Erin Brockovich (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Erin Brockovich – Eine wahre Geschichte
Originaltitel Erin Brockovich
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Steven Soderbergh
Drehbuch Susannah Grant
Produktion Danny DeVito,
Michael Shamberg,
Stacey Sher
Musik Thomas Newman
Kamera Edward Lachman
Schnitt Anne V. Coates
Besetzung

Erin Brockovich ist der Titel eines Films aus dem Jahr 2000. Unter der Regie von Steven Soderbergh wurde die wahre Geschichte der Umweltaktivistin Erin Brockovich verfilmt. Die Hauptrolle spielte Julia Roberts, die für ihre Darstellung den Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhielt. Der Film spielte weltweit mehr als 300 Millionen US-Dollar ein.

Handlung[Bearbeiten]

Erin Brockovich ist eine Frau aus einfachen Verhältnissen und alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Die arbeitslose ehemalige Schönheitskönigin (Miss Wichita) nimmt kein Blatt vor den Mund. Als sie 1993 in einen Autounfall verwickelt und verletzt wird, wendet sie sich an den Rechtsanwalt Ed Masry. Durch ihre Ausfälle vor Gericht gegen den beklagten Arzt verspielt sie das Wohlwollen der Geschworenen und verliert die Klage auf Schmerzensgeld und Übernahme der Behandlungskosten. Sie steckt nun in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Ihren Anwalt, der ihr großspurig einen Sieg vor Gericht in Aussicht gestellt hatte, kann sie überreden, sie als Wiedergutmachung in seiner Kanzlei als Gehilfin einzustellen.

Bei Ablagearbeiten stößt sie auf eine Akte über das Angebot eines Hauskaufs seitens des Konzerns Pacific Gas and Electric an die Besitzerin Donna Jensen im kalifornischen Hinkley. Zu ihrem Erstaunen enthält die Akte medizinische Dokumente. Sie besucht Donna Jensen und erfährt, dass diese mehrere Tumore hatte und ihr Ehemann am Hodgkin-Lymphom leide. Die Arztrechnungen seien, wie Donna anerkennend sagt, alle von PG&E bezahlt worden. Auf Erins Frage, warum, erhält sie die Antwort: „Wegen des Chroms.“ Nach Recherchen auf eigene Faust erhärtet sich ihr Verdacht, dass sich hinter dem scheinbar harmlosen Immobiliengeschäft ein Umweltskandal ungeahnten Ausmaßes verbirgt. Aus einem Werk der Pacific Gas and Electric ist jahrelang gesundheitsschädliches Chrom(VI) in das Grundwasser gelangt. Erin findet schnell heraus, dass außer Jensen noch viele weitere Anwohner betroffen sind. Masry hat zunächst massive Bedenken, einen sich über Jahre hinziehenden Prozess gegen die milliardenschwere PG&E zu riskieren. Dies könnte den finanziellen Ruin seiner Kanzlei bedeuten. Letztendlich lässt er sich überreden und macht Erin zu seiner persönlichen Assistentin. Erin recherchiert mit großem persönlichen Einsatz wichtige Fakten und durchschaut schnell die Zusammenhänge. Aufgrund ihres Engagements und Einfühlungsvermögens fassen die Betroffenen Vertrauen zu ihr. Masry wird jedoch schnell klar, dass der Fall für seine kleine Kanzlei einige Nummern zu groß ist. Als Partner kann er den in Umweltsachen erfahrenen Rechtsanwalt Kurt Potter gewinnen, der mit seiner Kollegin Theresa Dallavale in den Fall einsteigt. Erin gelingt es schließlich, die nötige Anzahl von Unterschriften für eine Sammelklage gegen PG&E zusammen zu bekommen, insgesamt 634. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Pacific Gas and Electric übergibt ihr zuletzt höchst brisante Dokumente, die er seinerzeit eigentlich vernichten sollte. Sie beweisen, dass die Zentrale von PG&E in San Francisco bereits seit 1966 über die Kontamination des Grundwassers mit Chrom(VI) informiert war, jedoch nichts dagegen tat, sondern im Gegenteil die Filiale in Hinkley anwies, Stillschweigen zu bewahren. In einem Schiedsgerichtprozess wird PG&E zur Zahlung von 333 Millionen Dollar Schadenersatz an die geschädigten Einwohner Hinkleys verurteilt.

Erins Privatleben verläuft derweil chaotisch. Schon zu Anfang beginnt sie eine Beziehung zu ihrem Nachbarn, dem Gelegenheitsbauarbeiter und Motorradfan George, der sich auch liebevoll um Erins Kinder kümmert. Da Erin wegen ihres Engagements jedoch immer weniger Zeit für ihn und die Kinder hat, droht die Beziehung zu scheitern. Letztlich kann Erin auch George vom Wert ihrer Arbeit überzeugen. George begleitet sie zu der schwer geschädigten Donna Jensen. Erin teilt ihr die frohe Botschaft vom Sieg im Prozess und die Höhe des ihr zuerkannten Schadenersatzes mit – fünf Millionen US-Dollar. Nach dem gewonnenen Prozess erhält sie in der neuen Kanzlei ein eigenes, luxuriöses Büro und einen Scheck. Masry hatte den Erfolgsbonus nachträglich auf zwei Millionen Dollar erhöht. Sie arbeitet an weiteren spektakulären Fällen mit, darunter ein weiterer von PG&E zu verantwortender Umweltskandal in Kettleman, Kalifornien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Die echte Erin Brockovich spielt eine Gastrolle als Kellnerin im Film. Dabei trägt die echte Erin ein Namensschild, auf dem „Julia“ geschrieben steht. Auch der reale Ed Masry ist in der gleichen Szene als Gast des Restaurants zu sehen. Erin Brockovichs hartnäckige Nachforschungen ergaben, dass in den 1960er bis 1980er Jahren die Gesundheit der Bewohner von Hinkley in Kalifornien durch giftiges Chrom(VI) im Grundwasser massiv angegriffen wurde. Das Chrom(VI) wurde von einer nahegelegenen Niederlassung der Firma Pacific Gas and Electric benutzt und war in das Grundwasser gelangt. 1996 wurde die Firma aufgrund der Nachforschungen von Erin Brockovich und Ed Masry zur Zahlung der größten Schadenersatzsumme in der Geschichte der USA verurteilt, 333 Millionen US-Dollar. Von dieser Summe erhielt die Anwaltskanzlei Masry & Vititoe 40 %, der Rest wurde unter den mehr als 600 damaligen und früheren Bewohnern von Hinkley aufgeteilt.

Der aufregende Verkehrsunfall zu Beginn des Films ist das Ergebnis einer digitalen Bildkomposition von Aufnahmen mit Julia Roberts, wie sie einen Wagen startet und in Bewegung setzt, sowie einer ferngesteuerten Fahrt, bei der das Auto eines Stuntman seitlich kollidiert. Die beiden Songs Redemption Day und Everyday is a winding road stammen von Sheryl Crow.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt. Insbesondere Julia Roberts zeigte ihr großes schauspielerisches Talent, wenn sie in Minirock und High Heels fluchend durch die Kanzlei stampft oder die abgebrühten Anwälte der Gegenseite auflaufen lässt. Auszugsweise Zitate der Presse:

„Reif für einen Oscar. Ein Film mit Tempo, Tiefe und Humor.“

Hörzu

„Nie zuvor war Hollywoods Traumfrau auf der Leinwand so brillant, so vielseitig, so sexy.“

TV Hören & Sehen

„Steven Soderbergh erzählt souverän, straight und spannend.“

Focus

„Erin Brockovich ist das Beste, was Julia Roberts passieren konnte. Denn nie war [sie] so vulgär, so sexy, so komisch – und so liebenswert. […] Mal wieder ein Justiz-Drama? Nö. Soderbergh streicht dröge Plädoyers und erzählt lieber die Story einer sich beherzt zum Erfolg pöbelnden Prolette.“

Cinema

„Ein auf spektakuläre Weise unspektakulärer Film, pointiert im Dialog, hervorragend gespielt, der seine ausgedehnte Laufzeit zur beharrlichen Unterstreichung und Intensivierung einer einzigen, auf rührende Weise einfachen Idee nutzt. Mit einem nicht minder einfachen psychologischen Realismus leuchtet er zugleich sein wahres Thema bis auf den Grund aus.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Golden Globes 2001[Bearbeiten]

  • Beste Hauptdarstellerin (Drama): Julia Roberts

weitere Nominierungen

  • Beste Regie
  • Bester Film (Drama)
  • Bester Nebendarsteller: Albert Finney

Academy Awards 2001 (Oscar)[Bearbeiten]

  • Beste Hauptdarstellerin: Julia Roberts

weitere Nominierungen

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Nebendarsteller: Albert Finney
  • Bestes Original-Drehbuch

BAFTA Awards 2001[Bearbeiten]

  • Beste Hauptdarstellerin: Julia Roberts

weitere Nominierungen

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Nebendarsteller: Albert Finney
  • Bestes Original-Drehbuch
  • Bester Schnitt

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erin Brockovich (Film) im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 23. April 2012