Ering

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde im Landkreis Rottal-Inn. Zum Theologen der Reformationszeit siehe Christoph Ering.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ering
Ering
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ering hervorgehoben
48.313.15340Koordinaten: 48° 18′ N, 13° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ering
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 39,55 km²
Einwohner: 1769 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94140
Vorwahl: 08573
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 118
Gemeindegliederung: 92 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Ering
Paul-Sporrer-Str. 7
94140 Ering
Webpräsenz: www.ering-inn.de
Bürgermeister: Johann Wagmann (CSU)
Lage der Gemeinde Ering im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Landkreis Rottal-Inn) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Bayern) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Ering ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ering.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ering liegt in der Region Landshut direkt am Inn, welcher zugleich die Staatsgrenze zu Österreich bildet. Vom breiten Flusstal im Süden geht es nach Norden hin über in tertiäres, typisch niederbayerisches Hügelland mit Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Anwesen. Ering liegt direkt an der B 12 bzw. an der künftigen A 94 etwa 24 km südöstlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 11 km nordöstlich von Simbach, 18 km südwestlich von Pocking sowie 43 km von Passau und 38 km von Burghausen entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde hat 92 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Ering, Münchham und Kirn.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Aeringa stammt aus dem Jahre 725. In einer Schenkung an die Stephanskirche in Passau wurden drei Anwesen von einem gewissen Uttinhus an diese Kirche gegeben. (Monumenta Boica XXVIII,2,55).HAB S.34.

Im Jahre 1009 schenkte Kaiser Heinrich II. (der Heilige) die Herrschaft Ering mit allem was dazugehörte, dem Stift Bamberg. Fast 300 Jahre hatten die Bamberger Bischöfe das Sagen.

Im Jahre 1174 hielt Herzog Heinrich der Löwe in Ering Landtag. Dies war ein großes Fest mit Trinkgelagen und dergleichen Veranstaltungen. Es liegt die Vermutung nahe, dass da der Eringer Kirta seinen Ursprung nahm.

Bischof Arnold musste 1296 den Besitz Ering an die Grafen von Hals verpfänden. Denen von Hals gehörte auch die Burg Erneck. Feinde der Halser stürmten 1330 die Burg Erneck und brannten sie nieder. Sie wurde wieder aufgebaut und stand bis zum Jahre 1504 auf den Hügeln nördlich von Ering.

In den Augusttagen 1504 gingen neben Erneck auch Julbach und Stubenberg in Flammen auf und brannten völlig nieder. So ging die Herrschaft Ering-Erneck, die seit dem Jahre 1377 im Besitz der bayrischen Herzöge von Bayern-Landshut war zu Ende.

Das wittelsbachische Pflegegericht Ering mit Frauenstein und der Hofmark Mining wurde 1508 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern an die Brüder Paumgartner für ihre Verdienste im Landshuter Erbfolgekrieg am Montag nach St. Dorotheen-Tag für 13500 Gulden (ausgenommen landesfürstliche Obrigkeit und Halsgericht) verkauft. Die Herrschaft umfasste Burg Frauenstein (welche jetzt mehrfach zerbrochen), die Herrschaft Erneck samt Burgstall (welche in Trümmern lag), Hofbau, Taverne, Schmieden, Badstüben, Mühlen, die Dörfer Mining, Ering, Graben, Malching, Münchham, Kühstein, Griesser u.a. Eheschaften. Ein Verzeichnis aller Besitzungen, Einkünfte und Rechte ist im Urbar des Schlosses Ering niedergeschrieben.

Schloss Ering

Die Paumgartner (Baumgartner) erwarben 1523 auch die Schlossherrschaft von Ering. Sie erwarben, wie es in der Kaufurkunde heißt, „den gemauerten Sitz, bei der Pfarrkirche gelegen an der Friedhofsmauer“. Die früheren Herrschaften waren die Rosenstingls und die Ritter Gogkendorfer. Die Gogkendorfer waren im Mannesstamm ausgestorben, und die einzige Tochter verkaufte das Erbe, da sie selbst kränklich war .

Ering gehörte zum Rentamt Burghausen und zum Landgericht Mörmoosen des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Münchham eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 2.157 Einwohner
  • 1987: 1.845 Einwohner
  • 2000: 1.953 Einwohner
  • 2011: 1.864 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Johann Wagmann (CSU), im März 2014 in der Stichwahl gegen den bisherigen Amtsinhaber gewählt.

Die weiteren Bürgermeister sind: 2. Bgm. Heiner Siebzehnrübl (FWG Münchham) und 3. Bgm. Gerold Bauer (EBL).

Der Gemeinderat 2014 bis 2020 besteht aus den Sitzen: CSU 4; SPD 3; Eringer Bürgerliste (EBL) 2; Freie Wählergemeinschaft Münchham (FWG) 2; Freie Christliche Wählergemeinschaft Kirn (FCWG) 1.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.348 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 737 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau über goldenem Wellenschildfuß aus einem geflochtenen goldenen Zaun wachsend ein goldener Löwe.

Der Wellenschildfuß, ein Flusssymbol, steht für die Lage der Gemeinde am Inn. Der aus dem Flechtwerkzaun wachsende Löwe stammt aus dem Wappen der Grafen von Paumgarten, die von 1508 an über Jahrhunderte als Inhaber der Herrschaft Ering, einer geschlossenen Hofmark mit einer ausgedehnten Grundherrschaft, nachweisbar sind. Die Grafen von Paumgarten waren als Inhaber des Patrimonialgerichts Ering bis Mitte des 19. Jahrhunderts von Bedeutung.

Gemeindefarben: blau-gelb-blau

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche St. Anna
Schloss Ering nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)
  • Pfarrkirchen: Mariä Himmelfahrt in Ering, St. Mauritius in Münchham, St. Ulrich in Kirn
  • Wallfahrtskirche St. Anna , mit Kreuzweg und zwölf Bildstöcken
  • Kirche St. Johannes und Paul in Pildenau
  • Die erste Burg Erneck auf der Anhöhe in Erneck wurde im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 zerstört. Auf den Grundmauern eines alten Ansitzes in der Hofmark wurde ab 1523 in mehreren Etappen durch die Paumgartner allmählich eine ausgedehnte und repräsentative Schlossanlage erbaut. Durch Johann Joseph Franz Albrecht Thaddäus Graf von Paumgarten wurde diese nochmals umgestaltet und 1772 abgeschlossen. Derzeitiger Besitzer ist Paul Daniel Graf Esterházy von Galantha. Das Schloss ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Naturdenkmal Lindenallee
  • Europareservat Unterer Inn, Natur- und Vogelschutzgebiet mit internationaler Bedeutung

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ering

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Eringer Kirta (traditionelles jährliches Volksfest am Wochenende des dritten Sonntags im September)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 4, im produzierenden Gewerbe 107 und im Bereich Handel und Verkehr 25 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 55 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 561. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 104 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2274 ha, davon waren 1577 ha Ackerfläche und 684 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Wichtigste Verkehrsanbindung ist die Bundesstraße 12. Diese wird aktuell im Zuge einer Ortsumgehung zu einem Teilstück der Autobahn A 94 ausgebaut.

Ferner gibt es einen Übergang für Radfahrer und Wanderer über den Inn nach Österreich (Staustufe Ering-Frauenstein, Gde. Mining, OÖ).

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 59 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 7 Lehrern und 100 Schülern

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Filialkirche St. Johannes und Paulus in Pildenau
  • Beheiztes Inntalschwimmbad mit Liegewiese und Beachvolleyballplatz
  • Über 300 km ausgewiesene Rad- und Wanderwege
  • Naturerlebnisweg im Europareservat Unterer Inn (international bedeutendes Natur- und Vogelschutzgebiet)
  • Info-Zentrum informiert über Ökologie und Vogelwelt, Ausstellungen"

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Damasus II.: Am 25. Januar 1048 bestimmte Kaiser Heinrich III. den in Pildenau geborenen Bischof Poppo von Brixen zum Papst als Nachfolger Clemens II.; er regierte nur 23 Tage, vom 17. Juli bis 9. August 1048.
  • Gottfried Mayer. (1865–1938), Malzfabrikant und Reichstagsabgeordneter
  • Max Inzinger (* 1945), ehemaliger Fernsehkoch
  • Joseph Rathgeber sen., Gründer der Waggonfabrik Josef Rathgeber, wurde am 26. Februar 1810 in Ering am Inn geboren, hatte den Beruf eines Hufschmieds erlernt und am 21. Juni 1839 für 5500 fl (Gulden) die reale Hufschmiedgerechtsamkeit von Ernst Bräuer an der Marstallstrasse 7 in München erworben. Am 19. November 1839 wurde Joseph Rathgeber vom Magistrat München das Bürgerrecht verliehen. Am 16. Februar 1841 ehelichte Rathgeber die Münchner Bäckerstochter Maria Kellerer. Dieser Ehe entstammten 10 Kinder, darunter am 15. Februar 1846 Josef Rathgeber jun. und am 11. April 1857 Rudolf Eduard Rathgeber, die später den väterlichen Betrieb übernahmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111129/222449&attr=OBJ&val=799
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 552.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien