Erlenbach am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Erlenbach a.Main
Erlenbach am Main
Deutschlandkarte, Position der Stadt Erlenbach a.Main hervorgehoben
49.8030789.156429129Koordinaten: 49° 48′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 15,71 km²
Einwohner: 9998 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63906
Vorwahl: 09372
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 122
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnstraße 26
63906 Erlenbach
Webpräsenz: www.stadt-erlenbach.de
Bürgermeister: Michael Berninger (CSU)
Lage der Stadt Erlenbach a.Main im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Erlenbach am Main (amtlich: Erlenbach a.Main) ist die größte Stadt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Sie liegt im Nordwesten Bayerns bei Miltenberg.

Die Stadt beherbergt eines der beiden Krankenhäuser des Landkreises Miltenberg und ist bekannt für ihre guten Weine.

Erlenbach war vor 25 Jahren die jüngste Stadt des Freistaates Bayern.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Erlenbach liegt in Unterfranken, am Mainviereck in der Nähe von Aschaffenburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Erlenbach am Main hat drei amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • Erlenbach am Main
  • Mechenhard
  • Streit

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Markt
Elsenfeld
Forstwald
(Gemeindefreies Gebiet)
Stadt
Obernburg am Main
Nachbargemeinden Markt
Mönchberg
Stadt
Wörth am Main
Stadt
Klingenberg am Main

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Seinen Namen hat Erlenbach von einem in der Nähe fließenden, gleichnamigen Erlenbach. Wo dieser genau verläuft ist nicht bekannt, da er wohl heute einen anderen Namen trägt. Weil Wörth am Main ursprünglich auch Erlenbach hieß, kann sich der namensgebende Bach auch auf der anderen Mainseite befinden.[3] Der heutige Zusatz am Main unterscheidet Erlenbach von weiteren gleichnamigen Orten.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1229 Erlebach
  • 1236 Erlbach
  • 1248 Erlebach
  • 1259 Erelbach
  • 1275 Erlenbach
  • 1521 Erlenbach a.Main

Geschichte[Bearbeiten]

Erlenbach in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Wann die Region von Menschen in Besitz genommen wurde, liegt im Dunkel der Geschichte. Im Jahre 1876 wurden vier Hügelgräber aus der Bronzezeit (etwa 1550–1250 v. Chr.) entdeckt. 1981 wurden zwei typische Urnengräber aus der Zeit um 1000–800 v. Chr. gefunden.

Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung reichte das römische Imperium bis an den Main. Der nasse Limes, die Ostgrenze des Reiches, wurde mit Kastellen abgesichert. Um den Römern auszuweichen, verlagerten die germanischen Stämme auf der gegenüberliegenden rechten Mainseite ihr Siedlungsgebiet nach Osten. Als das römische Reich zerfiel, sollte es noch viele Jahre dauern, bis die Franken 531 in das Mainland vordrangen und ihrerseits Siedlungen gründeten.

Die ersten Erlenbacher Höfe wurden wahrscheinlich erst zwischen 800 und 950 n. Chr. errichtet.

Um das Jahr 1183 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa dem Ort Erlenbach die „Marktgerechtigkeit“ (Der Sage nach geschah dies aus Dankbarkeit, weil ein auf den Kaiser geplanter Anschlag von Erlenbacher Bürgern verhindert worden wäre [4]). Die kaiserliche Auszeichnung wurde mit einem Markt- und Freiheitszeichen optisch zum Ausdruck gebracht. Es zeigt ein großes Kreuz, auf dessen Spitze ein Hahn steht. Am Querbalken ist einseitig aufragend eine Hand, auf der anderen Seite, abwärts gerichtet, ein Schwert befestigt. Die nach oben zeigende Hand machte deutlich, dass die Bewohner des Ortes Erlenbach unter dem besonderen Schutz des Kaisers standen und dass jeder, der dem zuwiderhandelte, damit rechnen musste, mit dem Schwert des Herrschers gerichtet zu werden.

Das im Jahr 1953 dem Markt Erlenbach am Main neu verliehene Wappen basiert auf zwei Siegeln, die das Dorfgericht Erlenbach nachweislich in der Zeit 1722 bis 1810 führte und deren Bilder sich entsprachen. Beide Siegel zeigten einen gekrönten Doppeladler, der in der rechten Klaue den Reichsapfel mit Kreuz und in der linken Klaue ein Schwert hält. Über den Adlerköpfen schwebte ein Kurfürstenhut. Unterhalb der Adlerköpfe befanden sich die Buchstaben E und B (Erlenbach).

Religionen[Bearbeiten]

Neben den katholischen Kirchen St. Peter und Paul, St. Josef (Siedlung), St. Josef (Ortsteil Mechenhard), St. Karl Borromäus (Ortsteil Streit) findet sich noch die evangelische Martin Luther Kirche. Seit Januar 2007 gibt es hier die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Erlenbach. Außerdem gibt es für die islamische Gemeinde eine Moschee der DITIB[5].

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die früher selbstständigen und landwirtschaftlich geprägten kleinen Nachbargemeinden Mechenhard und Streit wurden am 1. Januar 1976 (Mechenhard) beziehungsweise am 1. Mai 1978 (Streit) eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[7]
Wahlbeteiligung: 53,22 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,23 %
26,70 %
18,61 %
10,46 %
Luftaufnahme von Mechenhard (2008)

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern, die sich seit der Kommunalwahl vom 2. März 2008 wie folgt auf die Parteien oder Listen aufteilen:

Partei / Liste: CSU SPD FW, seit 2012 UWV GRÜNE Gesamt
Sitze: 11 7 4 2 24 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Michael Berninger (CSU), der zweite Bürgermeister Helmut Monert (CSU) und der dritte Bürgermeister Wolfgang Großmann (Freie Wähler, seit 2012 Unabhängiger Wählerverein Erlenbach e.V. (UWV)).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Erlenbach am Main unterhält Partnerschaften mit dem französischen Saint-Maurice, Département Val-de-Marne, dem schweizerischen Erlenbach am Zürichsee im Kanton Zürich und seit Juni 2012 mit dem schweizerischen Erlenbach im Simmental.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Das kulturelle Leben in Erlenbach hat viele Gesichter. Die renovierte Frankenhalle bietet die Bühne für Theater, Musicals und Konzerte. Eine weitere kulturelle Bereicherung ist die "Kino-Passage", die seit 1979 als Programmkino etabliert ist. Nicht zu vergessen sind schließlich die vielen Feste und Märkte, die ebenso zum kulturellen Leben gehören.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Auch wenn wahrscheinlich schon die Römer die Weinrebe ins Maintal brachten, wird der Weinbau in Erlenbach erst 1000 Jahre später durch eine Urkunde vom 2. Januar 1261 erstmals belegt. Erlenbach liegt seit 1990 am Fränkischen Rotwein Wanderweg.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Erlenbach verbunden[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Erlenbach (Main) liegt an der Maintalbahn (AschaffenburgWertheim). Durch den Ort führt die Staatsstraße 2309.

Kurioses[Bearbeiten]

Erlenbach Die rechte Mainseite ist als besonders sandhaltiger Boden bekannt. Es ist lockerer, nährstoffarmer und wasserdurchlässiger Boden. Deshalb nennt man die Elsenfelder, Erlenbacher und Röllfelder Bewohner mit SpitznamenOrtsnecknamen „Sandhasen“.[8] Auch die Bewohner von Kahl am Main im Landkreis Aschaffenburg werden „Sandhasen“ genannt.

Mechenhard Die Mechenharder Höhenbewohner lästerten über die im Tal, die ihrerseits die da droben uzten. Auf der Höhe lebte ein kräftiger und gesunder Menschenschlag, abgehärtet gegen alle Witterung. Die umliegenden Orte gaben ihnen deshalb den SpitznamenOrtsnecknamen „Bergindianer“. Wegen ihrer in der Sonne glänzenden Getreidefelder bekamen sie noch den Uznamen „Strohköpp“.[8]

Streit Um die Qualität ihrer Anbauflächen zu verbessern, fahren die Bauern ihren Mist auf die Felder; dort muss er dann verteilt, ausgebreitet werden. Die Streiter Bauern müssen dies besonders gut gemacht haben, denn die Nachbarorte gaben ihnen den SpitznamenOrtsnecknamen „Mistbraater“.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erlenbach am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/170629&attr=OBJ&val=1686
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 66.
  4. http://www.stadt-erlenbach.de/Aktuellarchiv/2008/BarbarossaSpectaculum/BarbarossaspectaculumPremiere.htm
  5. Gemeinden der Türkisch-Islamische Union
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 751.
  7. http://www.kombn-web.de/erlenbach/wahlen/S_MAIN_E_STADTRATSWAHL_2008.html
  8. a b c Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr.Miltenberg 2003