Erlebnisse aus dem Leben eines Sklavenmädchens

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Frontispiz der Erstausgabe von 1861

Erlebnisse aus dem Leben eines Sklavenmädchens (Originaltitel: Incidents in the Life of a Slave Girl) ist eine US-amerikanische Sklavenerzählung (slave narrative), die 1861 von Harriet Ann Jacobs unter ihrem Pseudonym Linda Brent veröffentlicht wurde. Bei dem Buch handelt es sich um einen ausführlichen, chronologischen Bericht über Jacobs Leben als Sklavin und den Entscheidungen, die sie traf, um für sich und ihre Kinder die Freiheit zu gewinnen. Jacobs spricht die Mühen und den sexuellen Missbrauch an, dem junge weibliche Sklaven auf den Plantagen ausgesetzt waren. Sie beschreibt, inwiefern die Leiden der Sklavinnen noch schlimmer waren als die Leiden, die männliche Sklaven erdulden mussten. Das Buch wird oft der Gattung der Empfindsamkeit zugerechnet, denn es verfolgt den Zweck, eine emotionale Reaktion beim Leser hervorzurufen, um ihn gegen die Sklaverei als solche zu sensibilisieren, wobei jedoch die Versklavung von Frauen im Vordergrund steht.[1] Die Sonderrolle weiblicher Sklaven hat mit deren geschlechtsspezifischen Problemen zu tun, wozu Vergewaltigung gehört sowie der Druck, der auf sie ausgeübt wurde, bereits in jungen Jahren sexuell aktiv zu sein, deren Behandlung durch ihre Herrinnen und der Verkauf ihrer Kinder.

Jacobs begann mit der Arbeit an Erlebnisse aus dem Leben eines Sklavenmädchens, während sie in Idlewild angestellt war, dem Haus des Schriftstellers und Verlegers Nathaniel Parker Willis. Nathaniel Parker Willis wurde in dem Buch als „Mr. Bruce“ fiktionalisiert.[2] Teile des Buchs wurden in serieller Form im New York Tribune veröffentlicht, welcher sich im Besitz von Horace Greeley befand und von diesem auch herausgegeben wurde. Jacobs’ Berichte über sexuellen Missbrauch wurden als zu schockierend für die Leserschaft jener Tage angesehen und die Publikation wurde noch vor Beendigung eingestellt.

Der Verlag Phillips and Samson stimmte zu, das Werk zu drucken, wenn Jacobs entweder Willis oder Harriet Beecher Stowe dazu bringen könnte, ein Vorwort zu verfassen. Sie weigerte sich, Willis um Hilfe zu bitten und Stowe lehnte ab. Unabhängig davon wurde der Phillips and Samson Verlag ohnehin geschlossen.[3] Letztendlich schaffte es Jacobs, einen Vertrag mit dem Thayer & Eldridge Verlag zu schließen, welche sich ein Vorwort von Lydia Maria Child wünschten. Child editierte auch das Buch und der Verlag machte die beiden Frauen miteinander bekannt. Die zwei Frauen blieben noch lange miteinander in Kontakt. Thayer & Eldridge gingen jedoch vor der Veröffentlichung der Erzählung in Konkurs.

Historischer Kontext[Bearbeiten]

Incidents in the Life of a Slave Girl wurde 1861 als Gesamtwerk veröffentlicht, nachdem es über die Dauer von mehreren Monaten in serieller Form in einer Zeitung, dem New York Tribune, veröffentlicht wurde.[4] Als das Buch schließlich veröffentlicht wurde und es zunehmend diskutiert und dessen Verbreitung zunahm, brach der Bürgerkrieg aus. Das hatte große Auswirkungen auf die Resonanz des Buchs, dessen Verbreitung und darauf, wer noch Zeit hatte, es zu lesen – jeder war mit den Kriegsvorbereitungen beschäftigt. Ursprünglich hatte Jakobs mit dem Buch ihre Geschichte erzählen wollen, um dabei zu helfen, die Bewegung der Abolitionisten zu unterstützen, aber auch um die Frauen der Mittelschicht anzusprechen, welche in jener Zeit diese Art von Literatur lasen. Bei Veröffentlichung des Buchs war der Fugitive Slave Law of 1850 (Gesetz über Entlaufene Sklaven) noch in Kraft. Hiernach war es ein Verbrechen, ausgerissene Sklaven nicht seinem Besitzer zurückzugeben. Die Erlebnisse, die im Buch beschrieben werden, halfen auch dabei, die Auswirkungen des Fugitive Slave Acts hervorzuheben und die Konsequenzen, die das Gesetz auf die Menschen im Norden, wie auch im Süden, hatten.

Incidents in the Life of a Slave Girl ist eng an das Buch Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe aus dem Jahr 1852 gebunden, was das Motiv betrifft. Beide wurden als sentimentale Anti-Sklaverei Bücher geschrieben. Obwohl es sich bei Onkel Toms Hütte um eine Fiktion handelt, sprach das Buch die Vorstellung an, dass jeder in den ewigen Kreislauf der Sklaverei involviert sei, sogar Frauen, Menschen, die im Norden lebten und Menschen, die gar keine Sklaven besaßen. Stowes Buch fand in der Gesellschaft so großen Widerhall, dass manche Personen, der Legende nach auch Abraham Lincoln, sagten, dass es den Amerikanischen Bürgerkrieg ausgelöst habe.[5]

Inhalt[Bearbeiten]

Linda Brent, die in die Sklaverei hineingeboren wurde, verbringt ihre jungen Jahre in einem glücklichen Zuhause mit ihrer Mutter und ihrem Vater, die für Sklaven relativ wohlhabend sind. Als ihre Mutter stirbt, wird die sechsjährige Linda zur Herrin ihrer Mutter geschickt, um mit ihr zu leben. Diese behandelt sie gut und lehrt sie lesen. Nach ein paar Jahren stirbt die Herrin und Linda wird an einen Verwandten vererbt. Ihre neuen Herren sind grausam und vernachlässigen sie. Ihr neuer Herr, Dr. Flint, beginnt sich für Linda zu interessieren und versucht sie, in eine sexuelle Beziehung zu drängen. Linda vereitelt dessen Versuche immer wieder und kann Distanz zu ihm wahren. Da Linda weiß, dass Dr. Flint alles tun wird, um seinen Willen durchzusetzen, beginnt Linda freiwillig eine Affäre mit einem weißen Nachbar, Mr. Sands. Sie schämt sich für ihre Entscheidung, aber sie weiß, dass es besser ist, als von Dr. Flint vergewaltigt zu werden. Ihrer Affäre entspringen zwei Kinder. Sie heißen Benjamin, der in der Erzählung oft Benny genannt wird und Ellen. Im Verlauf ihrer Erzählung erörtert Jacobs, dass ein machtloses Sklavenmädchen nicht denselben moralischen Standards unterworfen ist, wie sie für freie Frauen zählen. Sie hat auch praktische Gründe, sich auf die Affäre einzulassen: sie hofft, dass Flint sie angewidert an Sands verkaufen wird, wenn er davon erfährt. Stattdessen schickt der rachsüchtige Flint sie zur Plantage seines Sohnes, um sie dort durch das Dasein als Feldarbeiterin zu brechen.

Als sie davon erfährt, dass Benny und Ellen einer ähnlichen Behandlung ausgesetzt werden sollen, schmiedet Linda einen verzweifelten Plan. In den Norden zu flüchten, in Begleitung von zwei kleinen Kindern, wäre unmöglich. Weil sie sich nicht Dr. Flints Misshandlungen unterwerfen will, aber auch ihre Familie nicht im Stich lassen möchte, versteckt sie sich im Zwischenraum des Dachbodens im Haus ihrer Großmutter, Tante Martha. Sie hofft darauf, dass Dr. Flint, unter der falschen Annahme, dass sie in den Norden gegangen ist, lieber ihre Kinder verkaufen wird, als das Risiko einzugehen, dass sie ebenfalls verschwinden. Linda ist überglücklich, wenn Dr. Flint Benny und Ellen an einen Sklavenhändler verkauft, der insgeheim Mr. Sands repräsentiert. Mr. Sands verspricht, die Kinder eines Tages in die Freiheit zu entlassen und lässt sie bei Tante Martha leben. Aber Lindas Sieg wird teuer bezahlt. Je länger sie in dem winzigen Dachboden bleibt, wo sie weder sitzen noch stehen kann, desto schwächer wird ihr Körper. Die einzige Freude, die sie hat, besteht darin, ihren Kindern durch ein kleines Guckloch zuzusehen, da sie nicht das Risiko eingehen kann, ihnen zu sagen, wo sie ist. Mr. Sands heiratet und wird Kongressabgeordneter. Er nimmt Ellen nach Washington, D.C. Mit, damit sie sich dort um seine neugeborene Tochter kümmert und Linda realisiert, dass Mr. Sands ihre Kinder unter Umständen niemals in die Freiheit entlassen wird. Aus Sorge, dass er sie letztendlich an Sklavenhändler verkaufen könnte, beschließt sie, dass sie irgendwie mit ihnen in den Norden flüchten muss. Doch jagt Dr. Flint sie noch immer und eine Flucht wird als zu riskant angesehen.

Nach sieben Jahren im Dachboden, flieht Linda am Ende per Schiff in den Norden. Benny bleibt bei Tante Martha zurück und Linda wird mit Ellen wiedervereint, welche nun neun Jahre alt ist und in Brooklyn, New York, lebt. Linda ist darüber bestürzt, dass ihre Tochter praktisch noch immer von Mr. Sands Kusine, Mrs. Hobbs, als Sklavin gehalten wird. Sie fürchtet, dass Mrs. Hobbs Ellen in den Süden zurückbringen könnte und sie so für immer aus Lindas Reichweite verschwinden könnte. Sie findet Anstellung als Kindermädchen für eine New Yorker Familie, den Bruces, die sie sehr gut behandeln. Dr. Flint verfolgt Linda weiterhin, worauf sie nach Boston flüchtet. Dort wird sie mit Benny wiedervereint. Dr. Flint behauptet, dass der Verkauf von Benny und Ellen unrechtmäßig war und Linda fürchtet sich nun davor, dass er sie alle wieder versklaven wird. Nach ein paar Jahren stirbt Mrs. Bruce und Linda verbringt etwas Zeit mit den Halbwaisen in Boston. Sie verbringt ein Jahr in England, wo sie sich um Mr. Bruces Tochter kümmert und dort genießt sie zum ersten Mal in ihrem Leben ein Leben ohne Vorurteile. Als Linda nach Boston zurückkehrt, wird Ellen in ein Internat eingeschult und Benny siedelt nach Kalifornien über mit Lindas Bruder William. Mr. Bruce heiratet wieder und stellt Linda ein, damit sie sich um sein neugeborenes Baby kümmert. Dr. Flint stirbt, aber seine Tochter, Emily, schreibt Linda, um ihre Besitzansprüche an ihr geltend zu machen. Das Gesetz über entlaufene Sklaven wird vom Kongress verabschiedet, woraufhin Linda in große Gefahr gerät, entführt und von Neuem versklavt zu werden.

Emily Flint und ihr Ehemann, Mr. Dodge, reisen nach New York, um Linda gefangenzunehmen. Linda versteckt sich vor ihnen und die neue Mrs. Bruce bietet an, ihre Freiheit zu kaufen. Linda weigert sich, schon wieder gekauft und verkauft zu werden und macht Pläne, Benny nach Kalifornien zu folgen. Mrs. Bruce kauft Linda trotzdem. Linda ist am Boden zerstört, verkauft worden zu sein und zornig auf Emily Flint und das ganze Sklavensystem. Dennoch ist sie Mrs. Bruce dankbar und steht immer noch in ihren Diensten, während sie das Buch schreibt. Sie merkt an, dass sie ihren Traum noch nicht erfüllt hat, ein Zuhause zu schaffen, das sie mit ihren Kindern teilen kann. Das Buch schließt mit zwei Zeugnissen, die die Echtheit der Erzählung bekunden. Ein Zeugnis stammt von Amy Post, einer weißen Abolitionistin, und das andere stammt von George W. Lowther, einem schwarzen sklavereifeindlichen Schriftsteller.

Characteranalyse[Bearbeiten]

Linda Brent - Die Protagonistin und Harriet Jacobs Pseudonym. Am Anfang der Geschichte ist Linda sich nicht über ihren Status als Sklavin im Klaren, weil ihre alten Herren so gut zu ihr sind und sie lesen und schreiben lehren. Sie leidet unter Verrat und Schikane durch ihre nachfolgenden Herren, den Flints. Linda lernt lernt unterdessen, wie sie sich vor ihren Herren schützen kann. Sie macht von psychologischen Kampftaktiken und Listen Gebrauch, um den Vorstößen von Dr. Flint aus dem Weg zu gehen, die sich auch als wirksam entpuppen. Dennoch eröffnet Jacobs zu Beginn ihres Buchs, dass ihre Geschichten Aspekte aufweist, die sie nicht ertrug auf Papier niederzuschreiben. Sie ist zerrissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Freiheit und dem Gefühl persönlicher Verantwortung zu ihrer Familie, insbesondere in Bezug auf ihre Kinder Benny und Ellen. Jacobs fühlt, dass sie die Freiheit als schwarze Sklavin nie gänzlich verstehen kann und glaubt, dass Afroamerikaner auf einer anderen moralischen Stufe stehen als alle anderen.

Dr. Flint - Lindas Herr, Feind und gescheiterter Liebhaber. Ihm steht es rechtlich zu, mit Linda zu tun, was immer er will, aber möchte sie lieber verleiten, indem er sie austrickst und bedroht, als sie zu vergewaltigen. Über das gesamte Buch hinweg, rebelliert Linda dauernd gegen ihn und sie weigert sich, sexuelle Handlungen mit ihm einzugehen. Daraufhin wird er zornig und bald verfällt er der Idee, ihren rebellischen Geist zu brechen. Dr. Flint akzeptiert nie, dass Linda ein menschliches Wesen mit Gefühlen, Wünschen und unveräußerlichen Rechten ist. Dr. Flint verkörpert die Rolle des unterdrückerischen Mannes des 19 Jahrhunderts in Amerika, in der Hinsicht, dass er Linda als Frau in ein Objekt verwandelt und ständig mit seiner Ehefrau streitet.

Aunt Martha - Lindas Großmutter mütterlicherseits und eine ihrer engsten Freundinnen. Sie ist religiös und geduldig. Es macht sie traurig zu sehen, wie ihre Kinder und Enkelkinder verkauft und von ihren weißen Herrn misshandelt werden. Sie trauert während des gesamten Buchs darüber, wenn Mitglieder ihrer Familie von ihren Herrn entkommen und die Freiheit erlangen, weil sie sie nie wieder zu Gesicht bekommen wird. Sie will, komme, was wolle, die Familie zusammenhalten, sogar auf Kosten derer Freiheit und deren Glücks. Tante Martha hat keine Angst davor, sich für sich und ihre Kinder einzusetzen und spricht mit den Flints voller Stolz und Würde. Tante Martha ist der einzige Sklave, den Dr. Flint während des gesamten Buchs fürchtet.

Mrs. Flint - Sie ist Lindas Herrin und Dr. Flints Ehefrau. Sie verdächtigt Dr. Flint und Linda, eine sexuelle Beziehung zu haben, weswegen sie sich grausam zu Linda verhält. Obwohl sie eine Frau der Kirche ist, verhält sie sich ihren Sklaven gegenüber gefühllos und brutal. Sie demonstriert, wie das Sklavensystem den moralischen Sinn der Frauen des Südens korrumpiert hat. Mrs. Flint und Dr. Flint streiten ständig darüber, wie er Linda behandelt, da er Linda von allen Formen körperlicher Gewalt beschützt, die Mrs. Flint anwenden will. Mrs. Flint wird von ihrem Ehemann beherrscht und kann sich nicht von dieser Einschränkung befreien, weil Frauen im 19. Jahrhundert wenig Rechte innehatten.

Mr. Sands - Lindas weißer Liebhaber und Vater ihrer Kinder, Benny und Ellen. Mr. Sands ist ein gutherziger Mann im Vergleich zu Dr. Flint, aber er zeigt keinerlei Liebe für seine Mischlingskinder. Mr. Sands öffnet Linda teilweise die Tür in die Freiheit. Linda nutzt Sands auf ähnliche Weise, wie er sie nutzt. Linda braucht jemanden, der ihr das Gefühl gibt, wichtig zu sein oder fast frei zu sein. Linda weiß, dass deren Beziehung Dr. Flint wütend machen wird. Am Ende bricht Mr. Sands sein Versprechen, dass er Linda gab und redet irgendwann nicht mehr mit ihr. Letztlich hat er ein weiteres Kind, das er liebevoller behandelt als Benny und Ellen.[6]

Fiktionalisierte Charaktere[Bearbeiten]

Harriet Jacobs macht in diesem Buch Gebrauch von Decknamen, um die Identitäten der Personen zu schützen. Es folgt eine unvollständige Liste der Charaktere.

Linda Brent ist Harriet Jacobs, die Protagonistin des Buchs und das Pseudonym der Autorin.

William Brent ist John Jacobs: Lindas Bruder, dem sie nahesteht. Williams Flucht vor Mr Sands, dessen „gutherzigem“ Herrn, zeigt, dass sich sogar privilegierte Sklaven in allererster Linie nach der Freiheit sehnen.

Ruth Nash ist Margaret Horniblow.

Emily Flint ist Mary Matilda Norcom, Dr. Flints Tochter und Lindas rechtmäßige Besitzerin. Emily Flints Rolle steht vornehmlich in der Rolle als Dr. Flints Marionette. Manchmal schreibt er in ihrem Namen Briefe und versucht auf diese Weise, Linda dazu zu bringen, zu ihm zurückzukehren.

Dr. Flint ist Dr. James Norcom. Obwohl der Charakter auf Harriet Jacobs real existierendem Herrn beruht, erscheint Dr. Flint oft eher wie ein melodramatischer Bösewicht als ein echter Mensch. Er hat den moralischen Bankrott erklärt und weist keine ausgleichenden Qualitäten auf. Er ist durchweg eindimensional und von der Macht korrumpiert, die das Sklavensystem ihm gewährt. Er sieht keinerlei Grund, seine Sklaven nicht auszunutzen und zu misshandeln, und er zeigt auch nicht die geringsten Anzeichen von Mitgefühl für sie und auch keine Reue für seine Verbrechen.

Aunt Martha ist Molly Horniblow. Tante Martha ist einer der komplexesten Charaktere in dieser Erzählung, insofern sie Jacobs Ambivalenz von Mutterschaft und mütterlicher Liebe repräsentiert. Sie ist eine zweite Mutter für Linda, eine positive Kraft in deren Leben und der Inbegriff von Ehrlichkeit und Anstand. Sie ist liebevoll und familienorientiert, repräsentiert das Ideal vom häuslichen Leben und mütterlicher Liebe. Sie arbeitet unermüdlich daran, ihren Kindern und Enkelkindern die Freiheit zu erkaufen.

Mr. Sands ist Samuel Tredwell Sawyer. Er ist Lindas weißer Liebhaber und der Vater ihrer Kinder. Mr Sands Wesen ist gütiger als das von Dr. Flint, aber er zeigt keine echte Liebe und keinen Verantwortungssinn für seine Mischlingskinder. Er bricht immer wieder das Versprechen, das er Linda gegeben hat, sie in die Freiheit zu entlassen.

Benny Sands ist Joseph Sawyer, Ellen Sands ist Louise Sawyer, Mr Bruce ist Nathaniel Parker Willis und Gertrude Bruce ist Cornelia Grinnel Willis.[7]

Kritik[Bearbeiten]

Incidents in the Life of a Slave Girl war bei seiner Erstveröffentlichung aus mehreren Gründen nicht sehr beliebt. Zu den Gründen zählen das Timing, welches in den beginnenden Bürgerkrieg fällt und nach dem Buch waren die Leser sich nicht im Klaren darüber, ob es von Harriet Beecher Stowe, Lydia Maria Child oder Harriet Jacobs geschrieben worden war. Da das Buch unter einem Pseudonym geschrieben worden war, wurde es als Fiktion abgestempelt. Die historische Meinung lautete bis in die 1980er Jahre, dass das es sich bei dem Buch um eine Fiktion handelte, die der Feder von Lydia Maria Childs entsprang. Das Buch wurde in den 1970er und 1980er Jahren wiederentdeckt, als Jean Fagan Yellin anfing das Buch und die Autorin zu erforschen. Durch die Zuhilfenahme von historischen Dokumenten konnte Fagan Yellin beweisen, dass Harriet Jacobs die wahre Autorin war und dass die Dinge, von denen sie in dem Buch berichtet, wirklich passiert waren.[8]

Harriet Jacobs Werk wird nun als eine der großen Sklavenerzählungen gehandelt, die den Menschen half, die Sklaverei in neuen Wegen zu verstehen. Vor dem Erscheinen des Buchs hatte kein anderes Buch über die Sexualisierung der Frauen in der Sklaverei gesprochen. Jacobs sagt in ihrem Buch, dass Frauen, die sich in der Sklaverei befinden, nicht denselben moralischen Standards unterworfen werden können, wie sie für weiße Frauen oder freie Frauen gelten, weil Sklavenfrauen oft keinerlei Kontrolle haben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sedano Vivanco, Sonia: Literary Influences on Harriet Jacobs's Incidents in the Life of a Slave Girl. Written by Herself http://journals.sfu.ca/thirdspace/index.php/journal/article/viewArticle/vivanco/113# (27. April 2014)
  2. Baker, Thomas N. Nathaniel Parker Willis and the Trials of Literary Fame. New York, Oxford University Press, 2001, p. 4. ISBN 0-19-512073-6
  3. Yellin, Jean Fagan. Harriet Jacobs: A Life. Cambridge, Massachusetts: Basic Civitas Books, 2004, pp. 146–147. ISBN 0-465-09288-8
  4. Yellin, Harriet Jacobs (2004), pp. 120-121.
  5. Stowe, Charles Edward. Harriet Beecher Stowe: The Story of Her Life. Houghton Mifflin Company, 1911, p. 203.
  6. Analysis of Major Characters for Incidents in the life of a slave girl http://www.sparknotes.com/lit/incidents/canalysis.html
  7. Characters http://www.sparknotes.com/lit/incidents/characters.html
  8. Yellin, Harriet Jacobs (2004), p. xi-xii.