jones
Produktion John Goldstone
Musik Neil Innes
Kamera Ian Wilson
Schnitt George Akers
Besetzung

Erik der Wikinger ist eine Filmkomödie von Terry Jones, einem ehemaligen Mitglied der englischen Komikertruppe Monty Python, aus dem Jahr 1989.

Handlung[Bearbeiten]

Erik der Wikinger lebt in dem norwegischen Dorf Ravensfjord und geht mit auf Raubzüge – weil Wikinger dies eben tun. Als er auf einem Raubzug der schönen Helga begegnet und sie aus Versehen tötet, bekommt er Zweifel an dem, was die Wikinger tun. Die alte Seherin Freyja bestätigt seine Befürchtungen: Es ist Ragnarök, der Fenriswolf hat die Sonne gefressen und die Welt in Dunkelheit gehüllt; die Menschen müssen sich bekämpfen, weil die Götter sich schlafengelegt haben. Nur das Wunderhorn von König Arnulf kann sie wecken. Aber dazu muss zuerst das Wunderhorn besorgt und dann eine Reise nach Walhalla, dem Sitz der Götter, angetreten werden. Erik und seine Mannen stellen sich der Aufgabe – doch Loki, der Gehilfe des Dorfschmieds Keitel, hat Bedenken: Wenn die Menschen nicht mehr Krieg führen, ist er arbeitslos. Loki stachelt Keitel an, an Eriks Expedition teilzunehmen und informiert heimlich den lokalen Fürsten Halbtyr den Schwarzen. Und dieser beginnt, Jagd auf Erik und die Wikinger zu machen.

Nachdem sie zu allem Übel auch noch einem Drachen begegnen, der das Schiff fast versenkt, landen sie auf Atlantis-West, der Insel des König Arnulf. Hier sind die Menschen immer fröhlich, denn ein Fluch lastet auf der Insel: Sollte jemals ein Tropfen Blut durch das Schwert vergossen werden, versinkt sie im Meer. Die Fröhlichkeit hat Spuren hinterlassen, König Arnulf und seine Untertanen finden größtes Vergnügen im Singen von Liedern mit sinnlosem Text („Di-da, di-da, di-da …“). Und obwohl der König eifersüchtig über sie wacht, lässt Erik sich auf eine Romanze mit Arnulfs Tochter, Prinzessin Aud, ein, als Halbtyrs Schiff am Horizont auftaucht. Um Atlantis-West vor dem Untergang zu bewahren, greifen die Wikinger Halbtyr auf dem Meer an (damit kein Tropfen Blut auf der Insel vergossen wird), und es gelingt ihnen, wenn auch unter Verlusten, den Gegner zu besiegen. Halbtyr selbst entkommt, dafür entpuppt sich einer seiner Mannen als Loki, Gehilfe des Schmieds, der behauptet, er habe vorgehabt, Halbtyr zu sabotieren.

Arnulf ist nun bereit, Erik das Wunderhorn zu überlassen, doch zuerst muss gefeiert werden. Im Verlauf der anschließenden Nacht stiehlt Loki das Mundstück des Horns und nötigt Keitel dazu, es ins Meer zu werfen. Er wird jedoch von einem der Wikinger beobachtet, der von Loki hinterrücks getötet wird. Damit erfüllt sich der Fluch, und Atlantis-West beginnt zu versinken, während König Arnulf unerschütterlich verkündet, es sei alles in Ordnung. Erik und die Seinen retten sich, Prinzessin Aud und das Wunderhorn auf ihr Schiff, König Arnulf und sein Gefolge gehen singend unter.

Da Prinzessin Aud das Mundstück des Horns gefunden hat, kann es nun geblasen werden: Mit dem ersten Ton landen die Wikinger in Walhalla, der zweite weckt die Götter. Als Erik ihnen gegenübertritt, erlebt er allerdings eine Überraschung: Die Götter sind Kinder, und sie erklären, sie können am Zustand der Menschheit nichts ändern. Sie können die Menschen nicht dazu bringen, einander zu lieben oder zu hassen. Als Erik gehen will, machen sie ihn darauf aufmerksam, dass er nicht gehen kann; der Ort ist Walhalla, von dem es kein Zurück mehr gibt. Da er allerdings nicht im Kampf gestorben sei, sei sein Platz im Höllenfeuer Hel. Doch in der Zwischenzeit ist der christliche Mönch Harald, der auch zu Eriks Besatzung gehört, zum Schiff zurückgekehrt – da er nicht an Walhalla glaubt, konnten ihn dessen Mauern nicht aufhalten. Er bläst das Wunderhorn zum dritten Mal. Dieser dritte Ton bringt die Wikinger in letzter Sekunde zurück nach Hause in ihr Dorf.

Dies ist allerdings inzwischen von Halbtyr überfallen worden. Als er sich anschickt, die als Geiseln genommene Dorfbevölkerung zu töten, stürzt das Wikingerschiff mit Harald an Bord vom Himmel und begräbt ihn und seine Mannen unter sich. Und nun sehen die Wikinger zum ersten Mal die Auswirkungen dessen, was sie geleistet haben: Der Fenriswolf ist verjagt, die Sonne geht auf.

Hintergrund[Bearbeiten]

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Der Film basiert lose auf den nordischen Göttermythen um die Asen, wobei allerdings einige sterbliche Figuren (Freya, Loki) Götternamen tragen. Terry Jones hatte für seinen Sohn zuvor bereits ein Kinderbuch mit dem Titel Erik the Viking geschrieben, im Abspann des Filmes wird allerdings darauf hingewiesen, dass dieses Buch und der Film fast nichts miteinander zu tun haben, obwohl Jones hoffe, der Film würde den Buchverkauf ankurbeln.

Eine ebenfalls im Abspann vorkommende kurze Bemerkung ist eine Anspielung auf einen Sketch von Monty Python: "This film also does not involve SPAM. This will hurt Hormel's sales." (Deutsch etwa: "Dieser Film enthält auch kein Spam (sülzeähnliches Dosenfleisch). Das wird die Verkäufe von Hormel schädigen.") Diese Anspielung bezieht sich auf den Spam-Sketch aus Monty Python's Flying Circus, der auch der Ursprung der Verwendung des Wortes Spam für die unerwünschten Massen-Werbemails ist. Die erwähnte Firma Hormel ist Hauptproduzent des Lebensmittels Spam.

Terry Jones' Rolle als König Arnulf erinnert sehr stark an eine Rolle, die Jones in der zweiten Folge von Monty Pythons fliegender Zirkus verkörpert: Auch hier spielt er einen König, auch dieser wacht eifersüchtig über seine Tochter und auch er hat Freude an Liedern mit sinnlosem Text ("Ja-di-jakedi, Lum-jum-bu...").

Versionen[Bearbeiten]

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Der ursprüngliche Film hatte eine Länge von ca. 100 Minuten. In dieser Fassung lief er unter anderem in den USA im Kino. Regisseur Jones war, wie er in den Notizen zur britischen DVD-Wiederveröffentlichung von 2006 schreibt, unzufrieden mit dem seiner Meinung nach zu gemächlichen Tempo des Films. Er hatte jedoch vor dem US-Veröffentlichungstermin nicht ausreichend Zeit, einen Neuschnitt anzufertigen. Für den britischen und europäischen Kinostart fertigte er eine auf 90 Minuten gekürzte Fassung an, auf der auch alle verfügbaren DVD-Veröffentlichungen basieren. Von der ursprünglichen 100-minütigen US-Kino-Fassung existieren mittlerweile keine Kopien mehr.

Auch mit der 90-minütigen Fassung war Jones nicht zufrieden, aufgrund festgesetzter Veröffentlichungstermine waren jedoch keine weiteren Kürzungen vor dem Kinostart mehr möglich.

Terry Jones erhielt für eine – bisher nur auf dem britischen Markt veröffentlichte – DVD-Neuauflage von Erik der Wikinger vom Verleger der DVD die Möglichkeit, den Film nochmals zu kürzen. Letztlich arbeitete hauptsächlich sein Sohn (für den er ursprünglich das Kinderbuch Erik the Viking geschrieben hatte) an dem Neuschnitt, der daher Erik the Viking – The Director's Son's Cut heißt. Im Gegensatz zu fast allen anderen „Director's Cut“-Neuschnitten ist diese neue Fassung mit nur 75 Minuten Laufzeit erheblich kürzer als die Kinofassung. Mit der Kürzung wurde nicht nur das Tempo erhöht – worüber Jones sich in den Produktionsnotizen hocherfreut zeigt – sondern auch kleinere logische Fehler behoben, indem die Position bestimmter Szenen ausgetauscht wurde.

Synchronisation[Bearbeiten]

Peter Freund, der zur damaligen Zeit die Kino-Abteilung des Jugendfilm-Verleihs leitete, war Hauptverantwortlicher für die deutsche Synchronfassung des Films, die vom Original stark abweicht. "Ich sah darin die einzige Chance, dem ziemlich misslungenen und überraschend witzlosen Film, der zudem in den meisten Ländern, u.a. auch in England und USA, gnadenlos gefloppt war, doch noch zum Erfolg zu verhelfen", erklärte er später. Die Überlegung erwies sich als goldrichtig: mit weit über einer Million Kino-Besuchern war Deutschland das einzige Territorium weltweit, in dem "Erik der Wikinger" einen Kino-Erfolg feiern konnte.

Die deutsche Fassung des Filmes hat eine ähnliche Bearbeitung erfahren wie seinerzeit der Film Die Ritter der Kokosnuß, indem völlig neue Gags eingebaut wurden, die häufig einen starken Bezug zur aktuellen Politik hatten. So beschreibt Freyja das Zeitalter von Ragnarök als das Zeitalter, „in dem Ruß vom Himmel fällt, und Reagan, der die Blätter vom Bush treibt, und dass schwarzer Kohl sich breit machen würde in diesem unserem Lande.“ (eine Anspielung auf den Wechsel im Amt des amerikanischen Präsidenten, das in den 1980ern von Ronald Reagan an George Bush ging, sowie auf den damaligen Bundeskanzler und CDU-Politiker Helmut Kohl). Die Insel von König Arnulf heißt im Original Hy-Brazil, in der deutschen Fassung Atlantis-West (Anspielung auf Berlin-West), das Wunderhorn erhält im Deutschen den Namen His Master's Voice (Original: "the Horn Resounding"). An einer anderen Stelle heißt es: „So, wie ihr ausseht, heißt ihr alle Björn, bis auf den da hinten, der heißt Engholm!“

Auch die sonstigen Texte sind verändert und mit noch mehr Gags versehen worden, etwa als der im Dorf lebende Mönch Harald seufzend meint, er lebe schon so lange hier und habe noch niemand zum rechten Glauben bekehrt. Schnorri, einer der Wikinger entgegnet, Thor Abkehrsons Frau sei doch konvertiert. Harald meint darauf, sie sei zur Moon-Sekte übergetreten und keine Christin, auf Schnorris Bemerkung „Das ist doch alles dasselbe!“ entgegnet er: „Leider nicht für die Kirchensteuer!“ (im Original sagt er einfach: „No, it is NOT!“).

[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Unterhaltsames Fantasy-Spektakel mit treffsicherer Situationskomik und schräg-schrillem Humor typisch britischer Prägung; einige Akzente sind allzu grob gesetzt, die Synchronisation ist mehr als bemüht.“

Lexikon des Internationalen Films

„Ex-Monty-Python-Mitglied Terry Jones drehte dieses Actionspektakel mit sehenswerten Spezialeffekten, treffsicheren Pointen und einem Schuß schwarzen Humors. Leider trägt die deutsche Synchronisation manchmal zu dick und profan auf.“

TV Spielfilm [2]

Literatur[Bearbeiten]

"Peter Lietzenburger" ist ein Pseudonym des Schriftstellers Peter Freund, der später weithin bekannt wurde – u.a. durch seine Fantasy-Buchreihe über die Abenteuer des Mädchens "Laura Leander", die nicht nur in Deutschland zu Bestseller-Ruhm gelangten, sondern auch in achtzehn weiteren Ländern weltweit veröffentlicht wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Synchronkartei
  2. TV Spielfilm

Weblinks[Bearbeiten]